Die Deutschen lieben ihre Milch – Im Kaffee, in den Frühstücksflocken oder im Käse. Milch ist (noch) nicht aus unserer Gesellschaft wegzudenken, auch wenn es immer mehr Alternativprodukte gibt, die vegan sind. Dass Hafermilch, Mandelmilch, Cashewmilch und Sojamilch allerdings meistens teurer sind als „echte“ Milch, bringt die Verbraucher:innen allerdings dazu, bei Kuhmilch zu bleiben. Hier sehen wir bereits das Grundproblem: Milch von echten Kühen ist um ein Vielfaches günstiger als Milch von einem Haferfeld. Der Grund dafür sind die in den letzten Jahren immer weiter sinkenden Milchpreise. Nun hat der Lebensmittelriese Aldi sich endlich erbarmt und die Milchpreise minimal erhöht. Allerdings ist diese Verteuerung ziemlich lächerlich.

Aldi erfindet sich gerade neu und bietet in 5 Jahren einige Produkte gar nicht mehr an. Credit: IMAGO / Westend61

Darum ist die Milch so sehr im Preis gefallen

Dass die Milch so billig geworden ist, hat zwei Gründe: Wir können nämlich in Deutschland seit Jahren ein Überangebot an Milchprodukten sehen, das wir nicht weggetrunken bekommen.

Preissenkung durch weniger Export

In den letzten Jahren konnte Deutschland weniger Milch exportieren als früher, während die Produktion auf einem ähnlich hohen Level blieb. China, Russland, die USA und der restliche Teil Europas hatten verschiedene Gründe, warum sie weniger Milch von Deutschland einkauften, so berichtet die Welt. So bleibt Deutschland auf den eigens erzeugten Milchprodukten sitzen.

Überangebot zu viel Produktion

Es gibt keineswegs mehr Milchbäuer:innen als noch vor 10 Jahren, sondern eher weniger. Doch gleichzeitig werden die Kühe immer ertragreicher. Sie sind dazu getrimmt, dass sie immer mehr Milch in immer weniger Zeit produzieren – jedes Jahr produziert eine Kuh gut 7.620 Liter Milch. Auch die Bauernhöfe werden immer größer und beherbergen immer mehr Kühe.

Milch bei Aldi: Jetzt wird es doch teurer?

Aldi hat sich wohl aber dazu entschieden, der Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen und sich gegen die immer billiger werdende Milch aufzulehnen. Indem man die Preise für die Verbrauchenden erhöht, kann man auch den Verdienst für die Bäuer:innen verbessern. Und das ist nötig, denn die Betriebe verdienenderzeit an einem Liter Milch nur gut 0,8 Cent. Es ist nur verständlich, dass die Milcherzeuger:innen ihre Produktion hochfahren, damit sie mehr verkaufen können und ihren Verdienst sichern können.

Aldi macht sich über die Bäuer:innen lustig?

Doch der Peisanstieg bei Aldi ist lächerlich – es geht hier lediglich um einen einzigen Cent, der beim Verbraucherpreis auf die Milch aufgeschlagen wird. In der letzten Woche wurden die Preise für Frischmilch mit 1,5 % und auch 3,5 % Fett um einen Cent angehoben. Sie kosten 72 Cent pro Liter beziehungsweise 80 Cent pro Liter. Auch Schlagsahne und Quark stiegen ein kleines Bisschen im Preis. Das ist für die Bäuer:innen eine durchaus positive Entwicklung, da sie nun auch geringfügig mehr für einen Liter Trinkmilch bekommen können. Es klärt allerdings nicht das Grundproblem, denn um weiterhin profitabel zu bleiben, müssen die Bäuer:innen weiterhin überproduzieren.

Aldi äußerte sich zu der geringen Preiserhöhung, indem sie sagten: Mehr gibt die aktuelle Marktlage nicht her. Man muss Aldi allerdings zugute halten, dass sie die Preise überhaupt angezogen haben.

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