Bekommst du von bestimmtem Essen Magenschmerzen? Dann kann die Verdauung die Ursache dafür sein. Es gibt Lebensmittel, die dein Darm schnell verdauen kann und jene, bei denen es eine ganze Weile dauert. Damit du einen besseren Überblick darüber bekommst, wie lang die Verdauungszeit von typischen Lebensmitteln ist, kommt hier eine Zusammenfassung. Eines vorweg: Die Verdauung ist ein verdammt spannender Prozess, auch wenn der eine oder andere Vorgang etwas gewöhnungsbedürftig klingt.

Was passiert bei der Verdauung in deinem Körper?

Tatsächlich passiert in deinem Körper eine ganze Menge – auch dann, wenn du nur einen kleinen Bissen isst. Schon in deinem Mund wird die Nahrung zerkaut und mit Speichel gut vermischt. Sicher hast du schon gehört, dass es wichtig ist, gut und lange zu kauen. Der Hintergrund: Je länger du kaust, desto besser kann der Speichel mit seinen enthaltenen Enzymen den Nahrungsbrei durchdringen. Dadurch werden die enthaltenen Kohlenhydrate in ihre Bestandteile zerlegt. Der erste Schritt der Verdauung beginnt daher schon in deinem Mund.

Ist dein Bissen gut mit Speichel durchtränkt, macht er sich durch deine Speiseröhre auf den Weg in den Magen. Hier wird er mit Magensäften und Enzymen gut durchmischt und für die nächsten Verdauungsvorgänge vorbereitet. Das ist so, als wenn die zerkauten Lebensmittel in deinem Magen zwischengelagert werden. Wie lange das Essen dort bleibt, ist unterschiedlich und davon abhängig, ob du leichte Speisen oder schwer Verdauliches zu dir nimmst. Durch rhythmische An- und Entspannung der Darmmuskulatur wird der Brei dann portionsweise immer ein Stückchen weiter in Richtung Magenausgang und Zwölffingerdarm geschoben. Bestimmte Enzyme sorgen hier dafür, dass das Essen weiter zersetzt wird. Mit Sekreten aus den Verdauungsdrüsen wird der saure Speisebrei außerdem neutralisiert.

Dein Essen ist somit im Zwölffingerdarm und gelangt danach in den Dünndarm. Dieser gilt als Hauptbereich deiner Verdauung. Hier wird deine Nahrung durch Enzyme weiter zerlegt, sodass die Nährstoffe über die Schleimhaut ins Blut aufgenommen werden und zur Leber gelangen. Sie werden dort weiterverarbeitet, gespeichert oder im Körper verteilt. Zu guter Letzt übernimmt dein Dickdarm. Dort werden dem verbliebenen Brei restliche Flüssigkeit und Mineralien (Elektrolyte) entzogen und dem Körper wieder zugeführt. Rund 80-90 Prozent des Wassers und der Elektrolyte werden hier ins Blut übernommen. Dein Essen ist somit fast verdaut, es folgt lediglich noch ein letzter Schritt.

In deinem Dickdarm sind unzählige Mikroorganismen angesiedelt, die die Verwertung des Breis unterstützen. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen wird als „Darmflora“ bezeichnet und ist für deinen gesamten Körper von großer Bedeutung. Bleiben Nahrungsrest über, werden diese unter Zugabe von Schleim in Richtung Mastdarm geschoben und ausgeschieden. Insgesamt dauert es daher eine ganze Weile, bis das Essen verdaut ist.

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Verdauungszeit: Nahrungsmittel die schnell verdaut werden

Manche der Nahrungsmittel, die du zu dir nimmst, werden schnell verdaut, bei anderen dauert es länger – die Verdauungszeit variiert somit.

  • Früchte: Früchte können nach bereits vier Stunden deinen Körper wieder verlassen haben und zählen damit zu den leicht verdaulichen Nahrungsmitteln. Besonders schnell ist die Verdauung von Wassermelonen. Du kannst sie daher ruhig regelmäßig in deinen Speiseplan mit einbauen.
  • Weißer Reis: Ein weiteres Nahrungsmittel, dass schnell verdaut wird, ist der weiße Reis. Zwar dauert es hier mit zwölf Stunden länger als bei Früchten, jedoch geht es noch immer schneller als bei anderen Produkten.
  • Gemüse: Gemüse braucht meist um die fünf Stunden, um sich seinen Weg durch deinen Körper zu bahnen. Damit wird Gemüse noch schneller verdaut als weißer Reis. Bei Brokkoli oder Blumenkohl dauert es jedoch etwas länger – um die zwölf Stunden. Vegane Gerichte, bestehend aus Gemüse und Reis, sind für deinen Magen somit meist besonders gut zu verdauen (das gesündeste Gemüse findest du hier).

Neben typischen Lebensmitteln, die gut zu verdauen sind, gibt es auch einige, bei denen es länger dauert.

Verdauungszeit: Nahrungsmittel die langsam verdaut werden

Werden diese Lebensmittel zusammen gegessen, dann kann es zu Beschwerden kommen. Daher solltest du die Lebensmittel, die etwas langsamer verdaut werden, kennen.

  • Fisch: Isst du Fisch, dann dauert es eine ganze Weile, bis dein Körper diesen zersetzt hat. Meist um die 20 Stunden.
  • Fleisch: Ähnlich ist es auch bei Fleisch, wofür dein Körper in der Regel 24 Stunden, hin und wieder, aber auch 72 Stunden benötigt – also ziemlich lange.
  • Nüsse und Samen: Obwohl Nüsse sehr klein sind, können sie von deinem Körper nicht gerade schnell zersetzt werden. 18 bis 24 Stunden sind hier normal. Auch interessant: Fünf gesunde Nüsse, sowie ein paar Tipps, welche Nüsse du am Abend essen kannst, findest du hier,

Isst du häufig Lebensmittel, die nicht so schnell verdaut werden können, dann kann zum Beispiel Leinöl dabei helfen, das Essen besser zu verdauen. Auch empfehlen wir dir ohne Zeitdruck zu essen, so wirst du automatisch schneller satt sein und das Essen kann schneller verdaut werden. Auch natürliche Appetitzügler werden dir dabei helfen. Willst du dir sicher sein, dass deine Nahrung schnell verdaut wird, dann esse Gemüse wie Endivien, Grünkohl, Mangold oder Rucola. Auch Knoblauch, Zwiebeln, Porree, Möhren, Fenchel, Artischocken und scharfes Essen verrichten wahre Wunder. Auf Milchprodukte oder Getreide solltest du hingegen verzichten. Kuhmilcheiweiß und Laktose sind bekannte Allergene und können die Darmfunktion stören. Außerdem ist die Kombination von Milch und Obst für die Verdauung sehr ungünstig. Ähnlich ist es bei Getreideprodukten, denn sie enthalten Gluten. Wenn du auf darauf allergisch reagierst, kann das starke Beschwerden verursachen. 

In diesem Video erfährst du, was bei einem übersäuerten Magen helfen kann.

Fazit: Die Verdauungszeit kann stark variieren

Wie schnell Lebensmittel verdaut werden, kann Einfluss darauf haben, ob du danach Beschwerden hast. Willst du auf Nummer sichergehen, dann wähle immer wieder Lebensmittel, die schnell verdaut werden können, wie Früchte oder Gemüse. Du kannst sie auch prima mit schwer Verdaulichen Nahrungsmitteln, wie Fleisch oder Fisch kombinieren. Zusätzlich können gesunde Öle, wie Leinöl, den Verdauungsprozess unterstützen.