Denkfehler unterlaufen uns täglich. Mehrmals. Wahrscheinlch sogar mehrmals in der Stunde. Niemand, wirklich niemand, kann sich davon freimachen. Doch wir können versuchen, die größten Denkfehler zu erkennen und ihnen mit etwas Übung aus dem Weg zu gehen.

Denkfehler erkennen & überwinden

Der Wirtschafter und Autor Rolf Dobelli beschreibt in seinem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ die 52 größten Denkfehler, die ihm in seiner Karriere untergekommen sind. Seitdem er sie erkannt hat, fällt es ihm viel einfacher, diesen Denkfehlern aus dem Weg zu gehen. Das ganze Buch kannst du auf Amazon kaufen (Werbung) oder dir als Hörbuch anhören.

Zum Glück gibt Rolf Dobelli sein Wissen an uns weiter, damit wir nicht immer wieder in die gleichen Fallen tappen. Einer der größten und wichtigsten Denkfehler unseres Alltags ist die sogenannte Swimmers‘ Body Illusision.

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Wunderschön im Schwimmanzug? Klaro! Aber woran liegt das wirklich? Credit: Foto: Deagreez /

Die Swimmers‘ Body Illusion

Der Denkfehler der Swimmers‘ Body Illusion ist einfach nachvollziehbar, wenn man sich die verschiedenen Körperformen verschiedener Sportler anschaut:

  • Menschen, die sehr viel joggen gehen, sehen oft dünn, drahtig und schlaksig aus.
  • Menschen, die für ihr Leben gerne Boxsport betreiben, sind weniger drahtig, sondern haben tiefliegende Muskelberge.
  • Menschen, die professionell schwimmen, sind ebenso muskulös, aber weniger schwer. Sie sehen „elegant“ aus.

So beschreibt es jedenfalls Rolf Dobelli in seinem Buch.

Der Denkfehler liegt genau hier begraben: Die professionellen Schwimmer:innen haben diesen „perfekten“ Körperbau nicht, weil sie so viel Schwimmtraining absolvieren. Ganz im Gegenteil: „Sie sind körperlich dafür prädestiniert, professionelle Schwimmer:innen zu werden. Sie sind gut, weil sie so gebaut sind. Ihr Körperbau ist ein Selektionskriterium, nicht das Resultat ihrer Aktivitäten.“ so schreibt es Rolf Dobelli.

Weitere Beispiele für die Swimmers‘ Body Illusion:

MakeUp tragen wir auf, um schöner auszusehen. Doch bewirkt Make-Up wirklich, dass wir so aussehen, wie die Models in der Werbung? Natürlich nicht. Es sind nicht die Kosmetika, die Models zu schönen Menschen machen. Rolf Dobelli schreibt: Models sind zufälligerweise als „schöne Menschen“ geboren und kommen nur deswegen überhaupt in Frage für Kosmetika Werbung zu machen. Der Denkfehler ist offensichtlich und wird von der Werbeindustrie nur allzu gern genutzt.

Was ist eigentlich schön und was ist hässlich? In unserem Podcast stellen wir uns den heutigen Schönheitsidealen.

Harvard ist eine der renommiertesten Unis der ganzen Welt. Aber ist sie auch eine gute Uni? Wir wissen es nicht. In Harvard werden nämlich nur Studierende angenommen, die ohnehin willensstark, schlau und belesen sind. Natürlich werden sie auf einer Uni wie Harvard glänzen. Das macht Harvard zu einer wirklich außergewöhnlich guten Uni: Das harte Auswahlverfahren.

Ist dir dieser Denkfehler auch schon unterlaufen?

Die Swimmers‘ Body Illusion kann jede:r haben, der oder die keinen Einblick „hinter die Kulissen“ eines Umstands hat. Doch zu hinterfragen, warum Make-Up Models so schön macht und warum Schwimmer:innen eigentlich so eine ideale Körperform haben, kann einem sehr viel psychischen Druck ersparen. Versuche, diesen Denkfehler aus deinem Leben zu streichen und du wirst feststellen: Es wird dir leichter fallen, dich selbst zu akzeptieren.