Wer die First Lady of Amerika ist, hat wirklich keinen leichten Job. Mindestens vier lange Jahre lang wird sie tagein, tagaus beäugt und bewertet – für das, was sie sagt, tut und auch trägt. 

Denn die Wahl der Kleidung reflektiert nicht nur das, was die Frau des US-Präsidenten über sich selbst aussagen möchte. Nein, sie spiegelt mit ihrem Stil auch das Land und dessen Werte wider.  

Wir haben uns den Stil der letzten First Lady Michelle Obama, der amtierenden First Lady Melania Trump sowie die zukünftige First Lady Jill Biden mal genauer angesehen und zeigen, wie unterschiedlich nicht nur ihre Kleidung, sondern auch ihre Botschaften sind.

Unterschiedlicher könnten sich die First Ladys nicht kleiden

Michelle Obama: Elegant & cool

Sie ist nicht nur eine der beliebtesten First Ladys ever, sie gilt neben Jacky Kennedy auch als große Stilikone. Ob auf Galas, bei Sport-Events oder bei Interviews: Michelle Obama zeigt sich elegant, cool, aber auch nahbar und hat schon oft modischen Mut bewiesen.

So zeigte sich die Gattin von Barack Obama auch öfter mal farbenfroh, dekolletiert und ärmellos. Vor allem für Letzteres erntete sie aus dem konservativen Lager Kritik. Dies sei der Würde des Amtes nicht angemessen. Doch Michelle pfiff drauf und zeigte sogar auf dem offiziellen Bild des Weißen Hauses ihren Bizeps. Dass eine First Lady sehr wohl ihre Stärke zum Ausdruck bringen kann, fand auch die US-Vogue und nahm mehrmals sie auf das Cover der Model-Bibel.

Michelle Obama war gleich mehrmals auf dem Cover der US-Vogue.

Michelle geht eben ihren Weg, findet auch die Politik-Expertin Malika Henderson. Gegenüber ABC News sagte sie „Sie ruht sehr in sich und weiß, was sie will. Ihre Philosophie von Mode ist, dass Frauen das tragen sollten, worin sie sich wohl fühlen.“

Melania Trump: Luxuriös & umstritten

Ganz so stilsicher wie ihre Vorgängerin ist Melania leider nicht. Immer wieder greift die Frau von Donald Trump modisch gesehen ins Fettnäpfchen. Zwar ist sie durchaus für ihren Faible für Designer Brands, starken Silhouetten und Luxus-Accessoires bekannt. Doch scheint die amtierende First Lady in Modefragen nicht immer gut beraten zu sein – oder ist ähnlich beratungsresistent wie ihr Mann.

Zumindest fragen sich viele, was sich Melania denn bei diesem grünen Kostüm gedacht hat, das eher nach Nazi-Uniform statt schickem Einteiler aussah. Dafür hagelte es natürlich jede Menge fiese Memes. 

Das ist aber nicht alles. Unvergessen ihr Outfit, das das ehemalige Model 2018 beim Besuch eines Flüchtlingscamps für Kinder trug. Auf ihrem Parka prangte doch tatsächlich der Schriftzug „I really don’t care. Do you?“ Noch weniger Freunde machte sie sich, als sie 2017 durch verwüstete Hurrikan-Gebiete von Texas ging und ihre geliebten Designer-High Heels nicht gegen flaches Schuhwerk tauschen wollte.

So schwierig ihre modische Auswahl sein mag, Melania demonstriert damit Stärke, Unbeirrbarkeit und Durchhaltevermögen. Das braucht man wohl auch bei dem Job als First Lady – und so einem Ehemann.

Jill Biden: Brav, aber nicht zu unterschätzen

Die zukünftige First Lady fährt ein absolutes Kontrastprogramm zu Melania Trump. Die Frau von Joe Biden wirkt viel femininer und weicher als ihre Vorgängerin. Sie trägt oft Kleider, meist in Pastelltönen und mit floralen Elementen. Oft wirkt sie damit zurückhaltend, ja manchmal sogar etwas zu brav. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen.

Denn auch hinter ihren Outfits steht eine klare Message. Jill ist keineswegs eine Frau, die sich hinter dem Amt ihres Mannes versteckt. Die Sonderschullehrerin machte gleich zu Beginn klar, dass sie weiter ihrem Beruf nachgehen wird, wenn ihr Joe als 46. Präsident der USA vereidigt wurde. Ihre Outfits, so formuliert es der britische Evening Standard, spiegelt genau dieses Selbstverständnis Jills wider: „Der Reiz dieser Kleider liegt in der Vielseitigkeit für lange Tage, an denen sie mit zwei Aufgaben jongliert: dem Beruf der Lehrerin als auch die andere Hälfte eines politischen Machtduos zu sein.“

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Jill Biden zeigt sich gerne weiblich und stark.

So zeigt sich die zukünftige First Lady mit ihrer Kleidung seriös, sympathisch, aber auch nahbar. Perfekt, um auch bei der konservativen Wählerschaft Vertrauen zu gewinnen.

Fazit: Die First Ladys setzen mit ihrer Mode ein Zeichen

So viel ist klar: Alle First Ladys setzen mit ihrer Kleidung ein klares Statement für das, wofür stehen (möchten). Manchmal klappt das besser (Michelle), manchmal gelingt es eher weniger (Melania). Wie die neue First Lady ihre Standpunkte in ihrer Mode ausdrückt, werden wir die nächsten vier Jahre mitverfolgen können. Die Designer reißen sich bereits jetzt darum, Jill ausstatten zu können. 

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