Auch vor der Pandemie haben wir uns am Abend gerne mal ein gutes Glas Rotwein zur Entspannung gegönnt oder mit Kollegen auf einen Erfolg angestoßen. Doch wir trinken seit dem Ausbruch des Coronavirus noch mehr Alkohol. Das belegt zumindest eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. Demnach trinkt jeder Dritte mehr Alkohol als vorher.

Allerdings wirkt sich dieser hohe Konsum negativ auf unsere Gesundheit aus. Insbesondere in diesen Zeiten. Davor warnen jetzt Experten.

Corona: Alkohol zu trinken ist jetzt vielleicht nicht die beste Idee 

Um zu verstehen, warum uns davon abgeraten wird, in Zeiten von Corona Alkohol zu trinken, muss man verstehen, wie die Flüssigkeit überhaupt auf uns wirkt: Zum einen macht Alkohol uns bereits in kleinen Mengen lockerer, ja er enthemmt uns sogar. Und das kann Folgen haben, zumindest wenn wir nicht gerade alleine auf der Couch chillen. Denn je nach Alkoholpegel nehmen wir dann auch die AHA-Regeln nicht mehr ganz so ernst. Und damit erhöhen wir unser Risiko für eine Infektion.

Doch auch wenn diese Warnung ihre Berechtigung hat, müssen wir hinzufügen, dass es wahrscheinlich nicht nur der Konsum an sich ist, sondern dass vor allem die Menge und die generelle Einstellung zu den Regeln eine entscheidende Rolle bei der Einhaltung der Corona-Maßnahmen spielen. Spannender ist deshalb allerdings das zweite Argument, dass laut Experten in Zeiten von Corona gegen Alkohol spricht.

Alkohol: Der flüssige Teufel?

Sebastian Müller, der Leiter des Zentrums für Alkoholforschung in Heidelberg erklärt im BR24, wieso uns der Alkoholkonsum schaden kann: „Alkohol blockiert das Immunsystem. Er schwächt also das Immunsystem. Alkohol macht uns daher auch anfälliger für Krankheiten und auch für das Coronavirus“

Im Video erfährst du, wie die Alkoholentwöhnung am besten klappt.

Der Arzt Aragona Giuseppe fügt hinzu, dass Alkohol unsere Darmbarriere schwächen kann, was drei wichtige Zelltypen des Immunsystems reduzieren soll. Nämlich die Makrophagen, die T- und C-Zellen. Und genau diese drei Zelltypen sind aber enorm wichtig für unser Immunsystem. Denn die Makrophagen sollen unseren Körper vor Krankheiten schützen. T-Zellen hingegen können bestimmte Viren abtöten. 

Die Folge: Wenn wir zu wenig von den Zellen haben, arbeitet unser Immunsystem weniger effizient und wir kommen weniger gut mit Viren zurecht. Aber nicht nur das. Alkohol fördert auch chronische Entzündungen und die schwächen unser Immunsystem ebenfalls. Hinzukommt, dass beim Abbau von Alkohol eine Substanz gebildet wird, die krebserregend wirken soll. Nämlich Acetaldehyd. Deshalb soll Alkohol vor allem das Brust- und Darmkrebsrisiko erhöhen.

Mit diesem Tipp kannst du es schaffen, weniger zu trinken

Corona & Alkohol: Das ist die Empfehlung

Klar ist, dass Saufabende allein schon aufgrund des notwendigen Social Distancings reduziert werden sollten. Hinzukommt, dass wir gerade jetzt, wo Grippe- und Coronaviren umher schwirren, unser Immunsystem nicht unnötig schwächen sollten. Aber auch psychisch könnte sich einiges verbessern, wenn wir auf Alkohol verzichten. Denn schließlich soll Alkohol auch die sogenannte Hangxiety auslösen. 

Klar ist aber, dass gegen ein klitzekleines Glas, das man sich ab und zu mal genehmigt, nichts einzuwenden sein sollte.

Wusstest du eigentlich, dass auch Forscher den Alkoholkonsum immer kritischer betrachten? Sie wollen sogar die empfohlene Alkoholmenge reduzieren. Hier liest du, was dahinter steckt. Außerdem kannst du hier noch einmal lesen, wie ungesund Alkohol generell ist und wie sich ein Alkoholverzicht nach zwei Wochen bemerkbar macht.