Mittlerweile ist es eine Binsenweisheit, dass man von Alkohol einen Kater bekommen kann und sich nach dem Konsum müde und abgeschlagen fühlt oder sogar Kopfschmerzen hat. Doch: Nur wenige wissen, dass es auch die sogenannte Hangxiety gibt.

Der Begriff kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern „Hangover“ und „Anxiety“ zusammen. Also Kater und Angst. Wie der Name schon erahnen lässt, kann Alkohol auch depressive Verstimmungen, Angst, Panikattacken und Grübeleien verstärken. 

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Hangxiety – Wie kommt es dazu?

Viele trinken Alkohol, wenn es ihnen schlecht geht. Denn bekanntermaßen macht Alkohol gelassener, ruhiger und hilft uns dabei, Sorgen und Ängste loszulassen – also zumindest für einen Abend. Doch bereits am nächsten Tag kann unsere Stimmung schon sehr viel schlechter aussehen und das liegt an der Wirkung vom Alkohol.

So führt der britische Wissenschaftler David Nutt die Hangxiety darauf zurück, dass Alkohol die Gaba-Rezeptoren stimuliert. Die Folge: Wir werden relaxt, lustig und offen. Nach dem dritten oder vierten Glas beginnt unser Gehirn aber damit, Glutamate zu blockieren. Diese sind für unsere Sorgen und Ängste verantwortlich. 

Doch unser Körper bemerkt schon bald, dass sich das natürliche Verhältnis dieser Botenstoffe im Körper durch Alkohol verändert. Und er versucht gegenzusteuern, indem er mehr Glutamate produziert und die Produktion von unserem Wohlfühl-Neurotransmitter Gaba herunterfährt. Die Folge: Am nächsten Tag haben wir mehr Glutamat im Körper und einen Mangel an Gaba. Die Folge: Wir fühlen uns ängstlich. Dieser Zustand kann bis zu zwei Tage andauern. Wir haben Hangxiety.

Hangxiety, Alkohol, Depression
Alkohol führt zu Grübeleien, schlechter Stimmung, kurz zur Hangxiety(Photo: fizkes/ shutterstock)

Wer gestresst ist, trinkt häufiger

Stress kann gerade bei jungen Menschen dazu führen, dass sie Alkohol trinken – und am nächsten Tag unter Hangxiety leiden.  Ob jemand zur Flasche greift oder nicht, hängt laut Forschern von der Erziehung, der Persönlichkeit und den eigenen Genen ab.

Aber Alkohol hat nicht nur kurzzeitige Folgen. Denn laut einer Tierstudie kann er genau die Hirnareale schädigen, die für die Produktion von Stresshormonen zuständig sind. Was folgt daraus? Diejenigen, die in jungen Jahren öfter trinken, können später weniger gut mit Stress umgehen.

Fazit: Hangxiety nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wer sich nach dem Trinken von Alkohol immer wieder depressiv fühlt und in Grübeleien verfällt, sollte seinem Körper eine Alkoholpause gönnen, um die Symptome des Hangxiety zu  bekämpfen und seinen Körper nicht langfristig zu schaden. 

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