Homosexualität Zwillinge Studie zwei Frauen
Ist Homosexualität tatsächlich angeboren? Die Antwort ist mehr als überraschend. (Photo: Unsplash/Tiffany Combs)

Ist Homosexualität angeboren? Studien mit Zwillingen klären auf

Zwillinge eignen sich besonders gut, um herauszufinden, ob Homosexualität angeboren ist. Erfahre hier, was Studien ergeben haben.

Ist Homosexualität wirklich angeboren? Seit Jahrzehnten beschäftigt die Wissenschaft diese Frage. Und tatsächlich: 2017 haben Forscher zwei spezifische Gene identifiziert. Heterosexuelle unterscheiden sich hier von schwulen Männern.

Das bedeutet aber nicht, dass es ein so genanntes "Homo-Gen" gibt. Die tatsächliche Aufklärung ist deutlich komplexer. Das zeigte auch eine Studie mit eineiigen männlichen Zwillingen aus dem Jahr 2018. Denn nur weil eineiige Zwillinge die gleichen Gene besitzen, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie auch die gleiche sexuelle Orientierung haben. 

Lesbisches Paar küssend
Lesbische Frauen zeigten in einer Studie deutliche Unterschiede zu schwulen Männern.(Photo: Shutterstock/Rawpixel.com)

Angeborene Homosexualität oder angenommene Homosexualität?

Den Beweis dafür lieferten Forscher, indem sie den Erregungszustand von männlichen eineiigen Zwillingen untersuchten. Die Wissenschaftler stellten fest: Trotz des selben Erbguts hatten die Geschwister unterschiedliche sexuelle Orientierungen.

Während die schwulen Zwillinge von gleichgeschlechtlichen Bildern sexuell erregt wurden, reagierten ihre heterosexuellen Brüder eher bei Bildern unterschiedlichen Geschlechts. 

Übrigens: Bei weiblichen eineiigen Zwillingen war die Signifikanz deutlich geringer. Hier zeigte sich, dass die heterosexuellen Frauen bei beiden Geschlechtern erregt waren. Bei ihren lesbischen Schwestern war eine deutliche Erregung eher bei Frauen zu beobachten.

Petrischale DNA
Homosexualität ist nicht angeboren, aber anscheinend biologisch angelegt.(Photo: Science Photo Library)

Äußere Einflüsse beeinflussen das Erbgut

Doch wenn es nicht nur die Gene sind, was ist es denn dann? Statt einer angeborenen Homosexualität gehen mittlerweile viele Forscher davon aus, dass die so genannte Epigenetik eine Rolle spielt.

Die Theorie: Durch äußere Einflüsse aus der Umwelt können bestimmte Gene ein- oder ausgeschaltet werden. Das bedeutet, dass ein Zwillingspaar "homosexuelle Gene" in sich trägt, diese aber je nach Umwelteinflüssen "aktiviert" werden. Das kann beispielsweise schon im Mutterleib durch Hormone der Mutter passieren.

Fazit: Mehrere Faktoren spielen bei der sexuellen Orientierung eine Rolle

Fest steht: Die Frage, ob Homosexualität angeboren ist, lässt sich nicht klar mit ja beantworten. Es scheint eher so zu sein, dass die sexuelle Orientierung biologisch angelegt ist. Ein so genanntes "Homo-Gen" gibt es jedenfalls nicht. „Stattdessen vermuten wir, dass ein ganzes Netzwerk von Genen hinter der sexuellen Anziehung steckt – und dass dieses Netzwerk uns dazu veranlagt, eher Männer, Frauen oder aber beide sexuell attraktiv zu finden", sagt der Wissenschaftler Tuck Ngun von der University of California in Los Angeles.

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