In Deutschland ist es weit verbreitet und üblich, Brot und Salz zum Einzug zu schenken. Aber warum ist das eigentlich so? Und ist Deutschland das einzige Land, in dem das Tradition ist? Wir klären auf.

Brot und Salz, Gott erhalt’s!

Wer schonmal umgezogen ist, kennt sicher den Brauch, Salz und Brot zu schenken bzw. zu bekommen. Nicht selten kann man danach noch Jahre von den Salzvorräten leben. Aber wie kam es, dass sich dieses doch recht simple Geschenk etabliert hat?

Der Ursprung lässt sich im Mittelalter finden. Wer damals Salz und Brot im Haus hatte, musste sich keine Sorgen um sein Leben machen. Nicht nur hatte man Salz und Brot im Haus um satt zu werden, den beiden Lebensmitteln wurde sogar nachgesagt vor dem Teufel und anderen bösen Kräften zu schützen. Um auch Freunde diesen Schutz teil werden zu lassen, ging man dazu über Brot und Salz als Geschenk mitzubringen.

Der Brauch kommt aus dem Mittelalter

Außerdem war Salz und Brot im Mittelalter ein Zeichen von Wohlstand. Salz wurde nicht umsonst „Weißes Gold“ genannt. Wer die Mittel hatte ein Brot zu backen und Salz zu beschaffen, war angesehen und wollte diesen Wohlstand symbolisch weiterverschenken.

Übrigens: Wenn dein:e Nachbar:in also in Zukunft vor deiner Tür steht, Salz und Brot in der Hand hat und sagt: „Brot und Salz, Gott erhalt’s.“, heißt das nicht unbedingt, dass er oder sie gläubige:r Christ:in ist. Der Spruch existiert ebenfalls seit vielen Jahrhunderten und führt auf den Stellenwert zurück, den Salz und Brot in der Bibel haben. Allein im Vaterunser läuft einem das über den Weg, indem Christ:innen beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“.

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Brot ist früher wie heute, ein tolles und besonderes Geschenk. Credit: istock.com/Sasha Samardzija

Salz und Brot: Auch in anderen Kulturen üblich?

Tatsächlich ist es besonders in Deutschland verbreitet, Salz und Brot zu verschenken. Da die Tradition christlich geprägt ist, ist sie logischerweise in Kulturkreisen mit anderen Religionen nicht vertreten. Wenn du in anderen Ländern Geschenke mitbringen willst, solltest du dich ohnehin gut informieren, was üblich und was sogar unangemessen ist. In Marokko zum Beispiel würdest du mit Salz und Brot überhaupt nicht punkten, da es dort verpönt ist, Essen zu verschenken. Der bzw. die Gastgeber:in könnte sich in seiner/ihrer Rolle beleidigt fühlen.

In Deutschland wird Salz und Brot übrigens nicht nur zum Einzug verschenkt. Auch zu Hochzeiten ist es ein beliebtes Geschenk, da man auch dem frisch vermählten Paar Wohlstand und Sicherheit wünscht. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Tradition stammt aus Norddeutschland und Böhmen. Dort wird angeblich Neugeborenen Brot und Salz in die Windel gelegt. Well…

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Ein Brot mit selbstgemachtem Dip, macht richtig was her! Credit: shutterstock/ Nataliia Zhekova

Fazit: Den Brot-und-Salz-Klassiker modern machen

Wenn dir Salz und Brot zum Einzug zu schenken doch etwas zu unkreativ ist, du der Tradition aber auch nicht ganz abschwören möchtest, kannst du das Geschenk super upgraden. Ein riesiger Pluspunkt ist natürlich, wenn du das Brot selbstbackst. So kannst du auch ganz einfach auf die kulinarischen Vorlieben eingehen, die deine zu beschenkende Person hat. Egal ob getrocknete Tomaten, Oliven oder Walnüsse – selbstgebacken wird das Brot auf jeden Fall ein Hit.

Auch beim Salz solltest du nicht knausern. Kaufe am besten gutes Fleur de Sel in einer hübschen Verpackung. Das macht richtig was her – fürs Auge und für den Gaumen.

Zusätzlich und als leckeres Upgrade kannst du zum Beispiel noch einen Dip zaubern. So personalisierst du das Geschenk und dein Gegenüber hat gleich etwas, was er oder sie aufs Brot streichen kann!

Dir hat der Artikel gefallen? Wie du zum Beispiel altes Brot wieder frisch bekommst, erfährst du hier!