Viele von uns Fashionistas freuen sich im Herbst und Winter vor allem auf kuschelige Wollpullover in den schönsten Farben. Da sind wir auch gern bereit, etwas mehr Geld auszugeben. So ein echter Mohair-Pulli hat nun mal seinen Preis. Aber was, wenn du nach der anfänglichen Euphorie feststellst: Der Pulli kratzt! Nie wieder anziehen oder nur mit Shirt darunter und sich zu Tode schwitzen? Falsch! Diese vier Lifehacks sind deine Rettung!

Caro Daur, Wollpullover
Caro Daur zeigt, wie ein Wollpullover toll kombiniert werden kann. Foto: Christian Vierig/Getty Images

Wollpullover ist nicht gleich Wollpullover: Das 1×1 der Wollarten

Wie anfällig dein Wollpullover ist, früher oder später kratzig zu werden, hängt natürlich von der Qualität, aber auch von der Wollart ab. Der klassische Wollpullover aus Schafswolle wird leider oft als kratzig wahrgenommen. Weicher sind die Wollfasern vom Merinoschaf oder Angorakaninchen. Auch Kaschmir ist bekannt für seinen Flauschfaktor.

Aber Achtung: Bei Wollarten tierischen Ursprungs solltest du immer überprüfen, dass es sich um zertifizierte Wolle aus artgerechter Haltung und schmerzfreier Gewinnung handelt. Ein Kaschmirpulli für 30 Euro hört sich zwar verlockend an, hat aber garantiert einen unschönen Weg hinter sich.

In Sachen Tierwohl gehst du mit Pflanzenfasern auf Nummer sicher. Bio-Baumwolle (ebenfalls zertifiziert) ist eine tolle Alternative für deinen Wollpullover. Baumwolle ist atmungsaktiv, flust nicht und ist super weich. Eine weitere vegane Woll-Alternative ist Bambusgarn. Die Bambusfasern sind ebenfalls sehr weich und vielseitig einsetzbar.

Weiterlesen: Wieso deine Klamotten aus Baumwolle immer bio sein sollten, liest du in diesem Artikel.

Schafe, Wollpullover
Für Wollpullover gilt wie für alle Produkte tierischen Ursprungs: Qualität vor Quantität! Foto: Pexels/ Maria Orlova

Was tun, wenn der Wollpullover kratzt?

Nun hast du dich für einen tollen Wollpullover entschieden und ordentlich Geld bezahlt, um eine gute Qualität zu bekommen. Und trotzdem: Das neue Lieblingsstück kratzt! Kein Problem! Diese vier Lifehacks garantieren dir einen extra flauschigen Winter.

1. Für leichte Fälle: Wollwaschmittel

Man erkennt ganz gut, dass man erwachsen wird, wenn man anfängt, mit verschiedenen Waschmitteln zu arbeiten. Wer in einen guten Wollpullover investiert hat, hat diesen Punkt damit erreicht. Denn dieser möchte nicht mit herkömmlichem Vollwaschmittel gewaschen werden. Eigentlich möchte er gar nicht gewaschen werden, sondern bestenfalls nur ausgelüftet.

Aber gerade bei leicht kratzigen Pullovern lohnt eine Runde im Schonwaschgang mit Wollwaschmittel, um die Fasern zu glätten und den Pulli kuschelig weich zu machen. Achtung: Keinen Weichspüler benutzen! Der leiert die Fasern aus und der Pullover verliert seine Form. Auch wichtig: Wollpullover immer liegend auf einem Handtuch trocknen und nicht auf dem Wäscheständer. Wollfasern sind im nassen Zustand sehr schwer, sodass der Pullover hängend seine Form verlieren würde.

Weiterlesen: Noch mehr Tipps zur richtigen Wäsche-Pflege bekommst du hier.

2. Conditioner für den Wollpullover

Hört sich erst einmal komisch an, hat sich aber bewährt: Conditioner macht nicht nur deine Haare, sondern auch deinen Wollpullover weich. Dazu drehst du den Pulli auf links und legst ihn in ein kaltes Wasserbad, dem du ein paar Esslöffel Weißweinessig hinzugefügt hast. Nach 15 Minuten nimmst du ihn heraus und drückst vorsichtig das Wasser aus dem Pullover. Dann kommt der Conditioner ins Spiel.

Wie beim Haarewaschen arbeitest du die Spülung in den Pulli ein und lässt ihn eine halbe Stunde lang einwirken. Achtung: Der Conditioner sollte keine Proteasen enthalten, denn die können die Fasern beschädigen. Den Pullover spülst du anschließend kalt aus und drückst das Wasser vorsichtig aus – nicht auswringen! Nun legst du den feuchten Wollpullover flach auf ein Handtuch und lässt ihn so trocknen.

3. Wollpullover im Eisfach

Wollpullover mögen es nicht, allzu oft gewaschen zu werden. Vor allem empfindliche Garne wie Angorawolle sollten eher gelüftet als gewaschen werden. Schlechte Gerüche wirst du aber mit diesem Lifehack los: Den Pullover ins Eisfach legen. Dafür packst du den Wollpullover einfach in einen verschließbaren Plastikbeutel und legst ihn über Nacht ins Eisfach. Durch die Kälte stellen sich die Fasern wieder auf und Gerüche und Bakterien werden entfernt. Pluspunkt: Diese Technik hilft auch gegen Fusseln.

Think green: So hält dein Wollpullover ewig

Wollpullover kommen nicht aus der Mode. Jahr für Jahr freuen wir uns auf den Kuschelfaktor im Alltag, wenn es draußen wieder kalt und ungemütlich wird. Ein wirklich guter Wollpullover hat seinen Preis – dafür hält er aber auch ewig. Wenn du ihn richtig pflegst. Mit den oben genannten Tipps gelingt es dir, deinen Pulli stets kuschelig weich zu halten. So musst nicht jede Saison einen neuen shoppen, schonst deinen Geldbeutel und gleichzeitig die Umwelt.

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