Das alte China sitzt auf einem wunderbaren Schatz der Sexpraktiken, von denen die meisten Menschen in der westlichen Welt noch niemals gehört haben. Die Sexpraktiken des Daoismus scheinen auf den ersten Blick ein wenig konfus und absurd zu sein, doch wenn man sich näher mit ihnen beschäftigt, wird einem klar, dass das Alte China bereits sehr viel mehr über sexuell Aufklärung wusste als es noch vor ein paar Hundert Jahren in Europa der Fall war. Warum der Mann beim Daosismus nicht kommt, erfährst du hier.

Der Mann darf nicht kommen: Warum ist das eine Sexpraktik?

Der Daoismus besteht bereits seit mehreren Tausend Jahren. Diese chinesische Weltanschauung macht Gebrauch von Sexualpraktiken, die, wenn sie richtig ausgeführt werden, den Menschen Unsterblichkeit und ewige Gesundheit versprechen. Soweit, so gut. Und wie erreichen die Daoisten ewige Gesundheit? Indem der Mann beim Sex nicht kommt. Wie bitte? Das spricht so ziemlich gegen jede Sexpraktik, die wir heute kennen. Doch die Chines:innn glaubten, dass durch das Zurückhalten des Spermas die Lebensenergie in den Körpern der Männer bleibt. Würden sie abspritzen, würde diese Energie aus ihren Körpern verschwinden und sie würden alt und krank werden.

Chinesiche daoistische Sexpraktiken verbieten es den Männern teilweise zu kommen. Den Penis zu stimulieren ist aber dennoch wichtig. Credit: IMAGO / AGB Photo

Die Praktiken des Daoismus verboten Männern zu kommen

Die Praktik des Daoismus besteht aus dem sogenannten Qi, der Lebenskraft, und dem sogenannten Jing, der Essenz des Lebens. Beide müssen in gutem Ausgleich zueinander, um ein gesundes Leben zu führen.

Die Lebenskraft des Qi, die sich im Mann befindet, wird nach altem chinesischen Glauben durch das Sperma aus dem Körper fließen, wenn er einen Orgasmus hat. Somit hielten die Daoisten ihren Orgasmus zurück. Während die Daoisten in mittelalterlicher Zeit versuchten niemals abzuspritzen, sind die heutigen Daoisten moderner drauf. Das komplette Entsagen des männlichn Orgasmus gehört zwar nicht mehr zur Sexpraktik, doch noch heute ist es unter Daoisten üblich, sich als Mann beim Sex zurückzuhalten.

Daoistische Sexpraktiken: Warum darf der Mann nicht kommen?

Dass der Mann sich in sexueller Hinsicht so zurückhalten muss, hat vor allem einen Grund: Das Qi, die sogenannte Lebensenergie, soll nach chinesischer Weisheit aus dem Körper fließen, wenn er kommt. Es gibt Daoisten, die glauben, dass sie bei Verlust von Körperflüssigkeiten vorschnell sterben. Es gibt aber auch diejenigen, die genau berechnen, wie häufig man ejakulieren sollte, um den optimalen Ausgleich von Körperflüssigkeiten gewährleisten zu können.

Das Kommen wird als ultimative Verbindung zwischen Mann und Frau angesehen. Nur mit der Hilfe der Frau ist der Mann in seiner Sexualität und im Leben vollkommen. Sie sind Ying und Yang, wenn sie sich vereinen.

Wie kann man verhindern, dass der Mann kommt?

Die Tatsache, dass Männer viel schneller und sogar ungewollt kommen können, ist weithin bekannt. Dennoch haben die Daoisten einen Weg gefunden Sex zu haben, ohne zu ejakulieren. Um genau zu sein sind es sogar zwei Praktiken.

1. Coitus Conservatus

Der Coitus Conservatus funktioniert ähnlich wie der Coitus Interruptus, der ja heute noch bei manchen Menschen als Verhütungsmethode gilt. Allerdings wird bei dieser Praktik der Orgasmus des Mannes vollkommen unterbunden. Die hohe Kunst liegt darin, den abgeschwollenen Penis wieder abschwellen zu lassen.

2. Coitus Thesauratus

Ein etwas komplizierteres Verfahren ist der Coitus Thesauratus. Bei dieser Praktik darf der Mann zwar kommen, aber er darf den Samen nicht nach außen verspritzen. Solange der Samen im Körper des Mannes bleibt, geht nach altem chinesischem Glauben das Qi nicht verloren. Kurz vor dem Orgasmus des Mann übt er mit der Hand massiven Druck auf seinen Damm aus. Dadurch ejakuliert der Mann zwar, doch wird sein Sperma in die Blase umgeleitet und kommt nicht vorne aus dem Penis heraus.

Was bringt diese Sexpraktik wirklich?

So ganz erschließt es sich uns nicht, warum man diese daoistische Sexpraktik ausführen sollte. Immerhin ist der Orgasmus nicht umsonst der Höhepunkt des Geschlechtsverkehrs. Allerdings gibt es einen klaren Vorteil bei der Sexpraktik des Daoismus: Die Rolle der Frau ist selbst in dieser mittelalterlichen Praktik existenziell. Sex galt damals schon als nicht nur für den Mann, sondern auch für die Frau wichtig. Auch die Frau solle am Sex Spaß haben und sich vergnügen.