Studien beweisen, dass wir uns alle zunehmend gestresst fühlen. Häufiger Grund dafür ist der anhaltende Leistungsdruck – erst in der Schule, später in der Ausbildung und danach in der Arbeit. Aber auch die Pandemie und kriegerische Auseinandersetzungen auf der Welt tun ihr Übriges. Das Problem ist, dass Stress auf Dauer krank macht. Daher sollten wir alles daransetzen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das kann durch Entspannungsübungen, aber auch durch die richtige Ernährung gelingen. Daher zeige ich dir hier gleich sechs Lebensmittel, die nachweislich Stress reduzieren können.

Der Stresspegel der Gesellschaft steigt

Anhaltender, negativer Stress kann krank machen. Das konnten verschiedene Studien bereits belegen. Dabei ist (positiver) Stress im ersten Moment gar nichts Schlechtes, sondern evolutionär betrachtet sogar verdammt nützlich. So versetzte er unsere Vorfahren bei einem Rascheln im Gebüsch beispielsweise in die typische Kampf- oder Fluchtreaktion und rettete ihnen mitunter das Leben, wenn ein Säbelzahntiger im Anmarsch war.

Schlägt positiver Stress, den wir heute eher während einer Prüfung statt aufgrund eines sich anbahnenden Säbelzahntigers verspüren, jedoch in negativen Stress um, kann das gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Immer dann, wenn wir das Gefühl haben, einer Situation nicht gewachsen zu sein und sie als bedrohlich empfinden, sind wir gestresst. Hält dieser Stresspegel an, bleibt unser Kortisolspiegel also auf einem Allzeithoch und das kann zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Diabetes) und zu erhöhtem Blutdruck (Herzinfarkt, Schlaganfall) führen. Auch nimmt die Infektanfälligkeit sowie die Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen (Angststörung, Depression) zu.

Laut der TK-Stressstudie „Entspann dich, Deutschland“ aus dem Jahr 2021 geben zwei Drittel der Deutschen an, sich manchmal diesem Stress ausgesetzt zu fühlen. 26 % meinen sogar, dass sie dauerhaft gestresst sind. Die Zahlen steigen dabei im Vergleich zu den Vorjahren konstant an.

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Immer mehr Menschen fühlen sich immer häufiger gestresst und leben den Drahtseilakt zwischen Entspannung und einem Leben auf Hochtouren. Foto: imago images/Addictive Stock

Diese 5 Lebensmittel sollen Stress reduzieren

Natürlich wird eine gesunde Ernährung allein deinem Stress keinen Einhalt gebieten können. Hierfür musst du zum einen an deiner Einstellung zum Stress (Lazarus-Stressmodell) und an deiner Lebensweise etwas ändern.

Baue Pausen in deinen Tag ein, genehmige dir Entspannung, treibe Sport, übe dich in positiven Affirmationen und sorge für ausreichend Schlaf. Tatsächlich wird aber auch einigen Lebensmitteln nachgesagt, dass die bei der Stressreduktion unterstützen könnten. Folgende fünf solltest du als dauergestresster Mensch daher immer zu Hause haben:

1. Avocados

Zugegeben: Avocados sind in Sachen Nachhaltigkeit, nicht die beste Frucht. Sie verschlingen Unmengen an Wasser und legen weiter Transportwege zurück. So sollte man sie nur selten genießen. Und doch dürfen sie auf unserer Liste stressreduzierender Lebensmittel keinesfalls fehlen. Die grüne Superfrucht ist nämlich reich an B-Vitaminen, Magnesium und Kalium. Diese Nährstoffe tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei und verringern Müdigkeit.

2. Hülsenfrüchte

Linsen, Kichererbsen und Erbsen sind die idealen Lebensmittel gegen Stress. In ihnen steckt Kalium, Magnesium, Eisen und Zink. Zudem sind sie prall gefüllt mit wertvollen B-Vitaminen, welche vor Ermüdung schützen und uns so konzentriert arbeiten lassen.

3. Bananen

Bananen sollen nachweislich Stress reduzieren, die Nerven beruhigen und gute Laune herbeiführen. Sie sind reich an Vitamin A, B6 und C sowie an Kalium. Dieses Mineral kann zum Abbau von Spannungen beitragen, indem es den Herzschlag reguliert und Sauerstoff ins Gehirn schickt. Das Vitamin B beruhigt zudem das Nervensystem.

Hinzu kommt, dass Bananen voll von Tryptophan sind, welches im Körper zu Serotonin umgewandelt wird. Dieser Neurotransmitter spielt eine wichtige Rolle für unsere Stimmung, unseren Schlaf sowie unseren Appetit. Ist der Serotoninspiegel niedrig, kann das zum Beispiel zu Migräne, Angst, Aggressivität oder gar Depressionen führen.

Banane Frühstück Porridge
Bananen machen aufgrund der Tryptophane glücklich und lösen Stress! Foto: Imago Images/ Westend61

4. Nüsse

Auch Nüsse dürfen auf der Liste an Lebensmitteln, die Stress reduzieren, nicht fehlen. Sie sind reich an Magnesium und B-Vitaminen, die sich positiv auf das Nervensystem auswirken. Zudem sind sie reich an Omega-3-Fettsäuren, welche dem Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und die Gehirnfunktion unterstützen können.

Laut einer US-amerikanischen Studie rund um Sheila West von der Pennsylvania State University sollen vor allem Walnüsse vor zu hohem Blutdruck und zu viel Stress schützen. Das liege der Forscher:innen zufolge am hohen Gehalt der Antioxidantien und der ungesättigten Fettsäuren in den Nüssen.

5. Kakao

Vor allem dunkle Schokolade weist einen sehr hohen Kakaoanteil auf und darf daher sogar täglich in geringen Mengen verzehrt werden. So soll dunkle Schokolade nachweislich die Flexibilität der Gefäße verbessern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und sogar das Gedächtnis fördern. Wesentlich dafür sind die im Kakao enthaltenen Flavonoide.

So konnte in einem Versuch beispielsweise gezeigt werden, dass sich Proband:innen nach dem Verzehr einer halben Tafel Schokolade voll von Flavonoiden zwar subjektiv gestresst fühlten. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die eine Placebo-Schokolade ohne Flavonoide bekam, zeigten die Blutwerte jedoch deutlich weniger Kortisol und Adrenalin im Blut an. Je mehr Flavonoide man im Blut hat, desto geringer sind die Auswirkungen des Stresses auf den Körper.

Flavonoide reduzieren, so vermuten die Forscher:innen, die Freisetzung der Stresshormone. Das könnte folglich auch das Herz-Kreislauf-System schützen, da dieses auf diese Hormone reagiert. Ein paar Stücke dunkle Schokolade am Tag sind demnach nicht nur als Genuss, sondern Gesundheitsprävention zu verstehen!

6. Haferflocken

Haferflocken sind voll von Magnesium, Kalium und Kalzium. Ihr Verzehr fördert nicht nur den Schlaf, auch regen die enthaltenden Ballaststoffe die Verdauung an. In stressigen Zeiten sind die ideal, da sich die enthaltenden B-Vitamine sowie das Magnesium positiv auf unser Nervensystem auswirken. Zuletzt enthalten auch sie das entspannende Tryptophan.

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