Ein großer Aufruhr ging durch das britische Fernsehen: Eine Marilyn Monroe-Statue aus den USA soll frauenfeindlich sein und Upskirting promoten. Doch was ist da dran?

Kultige Marilyn Monroe-Statue in den USA

Sie ist groß und alles andere als unauffällig: Die Statue, die in Kalifornien, USA, errichtet wurde, zeigt die berühmte Marilyn Monroe in ihrem legendären weißen Kleid, welches an den Oberschenkeln hochgerafft ist. Dadurch wird die bekannte Szene aus dem Film Das verflixte siebte Jahr aus dem Jahre 1955 rekreiert; eine von Marilyn Monroes signifikantesten Filmszenen überhaupt.

Doch das ist nicht das Skandalöseste an der ganzen Sache: Wenn man um die Marilyn Monroe-Statue herum geht, sieht man von hinten den entblößten Po der Statue: Genauso, wie man im Film auch die Unterwäsche von Marilyn sehen konnte.

Marilyn Monroe-Statue
Die Hinterseite der Marilyn Monroe-Statue zeigt viel. Credit: IMAGO / ZUMA Wire

Kritik an der Marilyn Monroe-Statue: Nicht zeitgemäß und unangemessen

Die Show Good Morning Britain hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, über die wahre Natur dieser Statue aufzuklären. Zwei der Debattierenden behaupteten in diesem Zusammenhang, dass die Statue nicht mehr zeitgemäß sei und unangemessen, wenn man an die veränderte Einstellung gegenüber Frauen denkt. Diese beiden Kritiker sprachen auch den Fakt an, dass Upskirting (im Deutschen: Das Fotografieren unter einen Frauenrock) mittlerweile ein gesetzliches Verbrechen ist.

Marilyn Monroe als Sexobjekt

Oliva Petter, eine Journalistin, die auch in dieser Sendung anwesend war, sprach sich darüber aus, dass Marilyn in dieser Statue zwar im Charakter sei, trotzdem aber ein Objekt männlicher Begierde ist. Das wahre Problem sei allerdings, dass diese fast acht Meter hohe Statue Touristen dazu anregt, zwischen den Beinen der Statue herumzulaufen und Fotos vom entblößten Hinterteil der Filmikone zu machen.

„That is incredibly offensive and wildly out of touch when we consider upskirting is a serious crime which can have serious psychological problems for victims“, sagte Oliva Patten und sprach damit Upskirting als Verbrechen und die damit verbundenen traumatischen Erfahrungen der Opfern an.

Marilyn Monroe-Statue: Würdigung einer Filmikone?

In der Debatte bei Good Morning Britain war auch die Marilyn Monroe-Imitatorin Suzie Kennedy anwesend, die sich gegen die Vorwürfe der Statuen-GegnerInnen aussprach. Die Statue solle zelebriert und nicht verleugnet werden. Marilyn wollte immer geliebt werden und berühmt sein, so Kennedy– und das habe sie mittlerweile auf viele Weisen erreicht, auch durch die Errichtung dieser Statue.

Marilyn Monroe
Marilyn Monroe war wohl eines der ersten Sexsymbole der damaligen Zeit. Die Frage ist nur, ob sie so erinnert werden wollte. Credit: IMAGO / Prod.DB

Frauenfeindliche Statue oder Zelebrierung einer Filmikone?

User:innen auf Twitter schreiben sich nach dieser Debatte die Finger wund. Viele sprachen an, dass es viele männliche nackte Statuen auf dieser Welt gibt und gab. Dabei sollte allerdings klar sein, dass diese selten gleichermaßen sexualisiert werden würden wie Statuen von nackten Frauen.

Es ist schwer zu sagen, was sich die Macher:innen dieser Statue dachten. Wollten sie ein Denkmal für eine der größten Schauspielerinnen ihrer Zeit setzen und haben sich einfach der berühmten Szene als Wiedererkennungsmerkmal bedient? Frauenfeindlich ist diese Statue in einem gewissen Sinne schon, vor allem, wenn man den Aspekt des Upskirtings betrachtet. Man hätte hier definitiv eine andere Lösung finden können. Doch Marilyn „knew how to manage her image“, so Suzie Kennedy. Man kann also nur mutmaßen, ob sich die Filmblondine über dieses Denkmal gefreut hätte oder nicht.

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