Sicher hast du schonmal Leitungswasser getrunken und festgestellt, dass es nicht ganz klar ist. Das liegt jedoch nicht daran, dass es verschmutzt ist, sondern daran, dass dieses Leitungswasser sehr kalkhaltig ist. Insbesondere um kalkhaltiges Trinkwasser ranken sind einige sehr negative Mythen. In diesem Artikel klären wir jedoch endgültig die Frage, ob Kalk ungesund ist.

Was ist Kalk im Trinkwasser?

Kalk ist eigentlich nur der umgangssprachliche Ausdruck für Calciumcarbonat, eine chemische Verbindung von Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Dieses Calciumcarbonat ist im Boden enthalten. Kommt das Grundwasser dann an das Gestein im Boden, verbinden sich Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff mit dem Wasser und es entsteht Calciumhydrogencarbonat.

Das klingt kompliziert, bedeutet jedoch lediglich, dass in unserem Grund- und Trinkwasser jetzt auch Calcium enthalten ist. Dadurch erscheint auch das Leitungswasser manchmal etwas trüb. Was wir umgangssprachlich also als kalkhaltiges Wasser bezeichnen, ist in Wirklichkeit Wasser mit einem hohen Härtegrad.

Kalk ungesund
Kalk ist alles andere als ungesund. Lies hier, was die Gründe dafür sind. Foto: imago images/Westend61

Ist Kalk ungesund? 3 Kalk-Mythen, die nicht stimmen

Insbesondere da das Leitungswasser in letzter Zeit immer mehr an Beliebtheit gewinnt, ist es wichtig zu klären, ob Kalk beziehungsweise kalkhaltiges Wasser nun gesund ist oder nicht. Es gibt schließlich immer noch viele Mythen, die hartes Wasser in ein sehr schlechtes Licht rücken. Aus diesem Grund sind diese drei Kalk-Mythen nicht wahr:

1. Mythos: Kalkhaltiges Wasser schadet dem Herzen

Schon seit geraumer Zeit besteht das Gerücht, Kalk schade dem Herzen. Genauer gesagt soll das Trinken von sehr kalkhaltigem Wasser für die Verkalkung der Herzkranzgefäße verantwortlich sein. Klingt ja auch erstmal logisch, schließlich kommt in beiden Wörtern der Begriff Kalk vor.

In Wahrheit ist das aber natürlich ein Mythos, der so gar nicht stimmen kann. Kalkhaltiges Trinkwasser und Herzkrankheiten, beziehungsweise die Verstopfung der Herzkranzgefäße, stehen in keinem Zusammenhang zueinander. Stattdessen sind es vielmehr andere Angewohnheiten wie beispielsweise regelmäßiges Rauchen oder auch starkes Übergewicht, die solche Herzkrankheiten begünstigen.

2. Mythos: Kalkhaltiges Wasser muss gefiltert werden

Auch diese Aussage hört man immer wieder: Kalkhaltiges Wasser muss immer gefiltert werden. Aber stimmt das? Tatsächlich nicht – zumindest nicht aus gesundheitlicher Sicht. Denn wie du bereits gelernt hast, schadet kalkhaltiges Wasser dem menschlichen Körper nicht.

Andere Gründe für regelmäßiges Entkalken:

Es gibt jedoch auch Argumente, die für das Filtern von kalkhaltigem Wasser sprechen. Kalk hat die Eigenschaft, sich schnell an und in Haushaltsgeräten abzulagern. Das kann wiederum dazu führen, dass diese Geräte schneller verschleißen.

Möchtest du deinen neuen Wasserkocher also auf keinen Fall beschädigen, ist es ratsam, das Wasser vorher zu filtern. Ist dir das jedoch zu aufwendig, kannst du deine Geräte auch einfach regelmäßig entkalken und somit einer vorzeitigen Beschädigung durch Kalk vorbeugen.

3. Mythos: Kalkhaltiges Wasser ist ungesund

Doch wenn Kalk zu einem großen Teil aus Mineralstoffen wie Calcium besteht, nimmt der Körper dann nicht viel zu viel davon auf? Ist Kalk also doch ungesund? Auch dieser Mythos ist und bleibt ein falsches Gerücht.

Nur ein Bruchteil der im Trinkwasser enthaltenen Mineralstoffe wird auch vom Körper aufgenommen. Somit ist die Menge der aufgenommenen Mineralstoffe viel zu niedrig, um Probleme auszulösen. Beim Konsum von kalkhaltigem Leitungswasser besteht also kein Grund zur Sorge.

Frau Kalk
Kalk ist zwar nicht ungesund, nutzt du jedoch die falsche Hautpflege, trocknet deine Haut womöglich schneller aus. Foto: imago images/Westend61

Fazit: Kalk ist nicht ungesund – trotzdem ist bei Leitungswasser Vorsicht geboten

Wie du siehst, ist Kalk nicht ungesund und du kannst in Zukunft auch kalkhaltiges Leitungswasser ganz ohne Bedenken trinken. Dennoch ist in einigen Aspekten Vorsicht geboten. Häufiges Duschen mit extrem hartem, kalkhaltigem Wasser kann dazu führen, dass deine Haare trocken und spröde werden und deine Haut etwas rauer ist als gewöhnlich.

Das lässt sich jedoch leicht verhindern, indem du die passende Haar- und Hautpflege verwendest, um dem Austrocknen deiner Haare und deiner Haut entgegenzuwirken. Alternativ gibt es auch Duschköpfe mit Filter. Anstatt dir also die Frage zu stellen, ob nun Kalk gesund oder ungesund ist, solltest du lieber dein Leitungswasser auf Schwermetalle, die zum Beispiel bei alten Leitungen im Wasser enthalten sein können, überprüfen lassen. Häufig liegt da nämlich eher das Problem als bei hartem Wasser.

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