Kürzlich sorgte eine Studie britischer und chinesischer Forscher:innen für Aufsehen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass Rotwein das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, senken soll. Bei solchen Meldungen und den derzeitigen Inzidenzen kommt die Frage auf, ob man sich trotz Corona-Infektion ein Gläschen Alkohol genehmigen darf?

Wie wirkt sich Alkohol auf eine Infektion mit Corona aus?

Genau diese Frage stellte RTL dem Allgemeinmediziner und Medizinjournalisten Dr. Christoph Specht. Der Experte entkräftet zunächst den Irrglauben, dass Alkohol Coronaviren abtöten könnte und sagt deutlich: „Alkohol tötet weder das Virus noch desinfiziert es den Körper!“

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann Alkohol ab 60 Volumenprozent zwar als Desinfektionsmittel AUF der Haut oder auf Flächen wirken. Eine orale Einnahme hätte jedoch mit Sicherheit keine desinfizierende Wirkung.

Weiter spricht Specht darüber, inwiefern Alkohol den Corona-Verlauf beeinflussen kann. Er meint, dass Alkohol sich in erster Linie negativ auswirkt. Vor allem Menschen, die langfristig und viel trinken, riskieren einen schweren Verlauf der Erkrankung. Dieser bedenkliche Alkoholkonsum schwäche das Immunsystem und mache es dem Körper schwer, sich gegen die Viren zur Wehr zu setzen.

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Zu der Frage, ob man während einer Infektion mal ein Gläschen Bier oder Wein trinken dürfe, meint Specht gegenüber RTL: „Das wird an einer Infektion oder dem Verlauf nichts ändern.“

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Rotwein soll das Corona-Risiko senken: Stimmt das?

In der letzten Woche kursierte im Netz die Meldung, dass Rotwein das Risiko senken soll, sich mit Corona zu infizieren. Auch wmn berichtete über die Studie britischer und chinesischer Forscher:innen, die einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen dieser Alkoholsorte und einer Infektion aufmachten.

Specht findet für diese Aussage klare Worte und meint gegenüber RTL, dass dies kompletter „Bullshit“ sei. „Die haben irgendwas gesehen und meinen, aus einer Assoziation eine Begründung zu finden“, erläutert der Experte. Specht gesteht der Studie zwar zu, dass sich womöglich weniger Weintrinker:innen mit Corona infizieren. Das liege jedoch nicht am Alkohol, sondern an anderen Faktoren.

Die Forscher:innen nannten in ihrer Studie als möglichen Grund, dass Weintrinker:innen einen besseren sozio-ökonomischen Status als Biertrinker:innen aufweisen, die sich nach den Studienergebnissen deutlich häufiger infizieren würden. Heißt übersetzt: Menschen, die Wein trinken, haben beispielsweise bessere Möglichkeiten, sich zu isolieren.

Auch Specht nennt als mögliche Erklärung für die Studienergebnisse, dass Weintrinker:innen womöglich eher zu Hause trinken, während Biertrinker:innen vielleicht eher in Gesellschaft und ohne Sicherheitsabstand trinken. „Daraus folgt aber nicht, dass der Konsum selbst dafür zuständig war, dass man sich infiziert“, schließt der Experte.

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