Wie lange hast du gewartet, bis du das erste Mal vor deinem Partner oder deiner Partnerin einen hast fahren lassen? Im Schnitt warten Menschen mit dem Pupsen in der Beziehung zwischen zwei und sechs Monaten. Zugegeben: Bei mir waren es keine vier Wochen. Und das ist auch gut so! Nicht nur, weil ich seit diesem Zeitpunkt weniger Magenkrämpfe und heimliche Toilettengänge hatte, sondern auch, weil es für mich keinen größeren Liebesbeweis gibt. Was ich damit meine? Das liest du hier.

Pupsen in der Beziehung? Das gehört einfach dazu!

Das Online-Portals Mic.com befragte 125 Menschen über ihr Pupsverhalten in einer Beziehung. Das Ergebnis? 51 % der Befragten gaben an, nach zwei bis sechs Monaten den ersten Pups in einer Beziehung von sich zu lassen. 23 % meinten sogar, dass sie seither völlig frei immer dann einen fahren lassen, wenn ihnen danach ist. Lediglich sieben Prozent gaben an, niemals vor ihrem Partner zu furzen.

Sich den Pups verkneifen? Das halte ich persönlich für einen riesigen Fehler – genau wie den Versuch, das kleine Geschäft voreinander geheim zu halten. Ich pinkele vor meinem Partner und für mich gehört Pupsen in der Beziehung einfach dazu. Nicht, weil ich ein Schwein bin, das seine Körperfunktionen nicht unter Kontrolle hat, sondern weil das für mich ein echter Liebesbeweis ist. Und bevor du fragst: Mein Partner sieht das genauso. Aber von Anfang an.

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23 % geben laut einer Umfrage an, jederzeit vor dem Partner oder der Partnerin zu pupsen. Richtig so, meint unsere Redakteurin. Credit: Scopio via canva.com

Pupsen ist menschlich & gesund

Jeder Mensch ist zu einem Pups fähig und lässt ab und an einen fahren. Die einen häufiger, die anderen seltener. Ja, auch die Menschen, die behaupten, aus ihnen würden nur Rosenblätter entweichen. Pupsen ist also nicht nur menschlich, sondern sogar gesund.

Es zeigt nämlich an, dass unsere Verdauung einwandfrei funktioniert. Am Tag bilden sich bis zu 2,5 Liter Gas in unseren Organen. Ein Großteil davon wird über unsere Blutbahn in unsere Lunge geschickt und ausgeatmet.

Der Rest allerdings – ca. ein halber Liter – gelangt über den Dickdarm zu unserem Po und wird dort ausgepupst. Unterdrückt man diesen Vorgang, indem man die Pobacken zusammenkneift, kann das nicht nur verdammt anstrengend sein, sondern mitunter sogar zu Magenkrämpfen führen. Und da spreche ich aus Erfahrung.

Mein erster Pups in der Beziehung

Ich würde nie beim ersten Date einen fahren lassen. Auch nicht beim zweiten oder dritten Date. Das verbietet die Etikette und wäre wenig ladylike – zumindest hat mich die Gesellschaft auf dieses Denken trainiert. Und so kam es, dass ich als leicht laktoseintolerante Person die erste Zeit meiner Beziehung damit verbrachte, mich nachts im Bett meines Partners mit Magenschmerzen zu winden. Vor allem, wenn wir davor eine Vier-Käse-Pizza verdrückten.

Man lehrte mich, dass Körpergerüche- und Geräusche wenig attraktiv sind. Also stand ich in der Nacht lieber dreimal auf und ging ins Badezimmer zum Pupsen. Dieser Kampf fand sein Ende, als mich mein Freund eines Tages so hart zum Lachen brachte, dass ich aus Versehen einen fahren ließ. Zu diesem Zeitpunkt waren wir ungefähr vier Wochen zusammen.

Er hatte den Pups gar nicht bemerkt, hätte ich nicht gesagt: „Na toll, jetzt musste ich pupsen vor Lachen!“, was mich wiederum noch härter lachen und erneut pupsen ließ. Mein Partner reagierte souverän und ließ als Antwort ebenfalls einen kleinen Pups von sich. Dabei lachte er verschmitzt und meinte: „Gut, dann wäre das geklärt!“

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Sich so nah zu sein, dass man alles miteinander teilt, wäre das nicht schön? Alles bedeutet aber eben auch alles „Schlechte“ und „Eklige“. Credit: IMAGO/ Addictive Stock

Warum Pupsen in der Beziehung ein echter Liebesbeweis ist

Seit diesem Tag sind Pupse in der Beziehung bei uns an der Tagesordnung. Und das völlig schamfrei. Wenngleich wir auch nach fünf Jahren Beziehung jeden Pups des anderen kommentieren und Sachen sagen wie: „Nett!“, „Na danke!“ oder „Prost!“, alles mit einem Augenzwinkern versteht sich.

Nachdem wir die Pupsbarriere gebrochen hatten, musste ich mich nicht länger mit Magenschmerzen winden und konnte auf die heimlichen, nächtlichen Toilettengänge verzichten. Eines ist sicher: Meinem Magen-Darm-Trakt und meinem Schlafrhythmus geht es seit diesem ersten Pups in der Beziehung deutlich besser.

Damit nicht genug, haben mein Partner und ich seit diesem Tag eine gefestigtere und innigere Beziehung – selbst wenn wir nach manchen Pupsen besser etwas Abstand zueinander wahren.

„Hey, ab heute gehörst du zu meiner Familie!“

Pupsen in der Beziehung ist nämlich ein echter Liebes- und vor allem ein Vertrauensbeweis in meinen Augen. Damit zeigt man einander, dass man bereit ist, alles von sich zu offenbaren. Dass einem vor dem oder der anderen nichts peinlich ist. Und dass der oder die andere einen so sehen (und riechen) darf, wie man ist – ohne Kompromisse.

Pupsen ist etwas, dass man zuvor höchstens in der Familie getan hat. Sich nun so zu öffnen (also die Pobacken zu öffnen), sagt dem oder der anderen: „Hey, ab heute gehörst du zu meiner Familie!“. Pupsen in der Beziehung bedeutet letzten Endes, sich emotional wie auch körperlich zu öffnen.

Natürlich darf man das nun eklig finden und manche werden sich auch weiter für ihre Fürze schämen – Schamgrenzen sind immerhin individuell und werden gesellschaftlich geprägt.

Eines möchte ich diese Menschen aber abschließend fragen: Wäre es nicht einfacher, sich so zu geben, wie man ist, anstatt sich zu verstellen und wäre es nicht schön, ein solches Maß an Vertrauen in einer Beziehung zu haben, dass man sowohl voreinander pupsen als auch das kleine Geschäft verrichten kann? In meinem Kopf schreit es nur laut: „JA!“ Und in deinem?

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