Besser chillen, schneller einschlafen, weniger Schmerzen, ein entspannteres Gemüt, die Geselligkeit, die damit einhergeht oder einfach nur die Sucht – Konsumenten von Marihuana oder Haschisch nennen zahlreiche Gründe für den Konsum.

Doch: Insbesondere für diejenigen, die süchtig nach THC sind (also dem Stoff der Pflanze, der high macht), könnten die Ergebnisse einer neuen Studie interessant sein. Denn, CBD (also der Stoff, der nicht high macht und im medizinischen Bereich eingesetzt wird), könnte dabei helfen, weniger zu kiffen.

Weniger Kiffen dank CBD?

Ab und zu mal einen rauchen? Das machen mehr Menschen als man denken mag.

Eine THC-Sucht hingegen tritt seltener, dafür aber immer häufiger auf. Doch: Experten warnen vor den Folgen, die nicht nur Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit haben, sondern sich auch auf das soziale Leben auswirken kann.

Erfahre hier, warum manche Profisportler aufs Kiffen schwören.

In Deutschland sind 0,4 Prozent der Bürger von der Sucht betroffen. Das sind gerade einmal halb so viele wie beim Alkohol. Weltweit beläuft sich die Zahl aber schon auf etwa 22 Millionen Menschen. Das sind ähnlich viele wie bei Opiaten. 

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Weniger kiffen? CBD könnte helfen.(Photo: DREAMSTOCK1982 via www.imago-images.de)

Doch: Was kann jemand tun, der süchtig ist und beispielsweise weniger kiffen will? Forscher haben sich genau diese Frage gestellt und eine mögliche Lösung gefunden. Nämlich CBD. Der Stoff soll demnach bei der THC-Entwöhnung helfen.

Die Dosis macht die Wirkung

Insgesamt haben 82 Probanden an der Untersuchung teilgenommen. Alle von ihnen waren süchtig und zeigten Symptome der Abhängigkeit. Und alle hatten denselben Wunsch, nämlich den Konsum zu beenden.

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CBD ist für Forscher besonders interessant. Eine Studie hat nun sogar die Wirkung von Cannabis auf das Coronavirus untersucht.(Photo: smartboy10/ istock)

Die Teilnehmer wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte bekam zwei Kapseln mit CBD-Dosen zwischen 200 und 800 Milligramm pro Tag und die anderen nur Placebo-Tabletten. Zusätzlich dazu gab es sechs Beratungsgespräche.

Anhand von Urintests haben die Forscher gemessen, wie viel THC die Teilnehmer weiter konsumiert haben. Und die Probanden wurden zusätzlich dazu gefragt, an wie vielen Tagen in der Woche sie es geschafft haben, abstinent zu bleiben. 

Das Ergebnis der Studie: Während eine Dosis von 200 mg pro Tag keinen Effekt zeigte, wirkten 400 und 800 mg hingegen schon. Besonders interessant: Diejenigen, die 400 Milligramm CBD eingenommen haben, schafften es auf 0,5 Abstinenztage. Und diejenigen, die 800 Milligramm eingenommen haben, lediglich auf 0,3 Tage pro Woche. Das Motto: Höhere Dosis, höhere Wirkung? Gilt hier nicht. Nebenwirkungen hatte übrigens niemand.

Wer süchtig ist & weniger kiffen will, sollte auf professionelle Hilfe setzen

Die Forscher sind davon überzeugt, dass ihre Ergebnisse Auswirkungen auf die Behandlung von Cannabiskonsumstörungen haben könnten: „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass 400 bis 800 Milligramm CBD das Potenzial haben, den Cannabiskonsum zu reduzieren. Höhere Dosen dürften aber keinen zusätzlichen Nutzen bringen“, erklärt Valerie Curran von der University College London.

Dennoch weist die Professorin darauf hin, dass es noch mehr Studien zu dem Thema braucht. Und sie rät: Wer weniger kiffen will, sollte sich nicht selbst mit CBD-Produkten eindecken und herumexperimentieren, weil dann Qualitätskontrollen fehlen und die frei verfügbaren Produkte meist deutlich niedriger dosiert sind.

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