Viele von uns kennen es besonders von One Night Stands oder Affären. Man trifft sich und macht sich gegenseitig Lust, hat Geschlechtsverkehr und verschwindet dann schnell wieder. Auch in Beziehungen schlafen viele direkt nach dem Sex ein. Das sorgt bei den Partner:innen für ein Stimmungstief. In der BDSM-Szene ist Aftercare, also das Verhalten nach einer Session schon längst ein Thema. Hier erfahrt ihr, warum diese Praktik für jeden Menschen wichtig sein sollte.

Aftercare: So kommt nach dem Sex keine schlechte Stimmung auf

Blasen, Fingern, Lecken: Die verschiedensten Arten von Kinks und Sexpraktiken werden auch in unserem Magazin immer wieder behandelt. Dass wir in der Gesellschaft mehr über solche früheren Tabuthemen reden ist unglaublich wichtig und auch richtig. Ein Thema wird aber rund um den Geschlechtsverkehr oft weggelassen: Was passiert eigentlich, nachdem der Geschlechtsakt vorbei ist? Wie sollte man sich danach verhalten? Das wird in der BDSM-Szene schon seit Jahren thematisiert.

Bei der sogenannten „Aftercare“ geht es darum, den jeweiligen Partner oder die jeweilige Partnerin zu pflegen und zu versorgen. Nach einer Session mit Peitschenhieben, Erniedrigung und Co. kommt man also aus seiner Rolle raus und kümmert sich gegenseitig umeinander.

Das gilt sowohl für den dominanten Part (Dom) und dem unterwürfigen Part (Sub). Das ist nicht nur bei Paaren der Fall, sondern auch bei anderen Dom-Sub-Beziehungen. So kann man besser mit dem Abfall des Serotonins umgehen und die Gefühle besser verarbeiten. Viele Menschen in der Szene sehen BDSM ohne Aftercare als sehr verachtenswert an.

Dass man sich nach einer BDSM-Session mit Peitschenhieben und Co. erholen muss und sich gegenseitig zeigt, dass man sich sicher fühlen kann, leuchtet ein. Außerhalb der BDSM-Szene ist die Praktik aber genauso wichtig. Beim sogenannten „Vanilla Sex“ wird ebenfalls eine Menge Dopamin ausgeschüttet, was nach dem Sex schnell verschwindet. Um die Hormone und Gefühle wieder einzupendeln ist Aftercare hier ebenfalls wichtig. Auf TikTok wird das Thema von vielen Creator:innen thematisiert.

Statt einschlafen oder gehen: Das könnt ihr stattdessen tun

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, wie Aftercare aussehen kann. Viele von uns betreiben mit Kuscheln die Praktik, auch ohne es zu wissen. Es gibt aber eine Menge Ideen, die ebenfalls hilfreich sein können. Wie beim Sex auch kann die Praktik für jeden Menschen anders aussehen. Hier findet ihr ein paar Ideen, was ihr nach dem Sex zusammen machen könnt:

  • Redet darüber, was euch am besten gefallen und was eher nicht. Schließlich ist dann die Erinnerung noch frisch und euer oder eure Partner:in wissen dann ganz genau, was sie beim nächsten Mal besser machen können.
  • Sprecht über eure Gefühle und Gedanken, die ihr währenddessen hattet. Die können nämlich sehr intensiv sein, und eure Partner:in ebenfalls betreffen. So könnt ihr selbst besser mit den Gefühlen und Gedanken umgehen.
  • Holt eurem Partner bzw. eurer Partnerin etwas zu trinken oder zum Essen, da es körperlich sehr anstrengend sein kann. So könnt ihr euch von der Anstrengung erholen.
  • Schaut euch einen Film oder eine Serie an, wenn ihr nicht kommunikativ sein wollt. So könnt ihr erst einmal runterkommen und euch beduseln lassen.
  • Du möchtest danach schon mit deiner/deinem Partner:in reden, aber nicht über das Geschehene? Dann lest euch gegenseitig etwas vor.
  • Gibt euch gegenseitig Massagen oder krault den Rücken oder Kopf. Das entspannt nicht nur vor dem Sex, sondern auch danach.
  • Duscht zusammen oder nehmt zusammen ein Bad. Schließlich kann es das ein oder andere Mal auch ziemlich dreckig werden.

Fazit: Egal, wie ihr Sex habt, kümmert euch danach immer gegenseitig umeinander, um eure Gefühle zu regulieren und Respekt zu zeigen.

Ähnliche Artikel: