Wenn es passiert, bricht eine Welt zusammen. Da hat man sich jahrelang eine Beziehung aufgebaut, Vertrauen zum Partner oder zur Partnerin gefasst und ein gemeinsames Leben aufgebaut – und dann geht die Person fremd. Riskiert die Beziehung und alles, was dran hängt.

Doch welche Faktoren begünstigen es eigentlich, dass man selbst betrogen wird? Das haben sich Forscher:innen einmal genauer angeschaut und ein spannendes Ergebnis herausgefunden, das wir euch nicht vorenthalten wollen.

Diese Menschen werden besonders häufig betrogen

Für die Studie hat die Psychologin Megna Mahambrey von der Ohio State University rund 1.600 Menschen zum Thema Untreue sowie ihrer Persönlichkeit befragt. Im Fokus stand dabei das sogenannte OCEAN-Persönlichkeitsmodell. Nach diesem werden Menschen in fünf verschiedene Typen eingeteilt. Die Teilnehmenden der Studie sollten sich selbst einem dieser Typen zuordnen. Und so wurden ihnen Fragen gestellt, unter anderem zu den Charaktereigenschaften:

  • Ihrer Offenheit (abenteuerlustig, neugierig, wissbegierig)
  • Gewissenhaftigkeit (diszipliniert, verantwortungsbewusst und sorgfältig)
  • Extraversion (freundlich, extrovertiert, kommunikativ)
  • Sozialen Verträglichkeit (empathisch, fürsorglich, liebevoll)
  • Emotionale Labilität (launisch, unsicher, nervös)

Das spannende Ergebnis: 19 % der Befragten wurden schon einmal betrogen. Aber mehr als das. Die Betrogenen hatten auch ähnliche Charaktereigenschaften. So würden sie sich als geringfügig gewissenhaft beschreiben. Das heißt, die Betrogenen sind weniger sorgfältig, machen sich seltener Sorgen, sind chaotischer.

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Betrogen werden mehr Menschen als man meinen würde. Immerhin geht jeder dritte Erwachsene fremd. Foto: andreonegin/Shutterstock /

Aber es gab noch einen weiteren spannenden Zusammenhang: Diejenigen, die an der Umfrage teilnahmen, betrogen wurden und verheiratet sind, weisen noch weitere Charakterzüge auf. So waren sie auch fürsorglicher und warmherziger.

Betrogen werden: Die Frage der Schuld

Die Studie zeigt uns, dass chaotische, nicht gewissenhafte Menschen eher betrogen werden könnten. Aber so spannend die Ergebnisse auch sind, so sehr lassen sie außen vor, dass nicht nur diejenigen, die verletzt werden, eine Mitschuld tragen können. Sondern, dass es vor allem die Betrüger:innen sind, die eine Entscheidung treffen und somit die Hauptschuld für das daraus entstandene Dilemma tragen.

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