Schon lange vor dem Feminismus gab es indigene Völker, in denen die Frauen das Safen hatten wie etwa auf den Philippinen. So sahen die Matriarchate aus.

Dsa bekannteste Matriarchat ist das Mosue-Volk in Südchina. Hier wird ein gesamtes Dorf nur von Frauen regiert. Aber auch andere indigene Völker haben gleichberechtigt oder sogar im Matriarchat gelebt, lange bevor wir in Deutschland unsere ersten BH verbrannten und für das Wahlrecht marschierten.

Was ist ein Matriarchat?

Ein Matriarchat besteht dann, wenn die Frau mehr Entscheidungsgewalten über die eigene Gesellschaft oder Gruppe hat als der Mann. Mit diesem Privileg geht aber auch eine große Verantwortung einher.

Ist ein Matriarchat somit das Paradies für Frauen? Nein, Paradies ist das falsche Wort. Es ist einfach eine andere Lebensform als unsere derzeit eher patriarchalisch geprägten Gesellschaften.

Eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, wie es der Feminismus anstrebt, gibt es hier aber nicht, da die Frauen das Sagen haben. Aber vielleicht können wir aus dem Matriarchat lernen.

Mutter und Kind China
Mutter und Kind haben in allen Gesellschaftsformen eine ganz besondere Bindung.(Photo: lada_sher)

1. Das Matriarchat der Mosuo

1.500 Jahre lang gibt es bereits den matriarchalischen Stamm der Mosuo in den Bergen der Yunnan-Provinz in China. Im “Land der Töchter”, so werden die Dörfer auch genannt, haben die Frauen das Sagen. Was das genau bedeutet, zeigen wir euch hier:

  • Die Aufgabe der Frauen ist die Verantwortung über das gesamte Dorf. Sie sorgen dafür, dass alle Probleme ohne Gewalt gelöst werden. So bestimmen sie über das Vermögen und bilden ihre eigene pazifistische Polizei.
  • Sogar die Sprache der Mosuo zeigt Hierarchie der Geschlechter: Große Bäume, Berge und Seen sind weiblich, während kleine Hügel, Sträucher und Tümpel männlich sind. Die Frauen sind haben nun einmal das Sagen.

Die Aufgaben der Männer sind genau auf sie zugeschnitten. “Männer sind gute Entscheider und verfügen über viel Kraft”, sind sich die Mosuo laut eines Spiegel-Interviews sicher. So entscheiden Männer über wirtschaftliche Fragen und gehen oft Bauarbeiten und Farmers-Tätigkeiten nach.

Das Matriarchat – in jeder Lebenslage offensichtlich

Sex im Frauenstaat – Das Konzept der Besuchsehe

  • Die Mosuo haben jede Nacht einen anderen Partner – wenn die Frauen das wollen. Diese sogenannte Besuchsehe wird im “Blumenzimmer”, dem Gemach der Damen, vollzogen. Jede Frau ab 14 kann sich tageweise einen Mann aussuchen, den sie dort nach Einbruch der Dunkelheit empfängt. Dann wird Liebe gemacht bis zum Morgengrauen.
  • Trotz der vielen Freiheiten sind Beziehungen nicht selten. Viele Frauen bleiben ihren Männern jahrelang treu.
  • Alles, was zählt, ist die wahre Liebe: Bei den Mosuo gibt es keine Zweckbeziehungen á la “Wir bleiben für die Kinder zusammen”. Liebe ist der einzige valide Grund für eine Partnerschaft.
  • Die Frauen sind sexuell so unabhängig wie nur möglich. Sie praktizieren die “freie Liebe” in ihrer reinsten Form: Wenn sie die Nacht mit einem Mann verbringen möchten, dann tun sie das. Danach geht jeder wieder seiner Wege. 

China: Mann und Frau
Manche Partnerschaften halten bei den Muoso bis ins hohe Alter hinein.

Heirat als Horrorgeschichte

Für immer an einen Menschen gebunden sein? Da läuft es den Kindern der Mosuo eiskalt den Rücken herunter. Sie lassen sich von “normalen” Ehen als Horrorstorys vor dem Einschlafen berichten. Jeder kennt und liebt die Freiheiten, die mit dem Lebensstil  des Mosuo-Stammes einhergehen.

Väter gibt es nicht

Natürlich haben auch die Kinder der Mosuo leibliche Väter – nur kennen sie sie nicht. Eine Frau kann nie genau wissen, von welchem Mosuo-Mann sie geschwängert wurde. Das ist aber kein Problem, da die Kinder ohnehin bei ihr und ihrer Familie aufwachsen. 

Klar, dass Kinder automatisch den Namen der Mutter annehmen. Gemeinsam wohnen sie ein Leben lang zusammen bei der eigenen Familie. Oma, Tanten, Onkel und alle Kinder teilen sich die Häuser.

Frau mit Blumen im Haar
Manche Partnerschaften halten bei den Muoso bis ins hohe Alter hinein.

Fazit – Das Paradies gibt es nicht

Matriarchalische Gesellschaften hat es schon vor Tausenden von Jahren über den Globus verteilt gegeben. Das Konzept der starken Frauen ist also nichts Neues. Das macht es weniger erstaunlich, dass wir so viel über Familiensinn, sexuelle Freiheiten und Gruppenorganisation von Stämmen wie den Mosuo lernen können.

Trotzdem sollte keiner vorschnell urteilen. Ein Matriarchat ist nicht automatisch besser als ein Patriarchat oder ein beliebiger anderer Gesellschaftstyp. Lernen können wir von allen und Fehler finden sich bei jedem.