Asiatinnen haben es nicht sonderlich einfach, denn sie stecken immer mehr im Klischee des Anti-Asiatischen Rassismus fest.

Was verbindest du mit asiatischen Schulmädchen in Uniformen? Ist es Unschuld, Lernwille und Kindheit? Oder hast du eine junge sexy Frau mit kurzem Rock vor Augen? Wenn es das zweite ist, dann bist auch du bereits dem Klischée der Fetischisierung von asiatischen Frauen zum Opfer gefallen. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat und wie Fetischisierung und Rassismus befeuert werden.

Asiatinnen tragen in der Schule Uniformen. Da ist eigentlich nichts sexy dran. Credit: IMAGO / Addictive Stock

Natürlich denkt sich niemand etwas Böses dabei, wenn asiatische Klischees bedient werden. Doch wer hinterfragt eigentlich zur Genüge, warum Animes und riesige Baby-Kulleraugen das Klischée für Asiatinnen sind? TikTok tut das! Zum Glück.

Anti-Asiatischer Rassismus & Fetischisierung: TikTok klärt auf

Anti-Asiatischer-Rassisimus hat in den letzten Monaten viel mehr Aufmerksamkeit bekommen als in den Jahren zuvor. Und das ist auch gut so, denn viele Menschen merken erst jetzt, wie viele Rassismen wir in uns tragen, ohne es zu bemerken. Auf TikTok sorgt vor allem die junge Generation für mehr Aufklärung und neue Standards. Der TikTokerin Slightlykiki ist aufgefallen, wie sehr manche Weißen Menschen von asiatischen Klischées profitieren und dabei Gewalt gegen Asiat:innen fördern.

Die TikTokerin @itsnotthatsrs zieht sich an wie ein Schulmädchen. Credit: TikTok: @itsnotthatsrs

Animes: Asiatinnen werden stilisiert dargestellt

Slitghtlykiki stellt in ihrem TikTok-Video einen Trend vor, der vielen nicht problematisch erscheint, es aber dennoch ist, wenn man sich die Hintergründe dazu anschaut. Junge Asiatinnen werden in der äußeren Wahrnehmung oft sexualisiert. Durch den Welterfolg von Animes versuchen beispielsweise viele junge Mädchen sich so zu schminken und so zu kleiden wie in den Zeichentrickfilmen: Sie haben riesig große Augen und sonst sehr kindliche Gesichter. Außerdem tragen sie „sexy“ Schuluniformen mit kniehohen Strümpfen und zwei hübschen Zöpfchen. Gerne auch mit Schleifchen.

Slightlykiki nennt hier das Beispiel der TikTokerin @itsnotdatsrs. Die junge Frau hat das Klischée der Anime-Asiatin zu ihrem Markenzeichen gemacht – dabei hat sie selbst keine asiatische Abstammung. Sie zeigt sich oft in Schul- oder Cheerleading-Uniformen á la Anime.

Die TikTokerin orientiert sich an Animes wie diesem. IMAGO / Everett Collection

Sexualisierung: Das Problem wird noch größer

Slightlykiki spricht nicht nur davon, dass hier Cultural Appropriation stattfindet. Zudem sexualisiert @itsnotdatsrs ihre Kleidung. Ihre „Schuluniformen“ sind knapp und sexy geschnitten. Manchmal zieht sie sich sogar wie ein Kleinkind an und macht sexy Videos in ihrem Onesie mit Glücksbärchis drauf. Sie tut dies, um niedlich und kindlich auszusehen. Doch dieser Content ist durchaus gefährlich.

Slightlykiki erklärt, dass Menschen, die sich so filmen, ihre Millionen und Abermillionen Zuschauer:innen dazu trainieren, asiatische Frauen mit sexualisierten Kindern zu assoziieren.

Die Geschichte der Gewalt gegen Asiat:innen ist lang

Im 19ten Jahrhundert wurden asiatische Mädchen als Sex-Sklavinnnen in andere Länder wie beispielsweise die USA verkauft. Im Jahr 1875, im Zuge des Page Act, wurden chinesische, japanische und andersasiatischen Frauen aber wieder aus dem Lande verbannt, weil sie unter Generalverdacht standen, sich zu prosituieren.

Bis heute fliegen Männer aus „westlichen Kulturen“ in asiatische Länder, um dort an günstigen Sex zu kommen.

Donald Trump schaffe es im Jahr 2020 das Misstrauen gegen Asiat:innen in den USA wieder salonfähig zu machen, indem er unentwegt über den „China Virus“ sprach.

Wir brauchen Menschen wie Slightlykiki, die die Welt darauf aufmerksam machen, welche Rassismen noch immer in uns schlummern. Erst letzte Woche haben wir von den Fox Eyes berichtet und warum sie ebenfalls Antiasiatischen Rassismus fördern.

Übrigens: In China gibt es eine lange Geschichte der Emanzipation. In manchen Dörfern regiert seit Ewigkeiten das Matriarchat und nicht das Patriarchat. Den Chines:innen scheint es damit ganz gut zu gehen.