Die Geschichte des Rasierens geht bis hin ins frühe Zeitalter. Das alles, bis im 21. Jahrhundert die Plastikrasierer den Markt übernahmen. Heutzutage kommt es dann allerdings zum Konflikt: Die ökonomischen Aspekte des Rasierens beißen sich mit der Nachhaltigkeit, denn: Plastikrasierer bedeuten unglaublich viel Müll. Mehr zu dem Thema Rasieren und welche Hürden die Entwicklung mittlerweile aufweist, erklären wir die hier. 

Rasieren solltest du überdenken 

Um auf das Problem genauer einzugehen, müssen wir einen Blick auf die USA werfen. Denn: Die USA importiert fast eine halbe Milliarde Rasierapparate pro Jahr. Das macht sie zum größten Importeur für Rasierklingen. Der durchschnittliche Konsument verbraucht demnach 12 Rasierer pro Jahr. Wieso das so wichtig ist? Die Rasierindustrie wird von mehreren Unternehmen beherrscht, die jedes Jahr Milliarden von Dollar einnehmen. Tatsächlich ist die Mehrheit der heute auf dem Markt befindlichen Rasierer eher auf Profit als auf Nachhaltigkeit und Erschwinglichkeit ausgelegt. 

Das Magazin Visual Capitalist hat sich das Problem des Rasierens genauer angeschaut und ist dabei auf interessante Erkenntnisse gestoßen. Die Branche hatte 2021 einen Wert von 17 Milliarden Dollar und wird laut Prognosen bis 2030 um 17 % auf 20 Milliarden Dollar anwachsen. Innerhalb dieses großen Marktes sind die USA ein wichtiger Akteur.  

Frau streckt Beine aus Fenster
Falls du dich rasierst, solltest du auf die Umwelt achten. Foto: Pexels / The Lazy Artist Gallery

Wie viel Abfall entsteht beim Rasierer-Kauf? 

Wie sich laut Visual Capitalist herausstellt, entsteht eine ganze Menge Müll. Die jährlich weggeworfenen 2 Milliarden Rasierer bedecken eine Fläche von 700 Hektar – wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Einwegrasierer (ohne Griff) eine Größe von etwa 3 cm mal 1 cm hat.  

Der finanzielle Aspekt des Rasierens 

Die andere Ineffizienz betrifft das Portemonnaie der Verbraucher – dein Portemonnaie. Auf den ersten Blick scheinen Einwegrasierer deutlich billiger zu sein. Das stimmt allerdings nicht so ganz. Während Einwegrasierer anfangs billiger sind, werden sie mit der Zeit allerdings immer teurer. Die meisten Verbraucher bemerken dies nicht, aber sie zahlen im Laufe ihrer Lebensdauer möglicherweise 5-10 Mal mehr als für Sicherheitsrasierer. 

Andererseits erfordern Sicherheitsrasierer eine höhere Anfangsinvestition, werden aber im Laufe der Monate und Jahre immer billiger. Wie ist das möglich? Ein Einwegrasierer kostet auf den meisten Märkten zwischen 2 und 4 Dollar, das sind umgerechnet zwischen 1,96 und 3,91 Euro. Während eine Sicherheitsrasierklinge nur einen Bruchteil davon kostet, nämlich etwa 10 bis 20 Cent. Außerdem halten beide im Durchschnitt 7 Rasuren lang. 

Über die Jahre hinweg betrachtet bedeutet das folgendes:  Bei denjenigen, die sich täglich rasieren, werden die Sicherheitsrasierer ab der 35. Woche billiger, während diejenigen, die sich zweimal pro Woche rasieren, die Einsparungen um die 115. Da sich die Menschen im Durchschnitt 3.000 Stunden im Leben rasieren, bedeutet der Zinseszinseffekt eine enorme Kostenersparnis für den Verbraucher, egal wie oft er sich rasiert. 

Die Psychologie hinter den finanziellen Aspekten 

Wieso ist die finanzielle Entscheidung beim Rasieren eigentlich so wichtig? Es gibt zwei psychologische Phänomene, die bei der finanziellen Entscheidungsfindung für die Rasur eine Rolle spielen. 

Frau cremt Beine ein
Zu welchen Produkten du greifst hat meistens Gründe. Foto: Pexels / cottonbro

1. Der Ausstattungseffekt  

Dieser Effekt besteht darin, dass Verbraucher einem Gegenstand, den sie besitzen, einen höheren Wert beimessen als einem Gegenstand, den sie nicht besitzen. Der Ausstattungseffekt besagt, dass wir unseren Besitztümern eine positive psychologische Tendenz zuschreiben. In Bezug auf die Rasur bedeutet dies, dass die Verbraucher ihren eigenen Rasierapparat eher positiv bewerten als Alternativen. 

2. Die Sunk Cost Fallancy 

Diese besagt, dass Menschen nur ungern ein Verhalten aufgeben, wenn sie bereits Zeit oder Geld in dieses Verhalten investiert haben. Für Rasierer kann dies bedeuten, dass sie an einer minderwertigen Rasiermethode oder einem minderwertigen Rasierprodukt festhalten, weil sie bereits Zeit oder Geld in die Anschaffung des Produkts investiert haben, so dass sie nicht bereit sind, sich zu ändern und potenziell bessere Methoden zu akzeptieren. 

Diese psychologischen Faktoren tragen dazu bei, dass die großen Rasierunternehmen profitable Kunden auf Lebenszeit gewinnen. 

Fazit: Deshalb solltest du deinen Denkfehler beim Rasieren vermeiden 

Wenn du dich also demnächst dazu entscheidest, einen Rasierer zu kaufen, überlege lieber im Vorhinein, welche Option die nachhaltigste ist. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für deinen Geldbeutel. Denn wenn du denkst, dass Einwegrasierer auf Dauer die günstigste Variante sind, besagen die Berichte das genaue Gegenteil. 

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