Was sich nach nur einem Jahr Beziehung alles ändern kann? Unsere Redakteurin verrät, in welchen Bereichen sich nach einem Jahr wirklich etwas tut.

Mit der Gefahr, dass ich mit dieser Aussage betagter klinge als ich bin, aber: Es fühlt sich wie gestern an, als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe. Ich erinnere mich genau, wie wir schüchtern in der Bahn aufeinander zugegangen sind, uns verhalten umarmten, immerhin kannten wir uns bereits über fünf Ecken und einen Small-Talk geführt haben, der sich mit Sicherheit für alle Mitfahrenden der Bahn genauso unangenehm angefühlt haben muss, wie für mich.

Heute befinde ich mich im fünften Beziehungsjahr mit meinem Partner und es hat sich so einiges verändert, wenn unsere Small Talks auch bis heute so ihre Momente haben. In diesem Artikel wage ich den Blick zurück und verrate, was sich nach einem Jahr Beziehung verändert hat.

Paar, Dach, Abend
Eine Beziehung durchläuft verschiedene Phasen. Nach einem Jahr Beziehung ist man allerdings kaum aus der ersten raus.(Photo: Getty Images/ Maskot)

Welche Phasen durchläuft man in einem Jahr Beziehung?

In einer Beziehung durchläuft man verschiedene Phasen. Diese sind zwar auf die meisten Beziehungen anzuwenden, sind allerdings nicht als eine Schablone zu verstehen. Allein zeitlich strecken sich die Phasen nämlich bei jedem Paar unterschiedlich. Die Phasen der Beziehung sind:

In dieser Story lernst du alle Phasen einer Beziehung im Detail kennen.

  1. Die Phase des Kennenlernens
  2. Die Phase der großen Verliebtheit
  3. Die Phase der Fehler und Schwächen
  4. Die Phase der Macht- und Konkurrenzkämpfe
  5. Die Phase der eigenen Persönlichkeitsentwicklung
  6. Die Phase des gemeinsamen Ankommens

Bezogen auf mein erstes Beziehungsjahr haben wir gerade einmal begonnen, an der dritten Phase zu kratzen. Aber lasst uns gerne ins Detail gehen und uns ansehen, was sich nach einem Jahr Beziehung genau verändert hat.

Was sich nach einem Jahr Beziehung verändert hat

Nachfolgend gebe ich dir ein paar intime Einblicke darüber, was sich nach einem Jahr Beziehung mit meinem Partner verändert hat:

Rasierer Gold
Nach einem Jahr Beziehung rasierst du dir nicht mehr allzu regelmäßig die Beine? Good for you!(Photo: Unsplash)

1. Stachel statt Babypo

Früher habe ich zu den Frauen gehört, die zum Beginn einer neuen Lieb- oder Partnerschaft alles geben, um die Illusion der Perfektion aufrechtzuerhalten. Jedenfalls solange, bis der Mann unter all dem Körperspray, der lockig frisierten Haare und der glatt rasierten Beine meine wahren inneren Qualitäten kennengelernt hat.

Heute kann ich über diese Mühe nur müde lachen. Denn nach einem Jahr Beziehung habe ich diese Routine für Göttinnen sausen lassen und siehe da: Ich werde noch immer geliebt. Körperspray bleibt dennoch mein Non-Plus-Ultra Gadget, um meinen Partner zu verführen.

2. Pupsen statt Magenschmerz

Teil der perfekten Illusion: keine Körpergeräusche und schon gar keine Körpergerüche absondern. Ich erinnere mich lebhaft, wie ich mit Magenschmerzen im Bett neben meinem Partner lag und heimlich auf die Toilette gegangen bin, um dort zu pupsen. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, dass ich damit nicht allein bin. 

Doch nach einem Jahr Beziehung ist dieses Verhalten nicht mehr tragbar. Und soll ich euch eins verraten? Nachdem der erste Pups vor dem Partner gefallen ist, geht die Beziehung erst richtig los. Immerhin ist das völlig natürlich und menschlich. Je früher ihr aufhört, euch perfekt zu präsentieren, desto eher lasst ihr auch eine emotionale Bindung zu.

3. Offene Tür statt heimlicher Mission

Bei dem Thema voreinander auf die Toilette gehen streiten sich die Geister. Bei mir und meinem Partner hat es jedoch keine drei Monate gedauert, bis wir voreinander auf die Toilette gegangen sind. Zwar blieb nach einem Jahr Beziehung und bis heute die Tür beim großen Geschäft geschlossen, aber jetzt mal ehrlich: Oralverkehr ist eindeutig intimer, als den anderen in die Schüssel urinieren zu hören, oder?

Paar Sex Kuscheln
Nach einem Jahr Beziehung schwindet das ausführliche Nachspiel und weicht dafür einem umso ausgiebigeren Vorspiel.(Photo: Getty Images/ Westend61)

4. Vor- statt Nachspiel

In den ersten Phasen der Beziehung haben die meisten verdammt viel Sex. Immerhin sprühen die Hormone nur so. Bei mir brauchte es zum Beginn keine drei Küsse, bis ich startklar war und wir ineinandersteckten. Das Vorspiel wurde daher gerne mal vernachlässigt. Dafür haben wir umso mehr Zeit darauf verwendet, nach dem Sex nackt nebeneinander im Bett zu liegen und uns verliebt in die Augen zu gucken.

Nach einem Jahr Beziehung hat sich das komplett gewandelt. Das Vorspiel ist umso wichtiger geworden, um die Lust zu entfachen, die manchmal ein paar Anlaufschwierigkeiten hat. Das Nachspiel wie im ersten Beziehungsjahr blieb dagegen immer öfter aus.

5. Kritik statt Schweigen

Wie bereits erwähnt, hat nach einem Jahr Beziehung bei mir und meinem Partner die dritte Phase eingesetzt, in der die Fehler und Schwächen des anderen zutage kommen. Nun hört man auf, die rosarote Brille zu tragen und einfach alles, was der andere tut, gut zu finden. 

So können nach einem Jahr Beziehung auch die ersten Streitigkeiten und Diskussionen einsetzen, welche allerdings ungemein wichtig sind. Denn in solchen Diskussionen lernt man den anderen erst richtig kennen und weiß, was ihm/ihr wichtig ist. Was uns zum Diskutieren gebracht hat? Seine penible Art, die Wohnung zu putzen und meine impulsive Art online zu shoppen. Wie man richtig streitet? Das liest du hier.

Nach einem Jahr Beziehung ändert sich nicht viel

Nach einem Jahr Beziehung haben die meisten kaum die Verliebtheitsphase verlassen, noch sind sie in einem gemeinsamen Alltag angekommen. Die großen Herausforderungen warten meiner Meinung nach erst sehr viel später. Bis dahin sollte man sich darüber im Klaren sein, dass sich die Beziehung im Laufe der Zeit immer wieder verändern wird. Immerhin stehen die oben genannten Phasen für frisch Verliebte noch aus.

Im besten Fall wächst man in der Zwischenzeit an sich und an seiner Beziehung. Im schlechtesten Fall hält man diesen Veränderungen nicht stand und lässt die Beziehung daran zerbrechen. Die Sache mit einer Beziehung ist nämlich die: Sie ist immer nur so stark wie die Arbeit, die man als Paar in sie steckt

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