Sind wir mal ehrlich: Die Coronakrise im partywilligen Alter mitzuerleben ist richtig übel. Dafür muss man noch nicht einmal auf Raves oder Techno stehen. Das Resultat aus Feierabstinenz und losen Bekanntschaften endet laut der Dating-App Bumble nicht in der Vorfreude auf Partyorgien, sondern in mehr Interesse an etwas Ernstem. Wahllos zu daten ist vorbei. Und dieser Trend hat jetzt einen Namen: Hardballing.

Was ist Hardballing?

Laut der App suchen nämlich 50 Prozent der User eine ernsthafte Beziehung. Ein ziemlich hoher Wert, selbst für ein – im Vergleich zu Tinder – seriöseres Kennenlernkonzept.

Tipp der Redaktion: Was Bumble und viele weitere Dating-App-Alternativen so drauf haben, haben wir hier zusammengefasst.

Nutzer:innen scheinen zu viel Zeit in den letzten eineinhalb Jahren verloren zu haben, um sich weiterhin Bekanntschaften zu widmen, aus denen dann doch nichts wird. Für One Night Stands gilt dasselbe. Die Singles werden wählerischer. Es gibt weniger Matches, dafür aber im Anschluss mehr Treffen. Bei denen werden sich die Bälle, also Fragen, nur so zugespielt. Daher stammt auch der Name Hardballing.

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Zeig, wer du wirklich bist. Foto: Sjale/Getty via Canva Credit: Sjale/Getty via Canva

Welche Vorteile hat Hardballing?

Hardballing bedeutet in erster Linie mit offenen Karten zu spielen. Also klar zu sagen, wie die eigenen Pläne aussehen und was genau man sich voneinander erhofft. Geschwafel und Spielchen sind vorbei, klare Ansagen erwünscht. Das klingt endlich mal nach einer offenen und ehrlichen Form des Datings. Richtig umgesetzt, baut es auch ein wenig auf Slow Dating auf. Es geht immerhin darum, alles übereinander zu erfahren und sich richtig kennenzulernen.

Zumindest Fuckboys dürften es somit schwerer haben. Auch man selbst schützt sich davor, in unerwiderten Schwärmereien unterzugehen, obwohl es vielleicht jemand anderes gibt, mit dem es einfach besser passen würde.

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Jüngere wollen Nägel mit Köpfen machen. Ist das immer gut? Foto: shutterstock/FXQuadro /

Welche Nachteile hat Hardballing?

Hardballing beschreibt nicht nur die Lust auf eine feste Beziehung, sondern das gezielte Befragen des Gegenübers. Deswegen kann es aber auch schnell richtig unangenehm werden. Wenn die Vorstellungen des Gegenübers stichpunktartig abgehakt werden, wird das Treffen zum Vorstellungsgespräch. Passt etwas nicht, auch gerne mal zum frustrierenden Speed-Dating – ohne Happy End.

Vorsicht: Es darf nicht vernachlässigt werden, dass Beziehungen nicht darauf beruhen, dass man in allen Punkten füreinander geschaffen ist. Kompromisse gehören einfach dazu. Wer bei Kleinigkeiten keinen Bock mehr auf den anderen hat, wird es auch in Zukunft schwer haben, die oder den Passende:n zu finden.

Effizienz über Romantik

Die Corona-Krise und die neuen Herausforderungen im Alltag können auch dazu beigetragen haben, dass Jüngere schneller erwachsen werden. Da hat niemand mehr Lust darauf, selbst zum Dating-Spielball zu werden und seine Zeit zu verschwenden. Selbstschutz ist wichtig, aber wer deswegen aus einem Date ein Verhör kreiert, verspielt seine Chancen auf echte Romantik.

Schlechte Absichten lassen sich auch so schnell entdecken. Woran du erkennst, ob er nur mit dir spielt, liest du hier.

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