Den Lebensstil, bei dem du gezielt einen großen Teil deines Einkommens sparst, um früher als üblich in Rente gehen zu können, bezeichnet man als Frugalismus. Das heißt, dass du bewusst weniger Geld ausgibst, als du zur Verfügung hast.

Frugalisten leben demzufolge besonders sparsam – ganz gemäß ihrem Namen. Denn Frugal bedeutet ‘einfach’ oder ‘bescheiden’. Dabei muss der Begriff Frugalismus ganz klar von dem herkömmlichen Minimalismus abgegrenzt werden. Wir erklären dir, worin die Unterschiede bestehen und was Frugalismus wirklich bringt.

Wann entstand der Frugalismus?

Der Frugalismus entstand 2007 in den USA als Folge der Finanzkrise. Viele Menschen mussten während der Rezession den Gürtel etwas enger schnallen. Demzufolge lernten sie mit weniger Geld auszukommen – und der Trend verbreitete sich von Nordamerika aus in andere Teile der Welt.

Kennzeichnend für Frugalisten ist daher, dass sie sich bewusst für oder gegen den Konsum entscheiden und nur in Dinge investieren, die sie brauchen oder guten Gewissens besitzen können.

Frugalismus
Wie beim Minimalismus geht es darum, keine Sachen im Überfluss zu haben. Foto: Lab/Shutterstock /

Anders als zu Beginn des Frugalismus schließen sich heute vermehrt Leute der Bewegung an, die später keine finanziellen Sorgen haben wollen. Damit unterscheidet sich die Bewegung auch vom klassischen Minimalismus. 

Zwar konzentriert sich der Frugalismus darauf, private Ausgaben geschickt auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, jedoch wird auf das Geld nicht verzichtet, sondern es wird laufend investiert.

Beispielsweise in umfangreiche Aktienportfolios oder andere Wertpapiere. Auch in nachhaltige Banken zu investieren kann in diesem Zusammenhang sinnvoll sein.

Der Frugalismus verfolgt somit 3 Grundprinzipien:

  • Ein sehr sparsames Leben mit minimalen Ausgaben.
  • Keine (oder nur sehr geringe) Kosten für Auto, Reisen, Freizeit oder Ähnliches.
  • Großer Anteil des Gehalts wird gespart und/oder investiert.

Du verzichtest beim Frugalismus somit auf Freizeitaktivitäten und Erholung. Das bedeutet auch, dass du dir nicht hin und wieder etwas “gönnst”. Statt die Ausgaben in einen Wellness-Tag, einen Wochenendtripp oder dein Lieblingsrestaurant zu investieren, legst du sie geschickt an (Selbst Donald Trump ist dafür, mickrige Ersparnisse zu investieren.

Dabei gilt es in der praktischen Umsetzung einiges zu beachten. Damit du dein Geld am Ende nicht verlierst.

Frugalismus: Die praktische Umsetzung

Die Vorstellung, mit 40 nicht mehr arbeiten zu müssen und trotzdem bis ans Lebensende genug Geld zu haben, ist sehr verlockend. Der Weg dahin ist jedoch hart und lang. Laut theguardian.com muss ein Großteil des Monatsgehalts gespart werden, damit die frugalistische Lebensweise am Ende auch effektiv ist.

Sobald du das 25-Fache deines eigenen Jahresbedarfs zurückgelegt und in Aktien investiert hast, kannst du dein restliches Leben nur noch von der Rendite leben. Dadurch bist du unabhängig und brauchst nicht mehr zu arbeiten.

So rechnet man als Frugalist aus, was gespart werden muss

Wenn du also 50 % des monatlichen Einkommens sparst und investierst, dann hast du in 17 Jahren das 25-fache erreicht. Wenn 75 % des monatlichen Einkommens gespart und investiert werden, hast du in nur 7 Jahren das 25-Fache.

Frugalismus
Als Frugalist versucht du so wenig wie möglich zu konsumieren. Foto: gettyimages/alvarez /

6 Tipps für das Leben als Frugalist

Motiviert? Dann kommen hier noch ein paar zusätzliche Tipps. Um in deinem Alltag zu sparen, solltest du die folgenden Punkte beherzigen. 

  1. Koche so oft du kannst selbst und rette regelmäßig Lebensmittel .
  2. Plane dein Essen. Mit der Planung deiner Mahlzeiten kannst du in Verbindung mit Großeinkäufen Geld sparen.
  3. Verkaufe Sachen, die du nicht brauchst. Zum Beispiel bei Vinted. Tipps für Kleiderkreisel findest du hier.
  4. Benutze lieber das Fahrrad statt teure Verkehrsmittel.
  5. Reduziere deine Fixkosten, wie Miete, Versicherungen, Handykosten oder sämtliche laufende Verträge.
  6. Versuche Sachen gebraucht zu kaufen und zu reparieren. 

Dennoch: Es ist nicht immer möglich, als Frugalist zu leben. Wenn dein Gehalt knapp über dem Existenzminium ist, dann wird es schwer, einen Großteil davon zu investieren. Auch wird nicht jeder mit dem Konzept glücklich, wenn das beliebte “sich etwas gönnen” wegfällt. (Einige Wege gibt es dennoch: Beispielsweise günstiges Shoppen.

Daher musst du dir vorab Gedanken darüber machen, wie viel Geld du benötigst, um in deinem Leben glücklich zu sein. Und ob für dich die kleinen Dinge im Leben eher Lebensqualität darstellen oder überflüssig sind.

In jedem Fall solltest du dich vorab ausführlich mit dem Finanzmarkt auseinandersetzen. Denn du solltest niemals wahllos investieren, sondern dein Geld sinnvoll anlegen. 

Frugalismus: Aus dem Grund solltest du es versuchen


Auch wenn dich der Lebensstil nicht ganz überzeugt hat, könntest du versuchen, einen Teil davon umzusetzen. Zum Beispiel einen kleineren Betrag deines Geldes investieren oder die eine oder andere Sache gebraucht kaufen. Du wirst schon bei kleinen Veränderungen merken, dass du langfristig mehr Geld zur Verfügung haben wird. Wie du mit Heizkosten Geld sparen kannst, erfährst du hier.

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