Dein Leben verändert sich stetig und ständig, es verläuft nicht linear. Du bist an einem Tag nie die selbe Person wie einen Tag zuvor. Jeden Tag lernst du etwas dazu und entwickelst dich weiter. Natürlich vergisst du auch manchmal Dinge, doch auch das trägt zu deiner Entwicklung bei.

Wir von wmn haben uns gefragt, wie man sein Leben aktiv verändern und in eine bestimmte Richtung verbessern kann. Welche Momente sind es, die wir beim Schopfe packen können? Es sind sogenannte Mirror Moments, die unser Leben verändern können.

Verändere dein Leben durch einen Mirror Moment

Bist du schon einmal an einem Punkt in deinem Leben angekommen, an dem du einfach nicht mehr weitermachen konntest? Hast du schon einmal gedacht: „Ich MUSS mein Leben ändern?“ Wenn ja, dann hast du bereits deinen Mirror Moment erlebt.

Fiktive Mirror Moments Beispiele

Wir zeigen dir zwei Beispiele für Mirror Moments, die bereits Leben verändert haben.

Ein Alkoholiker, der sein Leben lang auf der Arbeit wie auch Zuhause viel Alkohol trinkt, hat vielleicht das Gefühl, dass er sein Leben im Griff hat. „Vielleicht trinke ich ein bisschen mehr als andere, na und?“ denkt er sich. Sein Mirror Moment beginnt, wenn er mitten am Tage mit Alkohol am Steuer von einem Polizisten erwischt wird. In diesem Moment wird sein „normales“ Leben in Frage gestellt. Er bemerkt, dass sein Verhalten falsch und fatal gefährlich ist. Er muss sein Leben ändern.

Ein Magersüchtiger, der sich herunterhungert, bis er nur noch Haut und Knochen ist. Oder eine Bulimikerin, die die Kontrolle über ihr Essverhalten immer weniger im Griff hat, können ebenfalls lebensverändernde Mirror Moments haben. Sie schauen sich im Spiegel an und sehen: „Wenn ich so weitermache, werde ich verhungern“ oder „Wenn ich so weitermache, wird mir meine eigene Magensäure die Speiseröhre verätzen.“

Was ist dein Mirror Moment?

Mirror Moments können, aber müssen nicht durch einen Blick in den Spiegel ausgelöst werden. Metaphorisch halten sie dir immer den Spiegel vor. Wir von wmn haben ums umgehört, welche wirklichen Mirror Moments es bereits in unserem Freunden- und Bekanntenkreis gab.

Tanja, 23: „Ich vergaß mein Leben, weil ich ihn nicht vergessen konnte.“

Als mein Freund mich verließ, lag ich mehrere Tage im Bett und flennte. Ich war so verzweifelt, dass ich es nicht einmal schaffte, mich zum Einkaufen aufzuraffen oder mir etwas zu essen zu bestellen. Ich weiß, dass Liebeskummer immer schmerzhaft ist, doch es wurde einfach nicht besser. Je länger ich weinte, desto schlimmer wurde es.

Nach Wochen der Verzweiflung hatte ich einige Uni-Klausuren verhauen und hatte mich auch bei meinen Freunden schon viel zu lange nicht mehr gemeldet. Mein Mirror Moment war, als mir die erste Mahnungen ins Haus flatterten. Ich hatte über meine Trauer völlig vergessen meine Rechnungen zu bezahlen. Ich beschloss mein Leben zu ändern.

Zuerst löschte ich alle unsere Nachrichten und blockierte meinen Ex-Freund auf allen Kanälen. Danach räumte ich mein Leben auf, bezahlte meine Rechnungen und ging wieder in die Uni. Am Anfang ist es mir noch unfassbar schwergefallen. Nach einigen Wochen wurde es einfacher. Und jetzt habe ich bereits seit Monaten nicht mehr an ihn gedacht. Blockiert ist er trotzdem noch.

Irma, 55: „Ich wollte nicht so werden wie meine Mutter“

Ich wuchs in einem nicht sonderlich liebenden Elternhaus auf. Meine Mutter setzte sich niemals für mich ein, als mein Vater mich anschrie oder meinen Geschwistern übel mitspielte.

Als ich später meine Tochter bekam, war ich mir immer sicher: „Ich werde alles anders machen als meine Eltern.“ Als meine Tochter 16 war, zogen wir mit meinem festen Freund zusammen in ein Haus. Meine Tochter war nie sonderlich aufgeräumt und ließ oft ihre Sachen herumliegen. Mein Freund ließ sie das immer wieder spüren: Als sie einmal den Kaninchenstall nicht saubermachte, legte er ihr die Kaninchenköttel ins Bett.

Als sie mal ihre Turnschuhe herumliegen ließ, steckte er diese in einen Rucksack und versteckte sie. Sie wunderte sich natürlich, wo ihre Turnschuhe geblieben waren und fragte ihn danach. Doch mein Freund sagte, er wisse nicht, wo sie geblieben waren.

Das war mein Mirror Moment, an dem sich mein Leben veränderte: Wenn ich jetzt nichts tat, dann wäre ich wie meine Mutter. Ich packte unsere Sachen und zog nur wenige Wochen später mit meiner Tochter aus dem gemeinsamen Haus aus.

Was ist dein Mirror Moment? Schreib uns gerne an wmn@funkedigital.de und auch deine Story wird hier veröffentlicht.