Ungefähr 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Allerdings schwimmen in unseren Meeren tausende Teile Plastik. Doch das Material ist robust. Bis sich dieses zersetzt, können bis zu Tausende Jahre vergehen. In dieser Zeit zerfällt das Plastik in immer kleinere Teilchen, das sogenannte Mikroplastik entsteht.

Frau hält Plastikmüll
Anders als normale Plastik, ist Mikroplastik nicht immer sichtbar.

Die grausamen Folgen von Mikroplastik 

Meerestiere verwechseln Mikroplastik irrtümlich mit Nahrung und sterben daran. Aber die kleinen Teilchen setzen sich auch im Inneren der Tiere fest, sodass wir es, wenn wir beispielsweise Fisch essen, ebenfalls zu uns nehmen. 

Doch nicht nur die Tiere verenden an den Material. Denn Plastik enthält oftmals auch Zusatzstoffe wie Weichmacher oder Flammschutzmittel. Wie sich Mikroplastik langfristig in unserem Körper auswirkt, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Einige Experten warnen jedoch vor hormonähnlichen Wirkungen in unserem Körper. Und bringen die Stoffe mit Erkrankungen wie Krebs, Asthma und Übergewicht in Verbindung. Feststeht allerdings, dass Mikroplastik so klein ist, dass wir es sogar über unser Trinkwasser aufnehmen.

Neue Studie zeigt: Problem ist größer als gedacht

Nun aber gehen Wissenschaftler davon aus, dass das Ausmaß der Verschmutzung durch Mikroplastik in unseren Meeren stark unterschätzt wurde. Demnach schwimmen wahrscheinlich doppelt so viele Partikel in unseren Ozeanen als bisher angenommen.

„Die aktuellen Annahmen über die Mikroplastik-Konzentration könnten gewaltig unterschätzt sein“, warnt Pennie Lindeque, eine Autorin der Studie im Guardian. 

So sind die Wissenschaftler zu ihrem Ergebnis gekommen

Zuvor wurde die Mikroplastik-Konzentration mit Netzen gemessen, deren Maschen eine Größe von 333 μm haben. Teilchen, die kleiner waren, wurden demnach nicht aufgefangen. Nun aber haben die Forscher für ihre Untersuchung Netze benutzt, deren Maschen eine Größe von 100μm haben und so mehr auffangen können. 

Das Ergebnis: Die Konzentration von Mikroplastik ist nun vielfach höher als bisher angenommen. Da es sogar noch kleinere Partikel von Mikroplastik gibt, als die Netze auffangen konnten, gehen die Forscher sogar davon aus, dass das Problem noch größer sein könnte, als die Studie zeigt.

Auch du kannst was gegen Mikroplastik tun

Verzichte auf Mehrwegbehälter und wähle stattdessen Verpackungen aus Glas. 

Achte darauf, dass du Obst und Gemüse nicht in Plastikverpackungen kaufst und an der Kasse nicht zur Plastiktüte, sondern zum wiederverwendbaren Jutebeutel oder zur Papiertüte greifst.

Auch in Naturkosmetik versteckt sich häufig Mikroplastik. Weiche stattdessen lieber auf Firmen aus, die auf natürliche Inhaltsstoffe setzen.

Mikroplastik im Meer
Es gibt viele Initiativen, die sich gegen Mikroplastik im Meer einsetzen.(Photo: David Pereiras/ Shutterstock)

Und wenn du dich wirklich engagieren willst: In immer mehr Städten wird das sogenannte Plogging angeboten. Hier kannst du in einer Gruppe joggen und nebenbei Müll einsammeln. Selbst wenn du joggen nicht magst: Es gibt eine Vielzahl an regionalen Projekten, die sich über deine Mithilfe freuen.

Mehr zum Thema gefällig?

Auch in unserer Kosmetik versteckt sich oftmals Mikroplastik. Wie du das vermeidest, erklären wir dir hier.

Außerdem verraten wir, wie du die größten Plastikfallen im Alltag vermeiden kannst.