An vielen Tagen stehe ich auf, schlurfe ins Bad, wage einen Blick in den Spiegel, rümpfe die Nase, schiebe mir die Zahnbürste in den Mund und denke: „Schon wieder arbeiten, wann ist endlich Wochenende?“. Meine Laune hebt sich zwar bereits auf dem Weg zur Arbeit, dennoch starte ich oft viel zu mürrisch in den Tag. Allgemein nehme ich das Leben oft schwerer als es eigentlich ist. Und das, obwohl dieses Leben, wie mir dann selbst immer wieder auffällt, ziemlich lebenswert ist. Wer es auch satthat, das Leben nicht mehr nur vorbeiziehen zu lassen, ist hier genau richtig. Tatsächlich kann man Lebensfreude nämlich erlernen…

Kennst du schon den Wein & Weiber Podcast vom wmn-Magazin? In dieser Folge sprechen Mona & Lisa über Narzissmus und wie man ihn erkennen kann.

Lebensfreude ist keine Frage äußerer Umstände

Lebensfreude ist ein subjektives Gefühl und beschreibt, wie zufrieden und dankbar man mit dem eigenen Leben ist. Natürlich hat jedes Leben seine Höhen und seine Tiefen. Neben Beförderungen, Geburten, Hochzeiten stehen eben auch Trennungen, Kündigungen und der Tod. Doch Lebensfreude wird nicht allein durch Lebensumstände und äußere Faktoren wie den sozialen Stand und Geld bestimmt.

Weder Geld noch die besten Freunde der Welt können einen immerhin davor bewahren, in das Gegenteil der Lebensfreude, also die Depression zu verfallen. Natürlich wirken sich äußere Einflüsse auf unser Wohlbefinden aus, das steht außer Frage. Wer viel Geld hat, hat zum Beispiel ganz andere Sicherheiten und weniger Sorgen. Doch Lebensfreude kommt eben auch von innen und hängt stark damit zusammen, wie man zu sich und zu seiner Umwelt steht.

Schon der griechische Philosoph Epikur erkannte, dass man erst Furcht, Schmerz und Begierde überwinden muss, um zu wahre Lebensfreude zu finden. Erst wer sich von äußeren Einflüssen freigemacht hat und wer erkennt, dass wenig haben genügt, ist nach ihm zu wahrem Glück fähig.

Allerdings meinte er auch, dass nur der Lebensfreude erlangt, der seine Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schutz vor Kälte gewährleistet sieht. Alles darüber hinaus waren für den Philosophen aus der Zeit um 341 vor Christus reine Luxusgüter. Was der gute Mann wohl heute zu unserem Überfluss sagen würde?

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Du möchtest wissen, wie man ein Leben voller Glück führt? Vor allem, indem man mit sich selbst im Reinen ist. Credit: IMAGO/ Addictive Stock

Lebensfreude erlernen: Mit diesen 3 Tipps klappt es

Halten wir fest: Grundsätzlich hat jeder Mensch, dessen Grundbedürfnisse erfüllt werden (und das ist leider keine Selbstverständlichkeit), die Möglichkeit, pure Lebensfreude zu spüren. Allerdings stehen wir uns dabei oft selbst im Weg. Wir sehen häufig das Negative. Gucken immer nur nach oben. Wollen höher, schneller und weiter. Wir verweilen zu selten und vergessen schlicht, uns mal wieder etwas Lebensfreude zu gönnen. Damit ist jetzt Schluss – und zwar durch folgende Tipps:

1. Stoppe das Grübeln

Wusstest du, dass es sogar einen guten Grund dafür gibt, dass wir ständig über alles Mögliche grübeln? Das ist nichts als der positive Versuch unsererseits ein Problem zu bewältigen und aus einem unterschwellig negativen Gefühl ein gutes werden zu lassen.

Allerdings kann man sich hierbei schnell in einer Spirale des Grübelns verfangen, die uns immer negativer denken lässt und kaum loslässt. Besser wäre es, das Problem daher aktiver anzugehen und uns zu fragen, was wir eigentlich wollen und was wir tun können, um das zu erreichen.

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Statt zu grübeln, solltest du deine Probleme lieber aktiv angehen. Credit: IMAGO/ Addictive Stock

2. Feiere Erfolge

Wann hast du das letzte Mal einen Erfolg erlebt? Hast du ein Projekt abgeschlossen, ein weiteres Jahr eine gesunde Beziehung aufrechterhalten, einen Vortrag gehalten oder gar einen Abschluss gemacht? Und hast du die großen wie auch die kleinen Erfolge anständig gefeiert?

Ich wette, bei den kleinen Erfolgen kommst du nun ins Stutzen. Dabei ist es ungemein wichtig, sich regelmäßig auf die Schulter zu klopfen und stolz auf sich zu sein. Feiere, worauf du stolz bist und übe dich auf diese Weise in Dankbarkeit.

Weiterlesen: Warum ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben dich langfristig glücklicher machen kann.

3. Streiche, was dir Kraft raubt

Glücklich sein gibt uns verdammt viel Energie, verlangt gleichzeitig aber auch nach einem Geist, der dafür offen ist. Wer jedoch ständig sorgengeplagt durchs Leben geht und sich Energie rauben lässt, arbeitet gegen seine Lebensfreude an. Und was raubt Energie?

Das kann zum einen ein ungeliebter Job sein, den man schon längst hinter sich lassen wollte. Das können aber auch toxische Menschen sein, die in eurer Beziehung nur nach ihrem Vorteil handeln. Hinterfrage also regelmäßig, was dir Energie raubt und entscheide für dich, wie viel du davon einzubüßen bereit bist.

Lebensfreude ist eine Frage der inneren Einstellung

Du möchtest selbstzufrieden und lächelnd durchs Leben gehen? Dann ist der erste Grundstein für deine Lebensfreude gelegt. Allerdings bedeutet es auch jede Menge Arbeit an sich selbst, mit innerer Balance und einer großen Portion Glücksgefühlen durchs Leben zu gehen. Zuletzt solltest du verinnerlichen, dass Lebensfreude nicht zustande kommt, wenn man alles Negative aussperrt. Vielmehr geht es darum, wie man Schlechtes annimmt und wie man damit arbeitet.

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