Kennst du jemanden mit besonders viel Selbstdisziplin? Du denkst nun bestimmt an jemanden, der oder die immer ihre oder seine Ziele erreicht, sich verbissen verbessert und sich niemals aus der Bahn stoßen lässt. Selbstdisziplin kannst du überall zeigen: Auf der Arbeit, beim Sport, bei einer besonders gesunden Ernährungsweise, beim Abgewöhnen einer Sucht… All das sind Dinge, bei denen du Selbstdisziplin anwenden kannst. Um das zu tun, solltest du aber einiges über Selbstdisziplin wissen. Wir haben 12 Dinge gesammelt, die du wissen solltest, wenn du dich mehr disziplinieren willst.

1. Selbstdisziplin wird überall ein bisschen anders interpretiert

In Deutschland kennt man Selbstdisziplin vor allem als Selbstkontrolle. Wer besonders viel Selbstdisziplin beherrscht, der hat auch ein stetig kontrolliertes Verhalten und arbeitet gewissenhaft, selbst unter großen Anstrengungen auf sein oder ihr Ziel hin. So erklärt es zumindest Wikipedia. Allerdings wird diese Tugend in anderen Ländern unterschiedlich interpretiert.

So bedeutet Selbstdisziplin in England keeping a stiff upper lip („eine steife Oberlippe behalten“). Wer eine steife Oberlippe behält, der zeigt wenig Verletzlichkeit und ihm ist weder Freude, noch Trauer anzumerken.

In Frankreich hat Selbstdisziplin eine andere Bedeutung. Contenance ist hier das genaue Gegenteil von Eskalation. Hier geht es vor allem darum, einen kühlen Kopf zu bewahren, anstatt die Gefühle die Oberhand nehmen zu lassen.

Dieses Wort stammt aus dem Lateinischen continentia. Es bedeutete früher so viel wie Bescheidenheit, Zurückhaltung, Enthaltsamkeit, Gemütsruhe.

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Was bedeutet Selbstdisziplin für dich? Foto: Getty Images/ Tom Werner /

2. Leidenschaft geht über Selbstdisziplin

Selbstdisziplin besteht aus den Worten Selbst und Disziplin. Es bedeutet also, dass man sich selbst über Disziplin entgegenbringt. Disziplin kommt aus dem Lateinischen disciplina, was so viel bedeutet wie Lehre, Schule oder auch Zucht. So ist es eng mit dem Wort Gehorsam verwandt.

Hier erklärt sich teilweise, warum es den Menschen oft so schwerfällt, sich selbst zu disziplinieren. Oft geht es dabei darum, einen auferlegten Befehl auszuüben. Das kann schnell zu einer Qual werden, wenn man nicht mit dem Herzen dabei ist. Wer mit eiserner Selbstdisziplin auf Kaffee verzichtet, dem wird es sehr schwerfallen. Wer auf eine neue köstliche Teesorte stößt und aus diesem Grund den eigenen Kaffeekonsum stark einschränkt, dem wird diese Entscheidung sehr viel leichter fallen.

Disziplin brauchst du eigentlich nur dann, wenn du das, was du tust, eigentlich gar nicht tun möchtest. Du brauchst Selbstdisziplin, um dich zum Sport zu motivieren? Vielleicht ist es die falsche Sportart. Du brauchst Disziplin, um deiner Arbeit nachzugehen? Vielleicht solltest du mal über einen Jobwechsel nachdenken. Wenn du etwas wirklich gerne tust, dann musst du dich dazu nicht disziplinieren.

2. Erstmal anfangen

Einer der größten Fehler bei jeder Disziplin-Challenge ist es, nicht sofort damit anzufangen. „Damit beginne ich nächste Woche, diese Woche habe ich noch so viele andere Dinge zutun.“ Das ist Aufschieberei und bringt niemandem etwas. Vor allem nicht dir selbst. Wenn du beispielsweise mit dem Rauchen aufhören willst, dann nimm dir nicht monatelang vor, es zu tun. Tu es einfach. Wenn die erste Hürde genommen ist, wird die zweite gar nicht mehr so schlimm wirken.

3. Ein Ziel vor Augen

Natürlich reicht es hinten und vorne nicht, dass du einer Tätigkeit theoretisch gerne nachgehst. Irgendwann schleicht sich immer ein Schlendrian ein und du wirst lieber auf der Couch herumlungern wollen, als dich beispielsweise aktiv in deiner Profession zu engagieren. 

Deswegen brauchst du ein Ziel vor Augen. Stelle dir vor, was du mit dieser Tätigkeit innerhalb des nächsten Jahres erreichen könntest, wenn du durchhältst. Du willst im nächsten Jahr die Beförderung haben? Dann gib 100 % auf der Arbeit. Du willst dich nächstes Jahr im Spanienurlaub mit den Locals unterhalten? Dann rein in den Sprachkurs!

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Eine neue Idee wird zum Mittelpunkt deines Lebens.(Photo: G-Stock Studio/Shutterstock)

4. Müssen klappt besser als Wollen

Jeder, der schon einmal eine Hausarbeit im Studium schreiben musste, der weiß, dass man eigentlich erst dann konzentriert bei der Sache ist, wenn es kurz vor knapp ist und das Ding in zwei Tagen abgegeben werden muss. 

Wenn du also deine Selbstdisziplin verbessern willst, dann darf es für dein Ziel kein Zurück geben. Du willst einen Marathon laufen? Dann melde dich JETZT an und beginne zu trainieren. Du willst Spanisch lernen? Dann kaufe JETZT den Kurs und buche deinen Urlaub auf den Balearen.

5. Lass dich nicht entmutigen

Disziplin ist ein Marathon und kein Sprint. Dieser Satz ist so ausgelutscht und altbacken, dass man brechen möchte. Und trotzdem stimmt es. Selbst wenn du einmal einen “Rückfall” hast und undiszipliniert herumlungerst, ist das überhaupt nicht schlimm. 

Solange du deine Ziele langfristig nicht aus den Augen verlierst, kannst du auch zwischendurch mal eine kleine Reise ins Schlendrianleben unternehmen. Niemand ist die ganze Zeit voller Motivation und Disziplin. Außer vielleicht Pamela Reif mit ihrem Fitness Challenges. Der clue ist, sich nach einer kleinen Auszeit wieder in die Disziplin zurückzukämpfen.

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Du bist der beste Grund von allen, um an dir zu arbeiten.(Photo: gabi Moisa/ shutterstock)

6. Für wen tust du das eigentlich?

Einer der wichtigsten Faktoren deiner Selbstdisziplin ist die Frage, für wen du das Ganze eigentlich tust? Willst du mit deinen neuen Spanischkenntnissen eigentlich nur deine Freunde beeindrucken? Dann kann das nichts werden. Willst du die Klausur nur deshalb gut schreiben, weil “man das eben so macht”? Dann hast du schon verloren. 

Tu das, was du tust, für dich selbst. Ob es bessere Karrierechancen, ein gesünderer Körper oder einfach nur themenbezogenes Interesse ist. 

7. Freud & Leid

Disziplin kann superviel Spaß machen, wenn du eine Tätigkeit ausübst, die du liebst. Sei dir aber darüber im Klaren, dass immer Leid mit dem Lebensstil der Disziplinierten einhergeht. Vielleicht hast du dir als Ziel vorgenommen, einen Monat keinen Alkohol zu trinken und mindestens acht Stunden am Tag zu schlafen? Dann kannst du eben heute Abend nicht mit den Mädels auf die Rolle gehen. Dieses Leid wird erst dann erträglich, wenn du deinen einmonatigen Erfolg feiern kannst.

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Geld spielt auch eine Rolle, wenn es ums glücklich sein geht.(Photo: undrey istock)

8. Erfolgserlebnisse

Wo wir gerade von Erfolg sprechen: Erfolgserlebnisse sind der Antrieb für jeden disziplinierten Menschen. Denn wer erst einmal erntet, was er einst gesät hat, wird ein echtes Hochgefühl spüren können. Je mehr gesät wird, desto mehr kann geerntet werden.

9. Nicht zu viel vornehmen

Wenn du gerade erst damit anfängst, deine Disziplin auszubauen und dich um dich selbst zu kümmern, dann lass es langsam angehen. Wenn du dir direkt zu viel vornimmst, dann wirst du nur von dir selbst enttäuscht sein. Denn alles schaffen, kannst du nicht. 

Um Erfolgserlebnisse verzeichnen zu können und weiterzukommen, müssen deine Ziele erreichbar bleiben. Vielleicht ist es dein Ziel, dich öfter bei Oma zu melden? Dann nimm dir vor, sie einmal in der Woche anzurufen und nicht jeden Tag.

Ein aktuelles Beispiel von Menschen, die sich selbst viel zu viel vornehmen, ist die 75-Hard-Challenge. Diese Challenge hat es in den sozialen Medien zu sehr viel Ruhm gebracht, da sie die härteste Selbstdisziplin-Challenge ist, die es gibt. Was muss man dafür tun?

  • 2 x 45 Minuten Workout pro Tag (eines davon draußen)
  • 4 Liter Wasser am Tag trinken
  • An einem gesunden Ernährungsplan festhalten (Kein Cheaten!)
  • Kein Alkohol
  • 10 Seiten eines Buches lesen
  • Jeden Tag ein Foto der eigenen Entwicklung schießenn
  • Solltest du einen Tag nicht nach den Regeln spielen, fängst du wieder von vorne an
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Für manche ist die #75 Hard Challenge genau das Richtige. Für andere ist diese Challenge viel zu hart. Anfänger:innen sollten lieber mit einer weniger herausfordernden Challenge beginnen, um sich nicht zu frustrieren.

10. Durchhaltevermögen

Durchhaltevermögen und die Fähigkeit an sich selbst zu arbeiten, können dir die Haut retten, wenn du disziplinierter werden willst. Dazu gehört es, deine Ziele geduldig auf dich zukommen zu lassen.

Glaube ja nicht, dass du das große Ganze innerhalb weniger Tage verbessern und erreichen kannst. Es werden dir bestimmt Steine in den Weg gelegt, die du erst zur Seite räumen musst, um dann wieder bei dem Punkt zu beginnen, wo du davor warst. Es ist ein wesentlicher Faktor der Selbstdisziplin, diese Steine erfolgreich händeln zu können.

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Du willst eine gute Mama sein? Dann beginne damit, ein Babybuch zu lesen.(Photo: Shutterstock/Flamingo Images)

11. Ein großes Ziel sind 100 kleine Ziele

Dein Ziel erscheint auf den ersten Blick so riesig und unschaffbar, dass du selbst eigentlich nicht daran glaubst, es erreichen zu können. Deswegen solltest du dir deine Ziele in mehrere kleine Errungenschaften unterteilen. Natürlich kannst du dir heute noch nicht vorstellen, einen Marathon zu laufen. Was du dir aber vorstellen kannst, ist heute eine Stunde zu trainieren. Somit kommst du deinem Ziel jeden Tag ein Stück näher.

Selbstdisziplin ist in jeder Lebenslage existenziell

Die oben genannten 12 Tipps für mehr Selbstdisziplin sind auf alle Lebenslagen anwendbar. Im Studium hast du zwar andere Ziele als in der Fitness oder der Familie. Trotzdem greifen hier dieselben Mechanismen.

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