Die Hanfpflanze hat Tradition – bereits im 3. Jahrtausend wurde sie in einem chinesischen Medizinbuch als Heilpflanze erwähnt. Hanföl und die Pflanze an sich erleben damit gerade ein echtes Comeback. Doch was ist dran an der Wunderpflanze und ist Hanföl wirklich so gesund, wie alle sagen?

Hand Hanf Samen Frau
Von Hanf werden nicht nur die Samen, sondern die gesamte Pflanze verarbeitet. Foto: Africa Studio, shutterstock /

Was ist Hanföl eigentlich?

Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen. Eigentlich handelt es sich dabei nur um ein Nebenprodukt, dass bei der Herstellung von Hanffaser entsteht. Dafür werden die Samen gepresst und davon nicht zu wenig.  Aus 10 Kilo Hanfsamen entstehen nur drei Kilo des flüssigen Golds. Je dunkler, desto intensiver und nussiger schmeckt es.

Das Gute bei der Herstellung: Jeder Teil der Pflanze kann verarbeitet werden: Neben den Samen werden unter anderem die Schäben (Füllstoff, Bio-Brennstoff, Baustoffe), die Blätter (ätherische Öle, Geschmacks- oder Geruchsstoffe in z.B. Waschmitteln), die Blüten (medizinische Anwendungen) und die Fasern (Bekleidung, Dämmstoff, Papier) verwendet.

Frau Ventilator
Du nutzt einen Ventilator gegen Hitze? Trage doch einfach Klamotten aus Hanffaser. Foto: Getty Images/ Paula Winkler

Hanf als natürliche Klimaanlage

Hanf bringt besondere klimatisierende Eigenschaften mit. Seine Fasern wirken ganz natürlich Temperatur-regulierend. Im Sommer halten sie angenehm kühl, im Winter schaffen sie ein kuscheliges Klima. Unter dem Mikroskop wird deutlich, warum:

Hanffasern in Kleidungsstücken verarbeitet haben kleine Lufttaschen, durch die die Faser „atmet“. Sie füllen sich an kalten Tagen mit der Körperwärme und speichern sie. An warmen Tagen sorgen sie für ein luftiges Tragegefühl. Außerdem wird Hanf hierzulande angebaut und stellt deswegen eine gute Möglichkeit dar, euren ökologischen Fußabdruck im Zaun zu halten.

wie gesund ist Hanföl
Der Anbau von Nutzhanf findet vor allem regional statt. Foto: IMAGO / Countrypixel

CBD Öl vs. Hanföl: Wo liegt der Unterschied?

Hanföl wird häufig mit CBD Öl gleichgesetzt, dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Produkte: Wer sich aus Hanföl eine berauschende Wirkung verspricht, der oder die wird an diesem Punkt enttäuscht. Zwar wird Hanföl aus Teilen der Hanfpflanze gewonnen, es übt jedoch keine psychoaktive Wirkung aus. Sogar Kinder und Schwangere können ganz bedenkenlos das Öl einnehmen, da die berauschende Substanz THC entweder gar nicht oder in verschwindend geringer Menge enthalten ist.

Dazu liegt der Unterschied auch in der Herstellungsweise: CBD Öl ist das Produkt aus den grünen Bestandteilen der Hanfpflanze, während Hanföl sich den Samen widmet.

Deswegen ist Hanföl so gesund:

Das daraus gewonnene Speiseöl beinhaltet ein großes Spektrum an wertvollen Inhaltsstoffen, vor allem lebensnotwendige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die besonders wichtig für die Herzgesundheit und für den Energie- sowie den Sauerstoffhaushalt sind. Da sollten besonders die Vegetarier:innen hellhörig werden, da sie genau den Bedarf decken, den man sonst durch Fischkonsum einholt.

Bio Siegel
Wer Hanföl kauft, sollte darauf achten, dass es mit einem Bio Siegel gekennzeichnet ist Foto: IMAGO / blickwinkel

Hanföl kaufen: Darauf solltest du achten

Hanföl kannst du in allen Apotheken, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Auch im Internet gibt es zahlreiche Anbieter, wobei man da auf ein paar Punkte achten sollte:

  • Kalt gepresst: Damit Hanföl möglichst viele gesunde Inhaltsstoffe beinhaltet, solltest du auf die kaltgepresste Variante setzen. Das Erhitzen im Herstellungsprozess kann wertvolle Substanzen vernichten
  • Bio-Qualität: Damit du den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln ausschließen kannst, solltest du auf das Bio-Siegel achten. Die Pflanze hat von Natur aus einen Selbstschutz gegen Schädlinge. Auch die Aufnahme von weiteren chemischen Beigaben können damit ausgeschlossen werden.
Unabhängigkeitserkärung vereinigte Staaten
Die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten fand auf Hanfpapier statt. Foto: IMAGO / H. Tschanz-Hofmann

Hanf ist geil, aber beachte die Nebenwirkungen

Egal, ob im Öl, in den Klamotten oder auf Papier. Fun Fact: Wie verschiedene Aufzeichnungen belegen, wurden sowohl die Gutenberg-Bibel als auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier gedruckt!

  • Aber vergiss nicht, es kann immer sein, dass du ein paar Nebenwirkungen bei den ersten Einnahmen spürst. Entweder weil du allergisch bist, oder weil dein Körper noch nicht daran gewöhnt bist.  Dabei können Rötungen oder Pusteln auftreten, wenn das Hanföl äußer­lich angewendet. Sollten diese uner­wünsch­ten Wirkungen auftreten, solltest du das Öl sofort absetzen. In den meisten Fällen verschwinden die Haut­reizungen inner­halb von wenigen Stunden.
  • Bei der innerlichen Einnahme von Hanföl kön­nen Magenprobleme nicht ausgeschlossen werden. Allerdings gewöhnen sich mit der Zeit viele Menschen an die noch unge­wohn­ten In­haltsstoffe. Ein Magendrücken bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Un­ver­träglichkeit vorliegt. In solchen Fällen kann es helfen, das Öl gemeinsam mit Lebensmitteln aufzu­neh­men oder die Menge vorerst kleinzuhalten.

Das könnte dich auch interessieren: