Die neuste Entwicklung in Sachen Corona passiert auf sprachlicher Ebene: Die verschiedenen Coronavirus-Varianten bekommen neue Namen. Warum, erfährst du hier.

Coronavirus-Varianten bekommen griechische Buchstaben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Kurzem beschlossen, die verschiedenen Varianten des Coronavirus umzubenennen. Sie sind in Zukunft nach griechischen Buchstaben benannt, die zusätzlich die Reihenfolge ihrer Entdeckung anzeigen sollen.

Rassistisches Coronavirus?

Der Grund für diese Änderung ist ganz einfach. Die WHO möchte einem gewissen Rassismus entgegenwirken, der sich auf das Coronavirus gelegt hat. Die verschiedenen Varianten sollen in Zukunft nicht mehr mit Ländern und Regionen in Verbindung gebracht werden. Auf diese Weise sollen Menschen, die in diesen Teilen der Erde leben oder von dort kommen, nicht mehr diskriminiert werden.

Vor allem der asiatische Raum erfuhr zu Beginn der Pandemie einen extremen Rassismus-Schub. Man denke auch an Donald US-Präsident Trump, der den Coronavirus als „China-Virus“ bezeichnete. Das soll mit der neuen Namensgebung nicht mehr passieren. Die Neuregelung gilt allerdings nur für Coronavirus-Varianten, die als „besorgniserregend“ oder „von Interesse“ eingestuft wurde.

Alpha, Beta, Gamma – die neuen Namen der Coronavirus-Varianten

Nach diesem neuen System heißt zum Beispiel die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha. Diese Buchstabenverteilung kommt nach dem Zeitpunkt der Entdeckung zustande. So weiß man nun direkt, dass die Mutante aus dem britischen Raum die erste war, die entdeckt worden ist.

Coronavirus-Varianten
Die Coronavirus-Varianten sollen in Zukunft nach griechischen Buchstaben benannt werden. Credit: TPopova / getty via canva

Ersatz für wissenschaftliche Namen?

Die griechischen Buchstaben sollen dabei keinesfalls die teilweise schwierigen, wissenschaftlichen Namen ersetzen. Sie sollen allerdings in der öffentlichen Diskussion helfen und den Rassismus, der leider noch immer präsent ist, minimieren. Außerdem sind die wissenschaftlichen Namen schwierig auszusprechen und könnten dadurch auch falsch wiedergegeben werden.

Nicht nur die griechischen Buchstaben waren im Gespräch für die neue Namensgebung. Auch griechische Götter oder pseudo-klassische Wortschöpfungen wurden in Betracht gezogen. Diese Überlegungen sind allerdings schnell verworfen worden, weil viele der Namen schon anderweitig in gesellschaftlichem Gebrauch waren.

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