Leitungswasser trinken
Leitungswasser trinken: Wann du es nicht tun solltest Foto: vitapix/ istock / vitapix/ istock

Wenn uns der Durst überkommt, greifen wir zum Glas und halten es einmal kurz unter den Wasserhahn im Waschbecken. Und zack, ist der einfachste und günstigste Durstlöscher schon fertig. Viele von uns trinken das Wasser aus dem Hahn täglich. Denn in Deutschland hat es einen sehr guten Ruf. Zurecht? Und wie gut ist es wirklich, Leitungswasser zu trinken

wmn klärt kurz und knapp auf.

Leitungswasser trinken oder doch lieber Mineralwasser?

Wasser gehört in Deutschland zu den am besten geprüften und überwachten Lebensmitteln und ist damit sehr sicher.

Wasser muss aber natürlich nicht nur aus dem Wasserhahn stammen. Es gibt es auch zu kaufen. Und manch einer fragt sich da, ob das teurere Mineralwasser nicht besser ist. 

Doch es kann sich tatsächlich öfter lohnen, Leitungswasser zu trinken. Denn:

  • Leitungswasser ist günstiger als gekauftes Wasser
  • Der Mineralstoffgehalt zwischen den beiden unterscheidet sich nicht stark
  • Und auch Mineralwasser ist nicht das non plus ultra. So fand die Öko-Test hohe Werte an Uran, Arsen und Keimen in dem Wasser und Rückstände von Pestiziden und Nitraten
  • Oft enthält Leitungswasser sogar weniger Rückstände als Mineralwasser
  • Hinzukommt, dass manche Experten davor warnen, dass die Chemikalien aus den Plastikflaschen ins Wasser übergehen können und so in unseren Stoffwechsel eingreifen. Diese Wirkung ist jedoch höchst umstritten

Wann du Leitungswasser lieber nicht trinken solltest

Nun wissen wir also, dass wir in Deutschland prinzipiell immer Leitungswasser trinken können. Doch es gibt einige Ausnahmen. Zum Beispiel wenn wir auf einer öffentlichen Toilette sind. Denn hier gehen viele verschiedene Menschen auf die Toilette und fassen danach den Wasserhahn an, um sich die Hände zu waschen. Mögliche Keime gelangen so sehr schnell an den Hahn und von dort an unsere Hände.

Leitungswasser trinken
Leitungswasser trinken: Hierzulande ist das kein Problem(Photo: Izabela Habur/ istock)

Und auch in sehr alten Häusern gibt es teilweise Verunreinigungen in den Rohren. Sodass sich Schadstoffe, wie Cadmium, Blei, Nickel oder Kupfer lösen und ins Wasser gelangen können. Wer sich unsicher ist, ob das eigene Haus betroffen ist, kann sich auch an das Gesundheitsamt wenden. Das Amt kann euch nämlich die Kontaktdaten von Trinkwasserlaboren geben, an die ihr Wasserproben schicken könnt.

Und: Ihr solltet das Leitungswasser nicht trinken, wenn es davor sehr lange stand. Sonst droht eine Verkeimung und es könnten sich Schadstoffe aus den Armaturen lösen. Wer also aus dem Urlaub zurück kommt oder morgens nach dem Aufstehen ein Glas Wasser trinken will, sollte laut der Verbraucherzentrale den Wasserhahn für circa 30 Sekunden laufen lassen und warten, bis kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Aber: Selbst wenn ihr das nicht tut, werden die Grenzwerte für schädliche Stoffe nicht so weit überschritten, dass gesundheitliche Gefahren drohen.

Und was ist mit der Umwelt?

Doch für welches Wasser ihr euch entscheidet, hat auch Einfluss auf die Umwelt. Denn allein im letzten Jahr wurden circa eine Milliarde Liter Wasser nach Deutschland importiert. Diese Transportwege führen dazu, dass mehr CO₂ verbraucht wird. Und das summiert sich natürlich: Mineralwasser soll bis zu 600 Mal klimaschädlicher sein als Leitungswasser. Außerdem wird Mineralwasser oft in Plastikflaschen verkauft und hat damit natürlich auch eine schlechte Umweltbilanz.

Hinzukommt, dass in den Wasserflaschen sogar Mikroplastik gefunden wurde. Welche Folgen das für unsere Gesundheit haben kann, ist noch nicht abschließend geklärt.

Fazit: Leitungswasser trinken ist vollkommen okay

Wer gerne Leitungswasser trinkt, kann es auch in Zukunft weiter tun. Lediglich wenn das Wasser lange stand, sollten wir es erst ein paar Sekunden laufen lassen, ehe wir es trinken.

Im Endeffekt haben wir keinen gesundheitlichen Nachteil, wenn wir Leitungswasser trinken. Ob wir uns für Mineral- oder Leitungswasser entscheiden, macht aber für die Umwelt einen enormen Unterschied.

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