Wie gerne würden wir uns manchmal den Kopf abschrauben, ihn von innen einmal durchspülen und wieder frisch aufsetzen – ohne höllische Schmerzen, die sich anfühlen, als würde ein Presslufthammer sein Unwesen treiben. Wer an Migräne leidet, wird nun wissen, wovon wir sprechen – und das sind mit 14 % der Frauen nicht gerade wenige. Doch was ist Migräne eigentlich?

Migräne ist keine billige Ausrede, sondern Höllenschmerz

Bei dieser neurologischen Erkrankung treten Kopfschmerzen in Anfällen auf. Diese sind gekennzeichnet durch einen pulsierenden Schmerz, der meist nur auf einer Kopfseite auftritt und sich auf den Bereich um Augen, Stirn sowie Schläfen beschränkt. Ein Anfall kann sich bis zu 72 Stunden hinziehen, wenngleich der Schmerz durch Medikamente unterdrückt werden kann. 

Aprospos Medikamente: Migräne ist zwar behandelbar, nicht aber heilbar. Wie du deine Migräne dennoch akut und vorbeugend loswirst, liest du hier.

Bewegung, Licht, Lärm und Gerüche verschlimmern die Symptome häufig, die dann über den starken Kopfschmerz hinausgehen: Appetitlosigkeit, Übelkeit und nicht enden wollendes Übergeben sind die Begleiterscheinungen der Migräne, die einen normales Leben mehr als erschweren. Wer letztlich mehr Schmerztage als schmerzfreie Tage hat, leidet an chronischer Migräne.

Frau Aura
Migräne kann mit oder ohne Auftreten. Zweiteres ist häufiger der Fall.

Migräne mit & ohne Aura

Es gibt Migräne mit und ohne Aura. Aura von Aurora, der Göttin der Morgenröte. Nur, dass diese Morgenröte alles andere als schön ist. Denn noch bevor der eigentliche Migräneschmerz einsetzt, erscheint die Aura, hält sich 20 bis 30 Minuten und kann uns in dieser Zeit eine Heidenangst einjagen. Jedoch haben nur 20 % der Betroffenen Erfahrungen mit der Aura, die einer Migräne vorausgeht. 

Während der Aura treten Sehstörungen auf (Lichterscheinungen, Flimmern, Zickzacklinien etc.), Schwindel kann uns überkommen, ein Kribbeln im Körper entstehen, uns können die Worte durch Sprach- und Wortfindungsstörungen ausgehen, Konzentrationsschwierigkeiten können auftreten und auch Müdigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit ist nicht selten. 

Frau
Migräne wird vererbt und tritt meist schon nach der Pubertät auf.

Migräne: eine Volkskrankheit?

Sieben Prozent der Männer und 14 % der Frauen haben regelmäßige Migräneattacken, wobei jede fünfte Frau in ihrem Leben Erfahrungen mit dem Migräneschmerz machen wird. Besonders betroffen sind Menschen zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr, wenngleich die Migräne sich meist direkt nach der Pubertät bemerkbar macht. Zudem wird Migräne in der Familie vererbt, sprich: Es gibt eine genetische Veranlagung für Migräne. 

Wie kündigt sich Migräne an?

Wer an Migräne ohne Aura leidet, hat es mit viel diffuseren Vorboten, als der Aura zu tun. Wer über Jahre damit zu kämpfen hat, wird seinen Körper kennen und vielleicht selbst schon einige dieser Vorboten an sich entdeckt haben

  • Starke Müdigkeitserscheinungen, mehrfaches Gähnen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lustlosigkeit, Abgeschlagenheit, Gefühl von Schwäche
  • Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • erhöhte Licht- und Lärmempfindlichkeit

Aber auch: 

  • Sprudelnde Kreativität
  • Antrieb & Rastlosigkeit
  • Ausgeprägtes Durchhaltevermögen
  • Heißhungerattacken

Gehirn
Bei einer Migräne sind die Nervennetze überfordert und reagieren mit Entzündung.

Was passiert bei der Migräne in unserem Kopf?

Was genau in unseren Köpfen passiert, wenn sich eine Migräne anbahnt, ist bisher nicht gänzlich geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass es zu einer Überforderung der Nervennetze kommt. Nervenenden die Kopf und Gesicht versorgen treten den Prozess los, den man neurovaskuläre Entzündung nennt. 

Und was entzündet sich? Die Blutgefäße im Gehirn. Diese sorgen dann auch für den Höllenschmerz, der ein klares Denken kaum noch zulässt. Die Blutgefäße erweitern sich und lassen Botenstoffe durch, die Schmerzsignale zuverlässig weiterleiten. 

Frau Schmerzen
Zu viel Rotwein, zu wenig Kaffee? Eine Migräneattacke kennt viele Gründe.

Was tritt diesen Prozess an?

Die Ursachen einer Migräne sind vielfältig und unterscheiden sich von Person zu Person. Sie werden auch Trigger genannt: 

  • Stress (Diese Stresssymptome solltest du kennen.)
  • Schlafmangel
  • Zu wenig getrunken & gegessen
  • Hormone (Menstruation und hormonelle Verhütung)
  • Reizüberflutung

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Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz

Wer Kopfschmerzen hat, wird das auf beiden Seiten des Kopfes bemerken. Migräne macht sich nur auf einer Seite durch den pulsierenden und stechenden Schmerz bemerkbar. Zudem werden Kopfschmerzen auch nur selten mit Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergehen. Kopfschmerzen lassen sich durch Bewegung und Sport akut bekämpfen lassen, nicht so die hartnäckige Migräne. 

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