Sophia Thiel zeigt sich in der neuen Doku Social Media – Social Me, die seit vergangenen Montag auf YouTube erhältlich ist. Gemeinsam mit Kida Ramadan, Florian David Fitz und Mario Novembre hat sich die Fitness-Queen filmen lassen und spricht ganz offen und ehrlich über ihren Job als Influencerin. Interessant ist das vor allem deswegen, weil die Protagonist:innen sehr unterschiedliche Sichtweisen auf Social Media haben.

Die unterschiedlichen Blickwinkel auf Social Media

  • Florian David Fitz: Er nutzt Social Media nur für Berufliches. Er würde nie etwas (zu) Privates von sich zeigen, sagt er. Mit fast 1/5 Million Follower:innen auf Instagram ist das aber sehr schwierig. Auch Florian weiß, dass hier die Grenzen oft verschwimmen. Er kritisiert Social Media aber auf das Schärfste, denn er findet, dass es eine zeitraubende Parallelwelt ist.
  • Mario Nobembre: Mario ist erst 20 Jahre alt und ein echter TikTok-Megastar. Hier hat er über vier Millionen Follower:innen. Er spricht davon, dass er hier ein Alter Ego hat, das viel krasser und aufgedrehter ist als der echte Mario. Seine Meinung: Er liebt Social Media, weil er sich hier so präsentieren kann, wie er sein möchte.
  • Kida Ramadan: Er ist mal so gar nicht mit Social Media aufgewachsen und hat sich alles mühevoll selbst beibringen müssen. Der 4-Blocks-Star hat gut 230.000 Follower:innen auf Instagram. Seine Meinung zu Social Media: Es ist irgendwie cool mit den Leuten in Kontakt zu treten, aber irgendwie auch scheiße.
  • Sophia Thiel: 1,3 Millionen Follower:innen auf Instagram und fast genauso viele auf YouTube: Sophia Thiel ist ein deutschlandweites Phänomen. In der Doku erklärt sie, was der Job für sie bedeutet.
Essanfälle standen bei Sophia Thiel an der Tagesordnung. Credit: IMAGO / Hartenfelser /canca: Camboopics [m]

Ist Sophia Thiel in der Doku ehrlich?

Sophia Thiel wird in der Dokumentation dazu befragt, was genau Social Media für sie bedeutet und warum sie ihren Job so gerne macht. Dass Sophia ein kleiner Workaholic ist, ist den meisten ihrer Fans ohnehin klar – sie liebt es, aktiv zu sein und ihrer Community regelmäßige Updates zu geben. Allerdings nicht immer: Sophia beschreibt in der Doku, wie sie gegen das Chaos an Nachrichten und Updates aus dem Internet sträubt:

Wenn sie privat ist oder ins Gym geht, dann macht sie eine aktive Social Media-freie Zeit. Sie schaut nicht auf Handy und ist auch nicht erreichbar. Das zeigt, dass Sophia ihren Job nicht nur liebt, sondern auch skeptisch gegenüber ist.

Die Gefahren sind nicht zu ignorieren

Sophia weiß ganz genau, welche Gefahren Social Media birgt. Sie selbst hat es am eigenen Leib erfahren: Erst letztes Jahr musste Sophia eine lange Auszeit von ihrem Job nehmen, um ihren Kopf frei von schlechten Gedanken zu bekommen. Der Druck „perfekt“ sein zu wollen, hatte sie in eine schwere Essstörung und eine Depression hineingetrieben.

Heute, nachdem sie ein Buch darüber veröffentlicht hat, spricht Sophia ganz offen über ihre psychischen Probleme. Auf Instagram bekommt ihre Community viele Input zu dem Thema Essstörungen. Allerdings spricht sie es in der Doku nicht besonders viel an. Sie sagt über Social Media: „Man kann sich selbst komplett ausleben, sagen und zeigen für was man steht und was einem wichtig ist. Außerdem kann man alle Menschen miteinander vernetzen.“

Man kann sich selbst komplett ausleben.

Sophia Thiel über Social Meida

Naja, Sophia. Wir wissen zwar, was gemeint ist, aber so richtig kaufen wir dir diese Lobeshymne nicht ab. Nach 1,5 Jahren „offline“ wissen ihre Fans ganz genau, dass Sophia einige Schattenseiten der Social Media kennengelernt hat. Ihr größtes Problem war, dass sie sich hier eben nicht so zeigen konnte wie sie war, sondern immer einem Ideal hinterhergejagt ist. Dieses Ideal hat sie schließlich krank gemacht. Ganz ehrlich ist Sophia Thiel in der Doku also nicht gewesen. Hier stellt sie eher die positiven Seiten ihres Berufes heraus. Vielleicht ist das aber auch einfach ein Zeichen dafür, dass Sophia sich tatsächlich auf dem Weg der Besserung befindet.

Sophia Thiel: Was hat sie in ihre Essstörung getrieben?

Sophia Thiels Buch Come Back Stronger erzählt die Geschichte einer sehr starken jungen Frau, die sehr viel Wert auf ihre Außenwahrnehmung nahm. Sie ließ sich sehr schnell verunsichern und gab viel auf die Meinung anderer über sie.

Nach einigen Jahren, in denen sie zum Fitnessmodel und Social Media-Star wurde, entwickelte Sophia eine Essstörung namens Bulimia Nervosa. Diese Krankheit zehrte an ihren Nerven, genauso wie an ihrem Körper. Erst im letzten Jahr brachte sie den Mut zusammen, es der Community mitzuteilen und zu versuchen zu heilen.