Die Essgewohnheiten der Welt sind so vielfältig wie ihre Kulturen: In den USA gibt es Lebensmittel zu kaufen, die den Namen in unseren Augen teilweise nicht wirklich verdient haben. Während die USA auf einen Seite einen wahnsinnigen Gesundheits- und Fitnessboom erfährt, gibt es hier auch echte Antigesundheitsklassiker wie Twinkies oder Poptarts.

Diese „Lebensmittel“ bestehen zum allergrößten Teil aus Chemie, Zucker, Salz und Fett. Fertiggerichte wie Mac ’n‘ Cheese gehören einfach zum Alltag der US-Amerikaner:innen dazu. Das haben wir schon in Serien wie Gilmore Girls, einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Serien aller Zeiten sehen können. Wir zeigen, was wirklich hinter den Delikatessen steckt und warum wir dieses Essen dennoch nicht verurteilen sollten.

Essgewohnheiten zu verurteilen kann zu Rassismus führen

Wir haben alles ungewöhnliche Essgewohnheiten. Auch wenn diese nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. In vielen deutschen Haushalten gehört beispielsweise der Sauerbraten zu einem feisten Weihnachtsdinner dazu. In China isst man zum Frühstück gerne fermentierte Eier, die auch hundertjährige Eier genannt werden. In Schweden gibt es eine traditionelle Fisch-Spezialität, die so sehr stinkt, dass die meisten Menschen sich nur von dem Geruch übergeben müssen – Surströmming wird dieser Fisch genannt. Dass all‘ diese Lebensmittel ganz normal in der jeweiligen Kultur sind, fällt aber erst auf, wenn man sich eingehend damit beschäftigt.

Das Disgusting Food Museum klärt auf

Zunächst wurde das Disgusting Food Museum in Schweden errichtet. Es dient den Besuchenden dazu, die Kulinarik anderer Länder zu verstehen und zu erleben. Hier werden „ekelhafte“ Gerichte aus der ganzen Welt ausgestellt – unter anderem Bullenpenisse, Madenkäse und auch der deutsche Schnaps Biebergeil. Die Aussage des Museums: Ob etwas ekelig ist, liegt immer im Auge des Betrachtenden.

Es macht zwar Spaß, sich über verrückte Essgewohnheiten lustig zu machen, doch wir sollten immer im Hinterkopf haben, welche Kultur dahinter steckt. Im Folgenden will ich auf zwei Köstlichkeiten aus den USA eingehen, die für uns in Deutschland ziemlich absurd erscheinen.

Heißer Tipp: Das Disgusting Food Museum sollte jede:r einen Besuch abstatten, der oder die sich für die Besonderheiten und die Verrücktheiten des Essen auf der Welt interessiert. Das ursprünglich schwedische Museum hat seit 2021 auch in Berlin einen Ableger. Ihr findet das Disgusting Food Museum hier: Schützenstraße 70, 10117 Berlin

Die USA hat sehr eigene Vorstellungen davon, was gesund ist und was nicht. Credit: IMAGO / imagebroker

Die USA denken wirklich, dass diese Dinge gesund sind?

Wir lieben die USA und vor allem die US-Amerikaner:innen für ihre verschrobenen Eigenheiten und natürlich auch für ihre absurden Essgewohnheiten. Damit du weißt, was wir damit meinen, haben wir ein paar Nahrungsmittel aus den USA gesammelt, die wirklich zu kurios sind, um keine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Twinkies – The sweetest comeback in the history of ever

Twinkies sind soetwas wie das Nationaldessert der USA: Die kleinen süßen Küchlein gibt es in der Vanillevariante mit cremiger Sahnefüllung oder in der Schokovariante mit Kakaofüllung. Über die Zeit sind aber noch viele weitere Sorten hinzugekommen. Das erste Mal erblickten sie im Jahr 1930 das Licht der Welt – Die Marke Hostess brachte sie damals frisch auf den Markt.

„Frisch“ ist das Stichwort. Es geht nämlich der Mythos um, dass Twinkies mit all ihren chemikalischen Zutaten unzerstörbar seien. Sie seien nicht nur ewig haltbar, sondern sie sollen auch noch einen Atomkrieg überleben können, während alle anderen leckeren Desserts schon lange in der Hitze geschmolzen wären. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn.

Twinkies – lecker und ziemlich chemisch. IMAGO / ZUMA Wire

Die Mythen um die Twinkies sind war ganz amüsant, aber natürlich alle falsch. Ein Twinkie wir sehr wohl nach ein paar Wochen schlecht werden, auch wenn es wohl um einiges länger braucht als eine handelsübliche Birne oder ein Stück Vollkornbrot. Die Grundaussage der Twinkies ist nämlich durchaus wahr: Hier stecken sehr viele schlechte Zutaten drin: chemische Stabilisatoren, künstliche Aromen, Farbstoffe und Konservierungsstoffe sind nur ein paar der vielen vielen Stoffe, die man sich nicht unbedingt in den Körper schieben sollte. So gehören Twinkies nach wie vor zu den ungesündesten Lebensmitteln der Welt – auch wenn sie bei einem Atomkrieg nicht überleben würden.

Poptarts – „gesundes“ Frühstück mit Kultfaktor

Poptart haben einen ähnlich schlimmen Ruf wie die Twinkies – zumindest in Deutschland. Denn auch in diesen pappsüßen Toaster-Törtchen befinden sich nicht wirklich viele gute Zutaten. Viele US-Amerikaner:innen halten Poptarts aber wegen ihrer süßen Fruchtfüllung dennoch für ein gesundes Frühstück.

Pop Tarts – Eine Köstlichkeit für den Toaster. Credit: IMAGO / Newscast

Poptarts entstanden in den USA der 60er Jahre, als die meisten Menschen zuhause einen Toaster hatten und haltbares Frühstück haben wollten. Sie wurden lustigerweise mit dem gleichen Verfahren entwickelt wie auch Hundefutter eingeschweißt wird.

Die USA sind kulinarisch etwas ganz Besonderes

Twinkies und Poptarts sind ein Stück amerikanischer Kultur. Selbst in der weltberühmten Serie „Gilmore Girls“ nehmen beide Desserts eine besondere Rolle ein. Rory und Lorelai Gilmore dafür bekannt, sich besonders schlecht zu ernähren und den amerikanischen Traum von „viel zu viel essen, aber niemals zunehmen“ zu leben. In einer Szene serviert ihnen Emily Gilmore, Lorelais Mutter, Twinkies zum abendlichen Familiendinner.

In vielen Szenen sehen wir Rory und Lorelai Poptarts zum Frühstück essen. Nicht alle Amerikaner:innen sind gleich verrückt, was ihre Essgewohnheiten angeht, denn vieles ist hier klischeebehaftet. Doch diese Lebensmittel haben es geschafft, sich über teilweise mehr als ein Jahrhundert zu halten und in ihrer Beliebtheit kaum abzunehmen. Und das trotz dem aufkommenden Gesundheitswahn.