McDonald’s wird mal wieder verklagt. So etwas Besonderes ist das nicht, denn die Fast Food-Kette hat es immer mal wieder mit entnervten Kund:innen und harscher Kritik zutun. Dieses Mal geht es aber um eine Klage, die ziemlich lächerlich klingt. Eine Frau aus Russland hat sich von der McDonald’s-Werbung so getriggert gefühlt, dass sie ihr Fasten gebrochen hat. Nun verklagt sie den Konzern auf Schadenersatz. Immerhin hat sie ihre religiöses Fasten für einen Cheeseburger an den Nagel gehängt.

McDonald’s: Diese Werbung hat die Frau getriggert

Werbung zielt extra darauf ab, unser Verlangen nach den beworbenen Produkten zu verstärken. Die Werbetreibenden spielen mit unseren Bedürfnissen und unseren Sinnen. Die Fast Food-Kette McDonald’s ist da keine Ausnahme. Sie hat es mit ihrer Werbung geschafft, sich

Eine Frau aus Russland hat Klage gegen die Fastfood-Kette McDonald’s eingereicht. Der Grund: Eine Cheeseburger-Werbung habe sie dazu verführt, ihr religiöses Fasten zu brechen. 

Die Frau war eine katholische Christin, die bereits seit 16 Jahren jedes Jahr zu Ostern 40 Tage lang fastet. Sie stammt ursprünglich aus Sibirien, wo die christliche Fastenzeit zum Alltag vieler Menschen gehört. Allerdings wurde sie sehr schnell davon abgelenkt, als sie die Werbung für den Cheeseburger von McDonald’s erblickte. Sie ging direkt in die nächste Filiale und besorgte sich einen Snack.

Ich habe einen Monat lang gefastet, aber nachdem ich die Werbung gesehen hatte, konnte ich nicht mehr anders. Ich besuchte einen McDonald’s und kaufte einen Cheeseburger.

McDonald’s-Klägerin

Deswegen wurde McDonald’s verklagt

Eigentlich ist es nicht schlimm, sich hin und wieder von McDonald’s zu einem kleinen Burger verführen zu lassen. Das hat noch keinem geschadet. Nur, wenn es zu viele Burger in zu kurzer Zeit werden, kann es problematisch werden und Krankheiten wie Diabetes bedingen.

Dennoch war die russischstämmige Frau so erbost über den McDonald’s-Werbung, dass sie den Konzern kurzerhand verklagte. 16 Jahre lang hatte sie 40 Tage am Stück erfolgreich gefastet und nun war sie mit einem Dilemma konfrontiert: Sie hatte einfach aufgegeben. McDonald’s hatte sie ihrer Meinung nach zum Cheeseburger gezwungen.

Der Cheeseburger von McDonald’s ist deswegen eine Sünde für Fastende, da er als Fast Food gilt. Viele Menschen fasten aber auch nur auf Süßigkeiten, Sex oder das Rauchen. Eigentlich ist die Fastenzeit dazu da, um sich auf sich selbst zu besinnen und psychisch zur Ruhe zu kommen. Das ist der Russin allerdings nicht möglich gewesen.

Die Anklage wurde wie folgt begründet: Es liege ein Verstoß gegen den Verbraucherschutz vor. Die Frau bat das Gericht inständig, den Vorfall genau zu untersuchen. Sie will untersucht sehen, inwieweit McDonald’s gegen die Regeln des Verbraucherschutzes verstößt. Das Unternehmen soll gut 1.000 Rubel an Schadenersatz zahlen. Umgerechnet sind das gut 11,50 €.

Und die Frau könnte sogar durchaus Recht bekommen, denn sie beruft sich auf das Gesetz zur Kriminalisierung von Handlungen, die „die religiösen Gefühle von Gläubigen beleidigen“. Wladimir Putin hat dieses Gesetz im Jahre 2013 selbst unterzeichnet.

Plant Lettuce Tomato-Burger
Hin und wieder ist ein MdConald’s-Burger okay. Aber nicht zur Fastenzeit.. Foto: / Unsplash

Geht es jetzt McDonald’s an den Kragen?

Kann McDonald’s durch solche und andere Klagen dazu gebracht werden, endlich weniger irreführende und verführerische Werbung zu machen, die die Menschen in die Fettleibigkeit treibt? Wahrscheinlich nicht. Dennoch ist es ein interessantes politisches Statement der Frau, die heute weißt, dass sie der Macht der Cheeseburger-Werbung voll und ganz ausgeliefert ist.