Kennst auch du das Gefühl, es allen recht machen zu wollen? Aus diesem Grund arbeitet man noch eine halbe Stunde länger, obwohl man eigentlich pünktlich gehen wollte. Sagt Ja zu Aufgaben, obwohl man bereits überlastet ist. Oder man trifft Freund:innen, obwohl man eigentlich Zeit für sich bräuchte. All das kann auf Dauer mental krank machen. Was man in solchen Fällen braucht, sind persönliche Grenzen. Doch was bedeutet das eigentlich? In diesem Artikel zeige ich dir fünf Beispiele, die beweisen, dass es völlig okay ist, andere auch mal zu verprellen und sich an erste Stelle zu setzen…

Grenzen spalten nicht nur, sie schützen auch

Denkt man an das Wort Grenzen, mag so manch einem vielleicht das Bild einer Grenzkontrolle auf der Autobahn in den Sinn kommen. Damit einher geht die Annahme, dass Grenzen spalten oder aufteilen. In der Regel sind sie also etwas, dass wir erschwert zu überqueren versuchen.

Allerdings können Grenzen nicht nur hinderlich, sondern auch etwas rundum Positives sein – vor allem, wenn man sie auf den persönlichen Bereich anwendet. Persönliche Grenzen wollen und vermögen nämlich in erster Linie eines: uns zu schützen.

Sie schützen uns vor einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint. Sie schützen uns vor Menschen, die unsere Gutmütigkeit ausnutzen wollen. Und sie schützen uns vor unserem eigenen Perfektionismus. Rundum sind persönliche Grenzen unabdingbar, wollen wir unsere mentale Gesundheit aufrechterhalten.

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Bist du dir wichtig? Dann solltest du lernen, persönliche Grenzen zu setzen. Foto: IMAGO/ Addictive Stock

5 persönliche Grenzen, die deiner mentalen Gesundheit dienen

Glaubst du nicht? Dann lass mich dir gleich fünf Beispiele für Lebensbereiche geben, in denen du häufiger mal Grenzen setzen und sie auch einhalten solltest…

1. Grenze: Feierabend einhalten

An deiner Karriere liegt dir viel und du definierst dich zuteilen sogar über deinen Beruf? Es ist wunderschön, wenn der eigene Job zur Passion wird. Allerdings sollten wir stets zwischen unserer Arbeits- und Privatzeit unterscheiden. Erfolg im Job rührt im besten Fall nicht daher, dass wir Überstunden machen und uns bis in den Burn-out arbeiten.

Wer versteht, dass man auch in der vorgeschriebenen Arbeitszeit einen guten Job machen kann und sich darüber hinaus mit einer ordentlichen Auszeit einen größeren Gefallen tut, hat die erste wichtige persönliche Grenze bereits verinnerlicht.  

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2. Grenze: Auf den eigenen Körper hören

Hörst du auf deinen Körper? Wenn nicht, wird es höchste Zeit. Bist du beispielsweise gereizt und erschöpft, kann das daran liegen, dass du nicht genug gesunden Schlaf bekommst. Lieferst du beim Laufen nicht die gleiche Leistung wie am Vortag ab, kann es schlicht sein, dass du dir und deinem Körper nicht ausreichend Regeneration beim Sport gönnst. Dein Körper zeigt dir meist ziemlich genau an, ob es dir gut geht oder nicht.

Lerne also auf deinen Körper zu hören. Das bedeutet auch, dass du lernen solltest, dich beim nächsten starken Kopf- oder Periodenschmerz nicht zur Arbeit zu schleppen. Setze dir hier eine Grenze und zwinge dich nicht nur, weil du niemanden enttäuschen möchtest. Deine Gesundheit ist dein höchstes Gut. Setze es nicht aufs Spiel.

Dir gehts nicht gut? Dann höre auf dich zu Dingen zu zwingen, nur weil andere es von dir erwarten könnten. Setze hier eine klare Grenze und entscheide dich für dich. Foto: IMAGO/ Westend61

3. Grenze: Grübeleien einen Riegel vorschieben

Die ewigen Gedankenkarusselle können einen fertigmachen. Glaube mir, ich kenne das selbst. „Hätte, hätte Fahrradkette!“ ist der Lieblingssatz meines Partners, der mich aus meinen Grübeleien zumeist rettet. Dabei sollte nicht er es sein, der meinen nicht enden wollenden Gedanken einen Riegel vorschiebt. Vielmehr sollte es meine ganz persönliche Grenze sein, keinen längst vergangenen Situationen nachzutrauern.

Wer versteht, dass man an der Vergangenheit nichts ändern kann, wer zu getroffenen Entscheidungen steht und wer sein Leben aktiv im Hier und Jetzt bestreitet, tut seiner mentalen Gesundheit einen Gefallen. Lasse Gedanken zu, aber lasse sie auch wieder ziehen. Gerne auch mit einem Mantra á la: „So wie es ist, ist es gut.“

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4. Grenze: Bleibe bei dir

Wie oft hast du schon zu Freund:innen gesagt: „Du kannst mich immer anrufen!“? Solche Sätze sind nobel und zeigen eine gute Freundschaft an. Sei dir aber gewahr, dass du nicht immer für andere da sein musst. Es ist okay und wichtig, auch mal eine persönliche Grenze zu ziehen. Bist du mental gerade selbst an keinem guten Ort, ist es sogar wichtig, dass du deine eigenen „Probleme“ vorne anstellst. Ein:e wahre:r Freund:in wird das verstehen.

Bei dir zu bleiben heißt außerdem, dich nicht ständig zu vergleichen. Es ist kein Grund zum Verdruss, dass du vielleicht als Single auf der Couch sitzt und alle anderen ein Haus bauen, Kinder bekommen oder einen Job im Ausland ergattern. Freue dich für diese Menschen, aber bleibe bei dir. Setze dir eigene Ziele und versuche, jeden Tag an dir zu wachsen.

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Alle anderen machen es aber ganz anders? Na und! Bleibe stets bei dir und höre auf, dich zu vergleichen. Foto: imago images/Westend61

5. Grenze: Gönne dir Zeit für dich

Morgens stehst du auf und rennst zur Arbeit. Nachmittags gehst du zum Sport oder triffst dich mit einer Freundin und abends kommst du nach Hause zu deinem Partner oder einer Mitbewohnerin? An solchen Tagen bleibt wenig Zeit für dich. Setze dir also ganz bewusst eine persönliche Grenze und achte darauf, regelmäßig Me-Time zu bekommen. Nur wer Zeit hat, in sich hineinzuhören, anzukommen und sich zu erden, wird mentale Balance erreichen und kann an sich wachsen.

Persönliche Grenzen ziehen sich durch alle Lebensbereiche

Du siehst, wie wichtig es ist, sich in allen möglichen Lebensbereichen Grenzen zu setzen. Sie sorgen dafür, dass du ganz bei dir bleiben kannst, wenn du es brauchst und schützen somit nachhaltig deine mentale Gesundheit. Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie setzt man diese eigenen Grenzen denn nun genau? In diesem Artikel erklären wir dir, wie du einfach Grenzen setzen kannst!

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