Die einen schwitzen unter den Achseln, den anderen steht der Schweiß auf der Stirn. Woran liegt es, dass man an bestimmten Stellen besonders viel schwitzt? Und kann Schweiß auf der Stirn noch andere Ursachen haben?

Schweiß auf der Stirn: Ab wann ist es zu viel?

Anekdote von letztem Jahr: Es war ein warmer Sommertag, als ich mit dem Fahrrad zum Impfzentrum fuhr, um mir meine zweite Corona-Schutzimpfung abzuholen. Am Eingangsbereich wurde mithilfe eines Stirnthermometers Fieber gemessen, um mögliche Verdachtsfälle auszuschließen. Nur bei mir wollte das Thermometer einfach nicht funktionieren. Bis mich der freundliche Herr am Einlass darauf hinwies, mir doch mal den Schweiß von der Stirn zu wischen. Danach klappte es ganz hervorragend. Temperatur: 35,8! Mein Körper kühlte mich anscheinend runter wie ein Kühlschrank.

Mal ganz abgesehen davon, dass es ganz schön unangenehm ist, vor anderen Menschen auf seine verschwitzte Stirn hingewiesen zu werden, habe ich mich in diesem Moment wirklich gefragt: Wie viel Schweiß auf der Stirn ist eigentlich normal?

So viel Schweiß auf der Stirn ist normal

Das kommt letztendlich auf die Ursachen an. Sind die Außentemperaturen hoch und hat man sich körperlich betätigt – was in meinem Fall beides zutraf – ist es völlig normal und auch wichtig, zu schwitzen. Dadurch kühlt der Körper ab und hält trotz Hitze von außen seine gewohnte Temperatur.

Dass die einen mehr Schweiß auf der Stirn haben und die anderen eher über nasse Fußsohlen klagen, kann genetisch veranlagt sein. Manche Schweißdrüsen sind einfach aktiver als andere. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Auch häufiges Haarewaschen kann die Schweißdrüsen an Kopf und Stirn anregen.

Diese Ursachen können hinter Schweiß auf der Stirn stecken

Übermäßiger Schweiß auf der Stirn kann jedoch auch eine Reihe von Ursachen haben, die auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Diese solltest du unbedingt ausschließen. Dazu gehören:

  • Krankheiten, z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Krebs, Parkinson, Gicht
  • Einnahme von Medikamenten, z. B. Hormonpräparate und Schmerzmittel
  • Niedriger Blutzuckerspiegel, wenn beispielsweise eine Mahlzeit ausgefallen ist
  • Psychische Belastungen, z. B. durch permanenten Stress, Anspannung oder Nervosität
  • Alkohol und Nikotin
  • Ungesunde Ernährung, beispielsweise stark gewürzte Speisen, fettige und schwer verdauliche Gerichte

Das kannst du tun bei zu viel Schweiß auf der Stirn

Wenn du die Vermutung hast, dass eine gesundheitliche Ursache hinter deinem vermehrten Schwitzen an der Stirn stecken könnte, solltest du sicherheitshalber mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.

Zudem kann es hilfreich sein, deinen Lifestyle zu überdenken: Bist du oft gestresst und gönnst dir selten Pausen? Trinkst du viel Alkohol oder bist Raucher:in? Greifst du häufig zu Fertigprodukten (diese sind stark gewürzt und enthalten viel Salz) oder kochst gerne deftig mit viel Fett?

Hyperhidrose facialis: Krankhaftes Schwitzen an Kopf, Stirn und Gesicht

Trifft keine der Ursachen zu und du schwitzt schon bei leichter körperlicher Betätigung und nur gering erhöhter Außentemperatur, kann das auch auf krankhaftes Schwitzen hindeuten. Diese Krankheit nennt sich Hyperhidrose und kann an verschiedenen Körperstellen – einzeln oder in Kombination – auftreten.

Jede:r zehnte Hyperhidrose-Patient:in leidet unter Hyperhidrose facialis. Dabei treten die Symptome insbesondere am Kopf bzw. im Gesicht auf. Grund für die unnatürlich hohe Schweißproduktion ist ein Teil des Hypothalamus im Hirmstamm. Dieser reagiert auf kleinste Temperaturschwankungen mit einer enorm hohen Schweißproduktion.

Behandelt wird Hyperhidrose mit Medikamenten, Salben und Sprays. Ist die Krankheit besonders ausgeprägt, können auch Botox-Injektionen an den betroffenen Stellen sinnvoll sein. Das Nervengift vermindert die Übertragung von Nervenimpulsen zu den Schweißdrüsen. So wird die Schweißbildung reduziert.

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Was du gegen Schweiß auf der Stirn tun kannst

Auch wenn keine gesundheitlichen Ursachen vorliegen, kann Schweiß auf der Stirn echt nervig sein. Zum Glück gibt es einige Hausmittel und Tricks, die gegen die erhöhte Schweißbildung wirken können.

  1. Viel Wasser trinken, um den Körper vor Dehydrierung zu schützen
  2. Konsum von Milchprodukten einschränken, da diese die Talgproduktion erhöhen können
  3. Austrocknende Pflegeprodukte vermeiden, da die Haut sonst mit einer Überproduktion von Öl reagiert
  4. Babypuder verwenden, es hat einen trocknenden Effekt
  5. Aufgüsse mit erkaltetem Salbeitee, der auf die Stirn getupft oder in die Kopfhaut einmassiert wird, können ebenfalls helfen.

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