Gemeinsamkeiten in einer Beziehung: Sind sie der Heilige Gral oder sollte man doch besser auf den Grundsatz „Gegensätze ziehen sich an“ hören?

Wie der Deckel zum Topf, heißt es im Volksmund. Doch wie gut müssen Deckel und Topf eigentlich wirklich zusammenpassen? Machen ein paar Unterschiede eine Beziehung nicht erst richtig aufregend? In diesem Artikel verraten wir dir, wie wichtig Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sind und worauf man bereits bei der Partner:innenwahl achten sollte.

Wie viele Gemeinsamkeiten in einer Beziehung braucht es?

Im Volksmund existieren gleich zwei Sprüche, welche sich auf die Wahl des idealen Partners oder der idealen Partnerin anwenden lassen: Gleich und gleich gesellt sich gern vs. Gegensätze ziehen sich an. Diese beiden Aussagen halten sich hartnäckig und das, obwohl sie völlig widersprüchlich sind. Recht haben sie jedoch beide auf ihre Art.

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Zum Beginn ziehen sich Gegensätze häufig an. Doch kann das auf Dauer funktionieren? Credit: Imago/Westend61

Gegensätze sind heiß…

Die Frage danach, wie viele Gemeinsamkeiten es für eine glückliche und lang anhaltende Beziehung braucht, ist vor dem Hintergrund interessant, da man sich heute vor allem online kennenlernt. Früher, als man sich größtenteils über die Arbeit, Freunde oder den Sportverein kennengelernt hat, waren Gemeinsamkeiten vorprogrammiert. Heute kann es jedoch viel eher passieren, dass zwei Menschen sich daten, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen. Nicht selten zeigen sich dann auch gravierende Unterschiede zwischen diesen beiden Menschen.

Vor allem in der Kennenlern- und der Anfangsphase der Beziehung üben Gegensätze einen besonders starken Reiz aus. Denn so weiß der/die andere oft nicht, woran er/sie ist. Ein absoluter Attraktivitätsgarant. Es entstehen kleine Rätsel im Kopf und manchmal kommen auch kleine Missverständnisse auf, die jedoch mit leidenschaftlichem Sex schnell wieder vergessen werden. Gegensätze in der Beziehung werden dann als überraschend, aufregend, spontan und abenteuerlich empfunden. Ein wahrer Genuss für Frischverliebte, die vor allem in der Gegenwart leben und der Lust frönen.

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Eine langfristige Beziehung braucht Gemeinsamkeiten. Und zwar in Form einer gemeinsamen Basis. Credit: IMAGO / Westend61

jedenfalls zunächst

Denn irgendwann kommt jede Beziehung an den Punkt, an dem ein Paar gemeinsam auf die Zukunft schaut und nicht für den Moment, sondern für den Alltag lebt. Gegensätze, die zuvor für ein Kribbeln sorgten, können ab diesem Punkt zum pochenden Problem werden. Denn im Alltag werden Gegensätze schnell lästig und anstrengend. Kurzum: Sie erschweren das gemeinsame Leben.

Vor allem aber können sie die Beziehung belasten. Denn wenige Gemeinsamkeiten in einer Beziehung bedeuten immer auch viele Kompromisse. Die können sich zwar die Waage halten, häufig kippen die Verhältnisse aber, weil einer der beiden Partner das Gefühl hat, häufiger zurückstecken zu müssen.

Wesentlich ist aber immer die Frage, ob Unterschiede in der Beziehung belasten und negativ bewertet werden. Oder ob man über sie hinwegsehen kann. Denn am Ende braucht eine stabile Beziehung eine gemeinsame Basis. Ist die vorhanden, können Unterschiede als aufregender Zauber in einer Beziehung dienen. Fehlt sie, scheitert die Beziehung.

Übrigens: Beziehungen durchlaufen verschiedene Phasen. Was sich bereits nach einem Jahr Beziehung alles ändern kann, liest du hier.

Gemeinsamkeiten halten die Beziehung am Laufen

Für die erste Anziehung reicht das Phänomen der Gegensätze also. Die Kunst einer festen Beziehung ist es allerdings, ein gemeinsames Fundament zu finden. Dafür bedarf es der Einsatzbereitschaft beider Partner, beiderseitiger Reflexion und guter Kommunikation.

So zeigen auch zahlreiche Umfragen, dass Menschen, die nach festen Partner:innen suchen, sehr auf Gemeinsamkeiten achten. Wobei das nicht heißt, dass Gegensätze völlig ausgesperrt werden. Wer in der Beziehung Unterschiede in Sachen Ernährungsstil, Sportaffinität, Glaubenssätzen oder im Film- und Musikgeschmack findet, braucht sich nicht sorgen. Das ist völlig normal und bringt keine Beziehung zum Scheitern. Ebenso wenig wie ein Streit, ob es jetzt ans Meer oder in die Berge gehen soll.

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Blickt ihr in eine gemeinsame Zukunft? Das ist die wichtigste Gemeinsamkeit in einer Beziehung. Credit: imago images/Westend61 /

Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sind sehr viel grundlegender. Wichtige Fragen sind dabei:

  1. Wie soll die Beziehung geführt werden?
  2. Wie viel Nähe und Distanz braucht ihr jeweils?
  3. Wollt ihr Kinder, Karriere oder beides?
  4. Wie wichtig ist euch Treue?
  5. Wie sehr wollt ihr an eurer Beziehung arbeiten?

Gemeinsamkeiten in der Beziehung bedeuten demnach nicht, dass ihr eure:n Seelenverwandte:n treffen müsst. Oder mit ihm/ihr zu einer Einheit zu verschmelzen. Es geht darum, in eine gemeinsame Zukunft zu blicken, in der ihr euch ganz grundlegend einig seid. In solch einer Beziehung sind kleine Streitigkeiten normal. Grundsatzdiskussionen bleiben jedoch aus. Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sorgen dafür, dass sie ohne große Mühe und auf Dauer genossen wird.

Übrigens: Auf den gleichen Nenner kommen ist nicht immer leicht. Daher haben wir hier ein paar Tipps zum richtigen Streiten, aber auch für den Deep Talk in der Beziehung für dich.

Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sind fundamental

Wer bereits bei der Partner:innenwahl darauf achtet, Gemeinsamkeiten in einer Beziehung zu suchen, wird zumeist belohnt. Und zwar mit einer harmonischen Beziehung, die für die Zukunft und nicht den Moment gemacht ist.

Besonders wichtig ist daher, dass man bei der Partner:innensuche immer auch die eigenen Wünsche, Stärken und Ziele mitdenkt. Immerhin soll der/die Partner:in letztlich den eigenen Qualitäten entsprechen.

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Worauf kommt es Beziehungen außerdem an? Worauf es beim Glück in der Liebe ankommt: Diese fünf Anzeichen zeigen eine glückliche Beziehung und so kann man die eigene Beziehung auffrischen.