Bist du queer, pan oder bi? Geht das überhaupt alles zusammen? Die vielen Definitionen der LGBT-Community können absolut verwirrend sein – Doch ist es umso wichtiger, sie zu kennen und zu verstehen. Wir erklären dir kurz und knackig die wichtigsten LGBT Definitionen rund um Geschlecht und Sexualität.

Was bedeutet LGBTQIA+?

Die Abkürzung steht für Lesbian (Lesbisch), Gay (Schwul), Bisexual (bisexuell), Trans, Queer, Inter, und asexuell bzw Ally. Sie steht für alle Geschlechteridentitäten und Sexualitäten außerhalb der Norm.

Das Plus oder auch das Sternchen steht für alle Geschlechtsidentitäten und Sexualitäten, die nicht in der Abkürzung erwähnt werden. Um die komplette Gruppe zusammenzufassen, kann auch der Oberbegriff „queer“ genommen werden.

Queer-feministische Begriffe

Feministische und queere Ideologien sind eng miteinander verknüpft, weswegen der Begriff „Queerfeministisch“ entstanden ist. Diese Begriffe solltest du dazu kennen:

  • Biologisches Geschlecht: Angeborene Körpermerkmale bestimmen, ob du biologisch ein Mann oder eine Frau bist.
  • Soziales Geschlecht: Typische Geschlechtseigenschaften, die jemanden von der Gesellschaft auferlegt werden. (Beispiel: „Frauen shoppen gerne“)
  • Heteronormativ: Heterosexualität wird als selbstverständlich angesehen, die Bedeutung diverser Geschlechter und sexuellen Orientierungen wird ausgeklammert. 
  • Sichtbarkeit: Die Präsenz in der Gesellschaft von queeren und feministischen Themen.
  • Triggerwarnungen: Eine Ankündigung zu einem potenziell reizenden Thema durch vergangene Traumata.
  • Neopronomen: Neuschöpfungen von Pronomen, die eher zu der Geschlechtsidentität einer Person passen.
  • Misgendern: Das Verwenden der falschen Pronomen
  • Deadnaming: Das Verwenden des alten Namens einer Trans-Person
  • FLIT (Frauen, Lesben, Intersexuelle und Transsexuelle) : Oberbegriff für Menschen, die bereits Erfahrung mit Sexismus haben. 
  • TERF Trans-Exclusionary Radical Feminism („Trans-ausschließender radikaler Feminismus“): Feminist*innen, die Trans-Personen invalidieren und ausschließen
  • Polyamorie: Offen geführte Liebesbeziehungen die gleichzeitig stattfinden.
  • Polygamie: Ehe mit mehreren Personen gleichzeitig
Trans-Personen
Trans-Personen sind einer der am häufigsten diskriminierten Gruppen in der LGBT-Community. Credit: Viktor Makhnov (Vysochin) / Getty Images

Geschlechtsidentitäten

Jenseits von Mann und Frau gibt es viele andere Geschlechtsidentitäten. Diese können einen biologischen aber auch einen sozialen Ursprung haben. Hier findest du die wichtigsten Begriffe dazu im Überblick.

  • Transgeschlechtlich/ Transsexualität: Transgeschlechtlich oder transsexuelle Menschen können sich mit dem Geschlecht identifizieren, was ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
  • Intergeschlechtlich/ Intersexualität: Menschen, die nicht als biologische Männer oder Frauen geboren wurden.
  • CIS-Gender: Die biologischen Geschlechtsmerkmale eines Menschen stimmen mit dem sozialen Geschlecht überein.
  • Divers: Der 3. Geschlechtseintrag, den man hauptsächlich in Deutschland benutzen kann, wenn man sich nicht als Mann oder Frau identifiziert.
  • Genderfluid: Die Geschlechtsidentität genderfluider Menschen ändert sich in unregelmäßigen Abständen.
  • Nicht-binär: Oberbegriff für Geschlechtsidentitäten, die weder Mann noch Frau sind.
  • Binäres Geschlechtersystem: Männlich und weiblich gelten als die einzigen menschlichen Geschlechter.
  • Passing: Trans-Person, die als CIS-Person von anderen gelesen wird.
  • Neopronomen: Neuschöpfung von Pronomen, um sich dem sozialen Geschlecht anzupassen

Sexualitäten

Homosexualität und Heterosexualität sind bei weitem nicht die einzigen sexuellen Orientierungen, mit denen sich Menschen identifizieren können. In der folgenden Aufzählung findest du einen kleinen Einblick:

  • Queer: Oberbegriff für verschiedenste sexuelle Orientierungen, die von Heterosexualität abweichen.
  • Pansexuell: (Griechisch: „Pan“=“Alle“, die Person fühlt sich zu Personen jeden Geschlechts (biologisch und sozial) hingezogen.
  • Bisexuell: (Lateinisch: “Bi” = zwei) Sexuelle Orientierung, bei der man sich zu zwei Geschlechtern oder auch mehr hingezogen fühlt.
  • Asexuell: Menschen, die keine oder eine sehr geringe Anziehung zu anderen Menschen empfinden.
  • Androsexuell: Menschen, die sich zu Männlichkeit oder Männern hingezogen fühlen.
  • Gynosexuell: Orientierung, bei der sich Menschen zu Frauen oder Weiblichkeit hingezogen fühlen.
  • Autosexuell: Die sexuelle Anziehung zu sich selbst.
  • Skoliosexuell: Skoliosexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen hingezogen, die sich im Trans-Spektrum befinden (Z.B. Transgeschlechtliche oder Nicht-Binäre Menschen).
  • Demisexuell: Sexuelle Anziehung zu Menschen, mit denen man eine emotionale Bindung hat
  • Romantische Anziehungen: Die sexuelle Anziehung kann sich von der romantischen Anziehung unterscheiden. Also sind alle sexuelle Orientierungen auf die romantischen Anziehungen anwendbar.

Begriffe aus der LGBTQIA-Szene

Jeder Mensch, der in einem queeren Club war oder eine Pride-Veranstaltung besucht hat, hat diese Begriffe schonmal gesehen oder gehört. Du hast dich gefragt, was sie bedeuten? Hier findest du die Auflösung:

  • Top: Personen, die beim Sex meistens einen aktiveren Part übernehmen.
  • Bottom: Personen, die beim Sex meistens einen passiven Part übernehmen.
  • Switch/Verse: Menschen, die den aktiven und passiven Part abwechselnd übernehmen.
  • „In the Closet“: Menschen, die sich auf dem queeren Spektrum befinden, dies aber nicht offen kommunizieren.
  • Outing: Wenn eine Person auf dem queeren Spektrum die Geschlechtsidentität beziehungsweise die Sexualität mit jemand anderem kommuniziert.
  • Femme: Weibliche Personen in der Community, die sich gerne weiblich kleiden.
  • Butch: Weibliche Personen in der Community, die sich gerne männlich kleiden.
  • Pillow Princess: Lesbische Personen, die ausschließlich den passiven Part beim Sex übernehmen.
  • Cruising: Hierbei geht oder fährt man in ein bestimmtes Areal, das für die anonyme Suche von Sexpartnern bestimmt ist. Der Begriff entwickelte sich in den 60ern, damit schwule Männer anonyme Sextreffen organisieren konnten.
  • Drag-Queen oder Drag-King: Dies ist eine Kunst-Form in der LGBT-Szene. Hierbei kleiden und schminken sich Personen, um auszusehen wie eine Frau oder ein Mann. Meistens werden dabei übertriebene stilistische Mittel genutzt.
  • Bear: Homo- oder bisexuelle Männer, mit ausgeprägter Maskulinität, besonders Körperbehaarung.
  • Twink: Jung erscheinende homo- oder bisexuelle Männer.

Fazit – Bescheid wissen ist die halbe Miete

Natürlich musst du nicht alle Begriffe auswendig können. Das Verständnis der Begriffe führt jedoch zu mehr Toleranz. Wenn dich das Thema interessiert, findest du hier die Besten LGBTQ+ Bücher.