Die Studie der Welt wurde bereits im Januar 2019 im Fachblatt „The Journals of Gerontology“ veröffentlicht. Die Ergebnisse machen nicht nur gute Laune, sondern erinnern uns auch daran, wie gesund die schönste Sache der Welt ist. Das Ergebnis: Sex macht schlau

Sex findet im Kopf statt

Auch wenn Sex eine sehr körperliche Angelegenheit ist, findet das wahre Feuerwerk an einem viel weniger sexualisierten Part eures Körpers statt. Im Gehirn. Dort werden alle Reize und Eindrücke in ein Gefühl der sexuellen Erregung übersetzt. Ein komplexes Zusammenspiel von Nervenzellen und Botenstoffen sorgt dafür, dass aus einer eher sportlichen Aktivität, pure Leidenschaft wird. Die Mechanismen, durch die das Hirn zur Schaltzentrale der Lust wird, sind in Teilen gut erforscht, halten aber immer noch einige Rätsel bereit

Paar Bett Schlafzmmer
Beim Sex passiert mehr im Kopf, als man denkt. Foto: IMAGO Images / Panthermedia

Was passiert beim Sex?

Eine wichtige Rolle spielen diverse als Neurotransmitter bezeichnete Botenstoffe. Wie etwa Dopamin, das auf dem Gipfel der Lust in großen Mengen ausgeschüttet wird. Dopamin aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn massiv, dadurch geraten wir in einen Rausch der Euphorie. Die Vorgänge, die sich dabei in unserem Oberstübchen abspielen, gleichen den Effekten von Heroin oder Kokain.

Tatsächlich ist Dopamin wohl auch dafür verantwortlich, dass wir uns beim Schmusen mitunter wie Süchtige verhalten. Sobald wir sexuell erregt sind, erzeugt der Botenstoff einen unwiderstehlichen Antrieb zum Weitermachen – bis der Gier endlich der Orgasmus folgt und sich die Aktivität in weiten Teilen des Großhirns und dem Hypothalamus schlagartig verringert.

Was wurde gemessen?

Dafür befragten die Forscher:innen 28 Männer und 45 Frauen nach ihrer sexuellen Aktivität, ihrer Gesundheit und dem Lebensstil. Im Anschluss mussten sie verschiedene Tests absolvieren, die das Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und das Sehen prüften. Nach den Auswertungen der Wissenschaftler schneiden diejenigen in den Tests besser ab, die sexuell aktiver sind. 

Übrigens: Eingeschlossen sind dabei auch Petting und Masturbation. Wer also gerade alleine dasteht, kann seine Gedächtnisleistung auch anderweitig verbessern. 

Paar Sex auf dem Boden
Regelmäßiger Sex lässt dich langsamer altern.(Photo: shutterstock.com/VGstockstudio)

Warum macht Sex schlau?

Forscher:innen vermuten einen Zusammenhang zwischen Gedächtnis und den Botenstoffen Dopamin und Oxytocin. Diese werden beim Sex vermehrt ausgeschüttet. Welche biologischen und chemischen Verbindungen die Gehirnleistung tatsächlich verbessern, ist weiterhin unklar. Dagegen ist gesichert, dass die Versorgung der Gehirnzellen während des Akts mit Sauerstoff, Blut und Nährstoffen optimal ist. Sex macht also indirekt schlau.

Ebenso wird die Produktion des Hormons DHEA durch Sex angeregt. Das stärkt und schützt dein Immunsystem und lässt dich langsamer altern.

Sex Paar
Die Anwendbarkeit der Studie für junge Menschen, bleibt dabei jedoch noch fragwürdig. Foto: Getty Images/ Andreas Stamm

Welche Schwächen hat die Studie?

Viele gute Gründe, um direkt loszulegen. Leider hat die Studie vor allem für junge Menschen ein paar Schwächen. 

1. Die Studie untersuchte ältere Menschen

Die Studienteilnehmer waren zwar zwischen 50 und 83 Jahre alt, dennoch gelten für junge Menschen nicht zwangsläufig andere Gesetze.

2. Die Gehirnleistung steigt nur für kurze Zeit

Dauerhaft macht Sex nicht schlauer. Bereits eine Dürrephase reicht aus, um die verbesserten kognitiven Funktionen wieder zu verschlechtern.

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