Die Bundestagswahl 2021 haben wir nun endlich hinter uns. Es waren aufregende Wochen und Monate für die Kanzler:innenkandidat:innen Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock. Dass die SPD am meisten Stimmen einheimste, war aber gar nicht so unwahrscheinlich. Die Umfragewerte haben das schon vorausgesagt. Annalena Baerbock von den Grünen trägt ihre Niederlage mit Würde. Sie weiß, dass sie den Grünen das beste Wahlergebnis in einer Bundestagswahl jemals ermöglicht hat und da kann sie stolz drauf sein.

Doch was wird jetzt eigentlich aus Annalena Baerbock? Wir schauen uns an, was sie nun aus ihrer Karriere machen kann.

Ein unmoralisches Angebot von Robert Habeck

Auch wenn die Grünen dieses Jahr in den Umfragen weit hinter der CDU und der SPD liegen, hatten sie gestern Abend einiges zu feiern. Sie sind nämlich in fast allen Wahlkreisen um mehr als 5 % in den Wahlergebnissen gestiegen. Das ist ein echter Fortschritt und ein wahrer Grund zu feiern. Das wussten auch die Besuchenden der Grünen-Wahlparty gestern Abend. Sie johlten und klatschten so frenetisch, als Annalena Baerbock und Robert Habeck die Bühne betraten, dass sich Habeck zu einem unmoralischen Angebot hinreißen ließ: „Man könnte hier Stagediving machen.“ sagte er zu Annelena Baerbock. „Nein.“ sagte diese entschieden. Sie wollte sich wohl die Professionalität trotz Feierstimmung nicht absprechen lassen.

Sie konnte eigentlich nie Kanzlerin werden

Deutschland hat sich entschieden: Und zwar gegen Annalena Baerbock als neue Bundeskanzlerin. Stattdessen hat unser Land die SPD zurück an die Spitze geholt. Das sind die Wahlergebnisse der Budnestagswahl 2021:

  • 25, 7 % für die SPD
  • 24,1 % für die CDU
  • 16,8 % für die Grünen

Doch hätte man es ahnen können, dass Annalena Baerbock in diesem Jahr nicht den Kanlzer:innenthrin erklimmen würde? Irgendwie schon.

Eine Forsa-Umfrage der RTL-Gruppe, dessen Ergebnisse am 24.09.2021 erschienen, befragte gut 2.500 Menschen zu ihrem Wahlverhalten. Die Ergebnisse fielen nicht gut für die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock aus. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass keine:r der Kandidat:innen mit deutlicher Mehrheit im Trendbarometer gewinnen würde. Allerdings können wir ebenfalls ablesen, dass es der CDU-Kandidat Armin Laschet in den Bundestagswahlen 2021 wohl nicht besonders weit bringen wird. Die Umfragewerte sehen wie folgt aus:

  • CDU/CSU: 22 %
  • SPD: 25 %
  • Die Grünen: 17 %
  • FDP: 12 %
  • AfD: 10 %
  • Die Linke: 6 %

16 % für die Grünen: Das ist bitter

Mit einem Anteil von 16 % an den Wähler:innenstimmen würde Annalena Baerbock sicherlich keine Bundeskanzlerin werden. Sollten die Menschen am Wahlsonntag wirklich so entscheiden wie sie es in der Forsa-Umfrage vom 21.09.2021 getan haben, kann die Grünen-Kandidatin keine Kanzlerin werden. So viel ist klar. Wir können aber noch mehr aus diesen Zahlen ableiten.

Annalena Baerbock ist nämlich in den Umfragewerten in den letzten Wochen und Monaten drastisch gefallen. Im April konnte die Partei der Grünen laut der Forsa-Umfrage noch ganze 28 % erzielen! Seither sinkt die Zahl stetig und liegt nun bei 16 %. Weiter abfallen kann die Grünen-Frau nicht, denn eine weitere Forsa-Umfrage wird es nicht geben.

Annalena Baerbock
Kann Annalena Baerbock eigentlich noch Kanzlerin werden? Credit: IMAGO / Political-Moments

Wenn die Ergebnisse der Bundestagswahl ähnlich ausfallen wie die der Forsa-Umfrage, sind folgende Koalitionen möglich:

  • „Deutschland-Koalition“ (Union, SPD, FDP)
  • „Jamaika-Bündnis“ (Union, Grüne, FDP)
  • „Ampel“ (SPD, Grüne, FDP)
  • „Rot-Grün-Rot“ (SPD, Grün, Rot)
  • „Kenia-Koalition“ (Union, SPD, Grüne)

Was würden diese Koalitionen bedeuten? Die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock ist in diesen Szenarien zwar in der Koalition, doch in keinem regiert sie selbst. Scholz und Laschet haben weiterhin Chancen auf das Kanzler:innenamt. Der Grund dafür ist, dass ihre Partei in diesen Konstellationen nicht die mehrheitliche Partei ist.

Umfragewerte für die Grünenkandidatin sinken seit April

Laut der neuesten Infratest Dimap-Umfrage zeichnet sich dagegen immer mehr ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der Union ab. Laut dem ARD-Deutschlandtrend würden sich 30 % der Befragten eine Regierung unter Führung der Sozialdemokraten wünschen. Weitere 30 % würden sich dagegen wünschen, von der CDU/CSU regiert zu werden. Die Grünen ziehen in dieser Umfrage deutlich den Kürzeren und kommen nur noch auf 15 %.

Könnte der:die Bundeskanzler:in direkt gewählt werden, würden ganze 41 % Olaf Scholz bevorzugen. Armin Laschet sichert sich dagegen nur 16 % der Stimmen auf die Frage, wen sich die Befragten direkt als Bundeskanzler:in wünschen. Annalena Baerbock kann gerade einmal 12 % der Stimmen für sich vereinen.