Dass Zucker ungesund ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Aber trotzdem wird hierzulande jede Menge Süßes gefuttert. Allein im Jahr 2017/2018 lag die tägliche Menge laut dem Bundesministerium für Ernährung bei rund 95 Gramm. Die WHO empfiehlt aber nicht mehr als 50 Gramm. Deswegen fordert foodwatch eine Zuckersteuer.

Zuckersteuer zeigt bereits seine Wirkung

Laut der Verbraucher:innenorganisation ist das vor allem bei Getränken unerlässlich. Denn: Besonders Erfrischungsgetränke und vermeintliche Kinderlebensmittel seien maßlos überzuckert.

„Die Lebensmittelindustrie trägt eine Mitverantwortung an der globalen Adipositas-Epidemie, „, erklärt Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch. Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung, müsse die Branche mit verbindlichen Maßnahmen in die Pflicht nehmen, „anstatt nur höflich um ein paar Gramm weniger Zucker in Fertigprodukten zu bitten“.

Deswegen fordert foodwatch eine Zuckersteuer für Getränke nach dem Vorbild Großbritanniens. Dort haben die Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte laut der Organisation deutlich heruntergeschraubt. Seit der Einführung der Steuer im Jahre 2015 sei der Gehalt um etwa 35 % zurückgegangen.

Zum Vergleich: Während eine Fanta von Coca-Cola in Deutschland 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthält, sind es in Großbritannien nur 4,6 Gramm. Ein Rückgang um fast die Hälfte!

Doch wie teuer wird Süßes werden?

Sollte die Forderung von foodwatch umgesetzt werden, wird Süßes demnächst ziemlich teuer werden. Seit Einführung der Zuckersteuer müssen britische Hersteller 20 Cent draufzahlen, wenn ihre Getränke mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten. Damit nicht genug: Enthalten die Getränke sogar 8 Gramm Zucker, werden 30 Cent fällig.

Übrigens: In einigen Supermärkten in den Niederlanden wird ebenfalls bereits getestet, gesunde Produkte günstiger und ungesunde teurer zu machen.

Die bittere Wahrheit über die Brit:innen

Spannend: Weniger zuckerhaltige Getränke trinken die Brit:innen übrigens trotz Zuckersteuer nicht. Die Menge ist in etwa gleich geblieben. Es sind allein die Herstellenden, die ihren Zuckergehalt reduziert haben, um die höheren Steuern nicht zahlen zu müssen.

Ob sich das auch in Deutschland umsetzen lässt, ist noch unklar. Klöckner setzt fast ausschließlich auf freiwillige Selbstverpflichtungen. Laut foodwatch reicht das aber nicht aus. Eine Zuckersteuer sei laut der Organisation zwingend nötig.

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