Letzte Woche hörte ich davon, dass die WHO „Frauen im gebärfähigen Alter“ den Alkohol verbieten möchte. Da fiel mir fast das Glas Wein aus der Hand. Eine Sprecherin der UN-Behörde aus Genf bezog nun Stellung zu der zweifelhaften Passage aus dem Entwurf des Aktionsplans der Weltgesundheitsorganisation.

Kein Alkohol für junge Frauen laut Aktionsplan der WHO

Die WHO legte kürzlich den Entwurf eines Aktionsplans zur Prävention von schädlichem Alkoholkonsum vor. Ein Passus auf Seite 17 löste daraufhin eine Welle von medialer Empörung aus. Hier heißt es:

„Der Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen, der Alkoholprävention bei Schwangeren und Frauen im gebärfähigen Alter sollte angemessene Aufmerksamkeit gewidmet werden (…).“

Diese Formulierung ließ Interpretationsspielraum. Zahlreiche Blätter ließen sich dazu hinreißen, über ein allgemeines Verbot von Alkohol für Frauen im gebärfähigen Alter zu berichten. Vor allem feministische Kritik kam auf, da hiermit Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen würde.

WHO-Sprecherin stellt Passus klar

Nun reagierte eine WHO-Sprecherin auf die Medienberichte zum vorläufigen Aktionsplan. Gegenüber der Deutschen Presseagentur macht sie klar, dass der Satz anders geschrieben war, als er gemeint war. Es gehe nicht darum, dass Frauen über Jahre abstinent leben sollen. Der Passus würde lediglich Frauen ansprechen, die vorhaben schwanger zu werden oder kürzlich empfangen haben.

Vor allem die ersten acht Schwangerschaftswochen wären entscheidend. Da viele Frauen hier oft nicht bemerken, dass sie ein Kind erwarten. In dieser Zeit ist die Gefahr bei Alkoholkonsum allerdings am höchsten, dem Kind zu schaden. Hier bestehe ein besonders hohes Risiko für das Fetale Alkoholsyndrom, welches Missbildungen und Behinderungen nach sich ziehen kann.

Ob der entsprechende Passus erneut überarbeitet wird, bleibt abzuwarten. Laut der WHO-Sprecherin wird der Entwurf des Aktionsplans noch mehrfache Beratungen und Begutachten erfahren, bevor er von den WHO-Mitgliedsstaaten abgenommen wird. Der Plan wird 2022 endgültig veröffentlicht.

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