Der Chlorgeruch im Schwimmbad und der Duft von frisch frittierten Pommes frites gehört für manche untrennbar zusammen. Schließlich hat man nach dem Schwimmen Hunger. Und meistens verlangt unser Körper nach einer deftigen, fettreichen Mahlzeit. Doch es gibt Lebensmittel, auf die du nach einem Besuch im Schwimmbad lieber verzichten solltest. Wir verraten dir, welche das sind und warum.

Warum hat man nach dem Schwimmen Hunger?

Wie anstrengend und kräftezehrend Schwimmen ist, merkt man im Becken meist gar nicht. Erst nach dem Schwimmen macht sich der Hunger bemerkbar: Der Magen knurrt, du fühlst dich schwach und hast sogar leichte Probleme mit dem Kreislauf. Warum ist das so?

Dr. Andreas Hahn, Sprecher der Kommission Schwimmen der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, erklärt gegenüber Thieme: „Extreme sportliche Belastung unterdrückt oft das Hungergefühl. Denn Verdauung würde bedeuten, Energieressourcen abzugreifen und der Körper konzentriert sich natürlich auf die sportliche Beanspruchung und vermeidet jede zusätzliche Belastung. So bleibt während der sportlichen Aktivität das Hungergefühl häufig aus und entsteht dann erst in der Erholungsphase.“

Frau trinkt am Pool aus Wassermelone
Warme Sommertage verbringen wir gern nah am Wasser. Fruchtige Snacks gehören da einfach dazu. Foto: IMAGO /westend61

Schwimmen beansprucht deinen Körper mehr, als andere Sportarten

Umso größer ist dann nach dem Schwimmen der Hunger. „Beim Schwimmen werden mehr Muskelgruppen beansprucht als bei anderen Sportarten“, erklärt Dr. Hahn. Obwohl man genau so viele Kalorien verbrennt, wie beispielsweise beim Radfahren, ist nach dem Schwimmen der Hunger größer.

Außerdem muss der Körper die Temperatur des kalten Wassers ausgleichen. Das erfordert Energie und macht hungrig.

Wie Dr. Hahn erklärt, wirkt auch der hydrostatische Druck im Wasser auf den Körper ein und beeinflusst das Hungergefühl. „Dieser Umgebungsdruck auf den Körper sorgt beispielsweise für eine Veränderung der Herzfrequenz sowie der Lungenvolumina und führt zu einer gesteigerten Aktivität der Nieren. Diese Aktivierung der verschiedenen Organsysteme ruft wiederum einen erhöhten Energiebedarf hervor„, so der Arzt.

Und sogar der Hormonhaushalt wird beim Schwimmen durcheinander gebracht: Durch den hydrostatischen Druck wird das für das Hungergefühl verantwortliche Hormon Ghrelin vermehrt ausgeschüttet, der Gegenspieler Leptin weniger.

Auf diese Lebensmittel solltest du besser verzichten

Doch einfach wahllos Essen in dich reinschaufeln, solltest du nicht. Denn die falschen Lebensmittel machen dich träge, statt deinen Körper mit Energie zu versorgen. Dazu gehören leider fast alle Klassiker, die der Freibad-Kiosk im Angebot hat: Pommes mit Mayo, Currywurst, Burger und belegte Brötchen. Vermeide Weißmehlprodukte, denn diese enthalten zwar viele Kalorien, machen aber nicht lange satt. Auch auf Fettiges solltest du nach dem Schwimmen besser verzichten.

Was dein Körper stattdessen braucht, sind hochwertige Kohlenhydrate und Proteine. Bekommt er diese nicht, zieht er sich die Energie aus deinen Muskeln, indem er das Gewebe abbaut. Das willst du sicher nicht.

Sinnvoll wäre daher eine Mahlzeit aus Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten sowie frischem Gemüse und etwas Obst. Doch im Schwimmbad muss es meistens schnell gehen. Und nicht jede:r hat Zeit und Lust, vorzukochen. Sinnvoll wäre daher ein Snack, der dich nach dem Schwimmen schnell mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Eine Banane sowie eine Handvoll Walnüsse sind da eine gute Wahl.

Weiterlesen: Hier erfährst du mehr über die richtigen Lebensmittel nach dem Sport.

Fazit: Ein Snack überbrückt den ersten Hunger

Nach dem Schwimmen hilft dir ein Snack aus Proteinen und komplexen Kohlenhydraten über den ersten großen Hunger hinweg. Bevor du dann aber zu Burger & Co. greifst, solltest du dir lieber die Zeit nehmen, eine ausgewogene Mahlzeit mit frischem Gemüse zuzubereiten. So werden deine Energiespeicher schnell wieder aufgefüllt und du fühlst dich nach dem Schwimmen herrlich frisch und erholt.

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