War der Dezember bei dir auch so feuchtfröhlich? Dann ist es vielleicht an der Zeit, am Dry January teilzunehmen. Dieser Trend des freiwilligen Alkoholverzichts für den ersten Monat des Jahres kommt aus Großbritannien, wird aber auch hierzulande immer beliebter.

Was genau hinter dem Trend steckt, wie sinnvoll der einmonatige Alkoholverzicht ist und wie du es locker schaffst, einen Monat ohne Weinglas auszuhalten, liest du hier. 

Sekt leer
Was die Deutschen richtig gut können? Richtig: Trinken! Und zwar nicht zu wenig.(Photo: Getty Images/ Tetra Images)

Der Dry January – darum gibt es ihn

Für viele Menschen in Großbritannien bleibt es nicht bei dem einfachen Vorsatz, im neuen Jahr weniger zu trinken. Sie verpflichten sich sogar dazu, den gesamten Monat Januar trocken zu bleiben. Und das aus gutem Grund. Denn in Großbritannien ist Alkohol die häufigste Todesursache von Menschen im Alter zwischen 15 bis 49. Daher hat die Organisation Alcohol Concern den Dry January eingeführt.

Jetzt denkst du dir: Krass! Wie geht das denn? Studien zeigen, dass in Deutschland der Alkoholkonsum in Sachen Häufigkeit und Menge über die Jahre zwar stetig sinkt, doch gehören auch wir noch immer zu einem Hochkonsumland! Im Durchschnitt trinken Deutsche 10,9 Liter reinen Alkohol im Jahr (Stand 2019). Im Vergleich dazu beträgt der Pro-Kopf-Konsum in anderen OECD-Ländern nur 8,9 Liter. So ein Dry January ist somit auch hierzulande mehr als angebracht.

Was bringt es, einen Monat trocken zu bleiben?

Doch was bringt es eigentlich, einen Monat trocken zu bleiben, nur um dann wie zuvor weiterzutrinken? Die Dry-January-Kampagne verspricht zumindest einige gesundheitliche Vorteile. So sollen zum Beispiel Schlafstörungen gelindert werden und auch das Hautbild soll sich verbessern.

Aber Alkoholverzicht bietet auch andere Vorteile. Denn eines sollte allen klar sein: Keinen oder wenig Alkohol zu trinken, ist eindeutig gesünder. Denn Alkohol verursacht nachgewiesenermaßen Krankheiten wie Krebs, Bluthochdruck, Leberzirrhosen, Impotenz uvm. Nicht zu verschweigen sind außerdem alkoholbedingte Verletzungen oder Gewalttaten, die durch den Alkoholkonsum ausgelöst werden.

Wer auf Alkohol verzichtet, sorgt dafür, dass der Körper Vitamine und Mineralstoffe besser aufnehmen kann. Das stärkt in der Folge auch dein Immunsystem und lässt dich besser konzentrieren. Zuletzt sparst du durch den Alkoholverzicht im Dry January unnötige Kalorien ein, die sich zur genüge im Alkohol verstecken. Ein Glas trockener Weißwein enthält immerhin 136 kcal! 

Dieses Video zeigt, warum der Dry January auch deinen Gehirnzellen etwas Gutes tut!

Wann der Dry January eher Nach- als Vorteile bringt

Nicht jeder sollte jedoch beim Dry January mitmachen. Denn wer regelmäßig trinkt und seinen Körper bereits daran gewöhnt hat, kann sich damit sogar eher schaden. Ob du Alkoholiker bist, erfährst du hier.

Statt gesundheitlicher Vorteile können sich dann Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen bemerkbar machen. Innere Unruhe, Übelkeit, Zittern, Schwitzen und Angstattacken sind sodann häufige Symptome.

Auch sollte man immer bedenken, dass es zwar eine gute Sache ist, auf Alkohol zu verzichten. Doch ob ein Monat Verzicht so große Auswirkungen hat, bleibt anzuzweifeln. Schon gar nicht, wenn man gleich am 1. Februar eine Flasche Rotwein trinkt, um seinen Erfolg zu begießen. Viel eher soll der Dry January zu einem Umdenken führen und zeigen: Es geht auch ohne Alkohol.

So kann der Dry January zwar Gutes bewirken, jedoch sollte man eher darauf achten, im Alltag weniger Alkohol zu konsumieren. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betont dahingehend, dass in der Woche mindestens zwei alkoholfreie Tage eingelegt werden sollten. Wobei noch weniger Tage eindeutig nur förderlich für die Gesundheit sein können.

Frau Wein
Dir fällt es schwer, die Hände vom Alkohol zu lassen? Diese 5 Tipps helfen.(Photo: Getty Images/ Anastasiâ Svydkih / EyeEm)

So bleibst du im Dry January & darüber hinaus trocken

Dass ein Glas Wein oder Bier nach der Arbeit ganz schön verlockend sind, wissen wir. Dennoch gibt es einige Tipps für die Alkoholentwöhnung, die dich den Dry January durchhalten lassen und allgemein weniger Alkohol trinken lassen:

1. Gewohnheiten durchbrechen

Dein Glas Wein gehört an Trash-TV-Abenden einfach dazu? Das kann sich ändern, indem du einfach neue Rituale etablierst und du dir beispielsweise einen leckeren Mocktail mixt oder mal versuchst, ob dir auch alkoholfreier Wein zusagt.

2. Bedürfnisse erkennen

Trinkst du vielleicht einfach so viel, weil du Durst oder Appetit hast? Statt mit einem Glas Wein in den Feierabend zu starten, genehmige dir erst mal ein großes Glas Wasser. Dir dürstet es nach Entspannung? Dann lege einen Spaziergang oder eine Runde Hatha-Yoga ein.

3. Versuchungen vermeiden

Lege dir keine Alkoholvorräte zu Hause an und meide Veranstaltungen, auf denen viel getrunken wird. Verbringe stattdessen Zeit mit Menschen, die wenig oder gar nicht trinken.

4. Regeln etablieren

Im Dry January ist die Regel klar: einen Monat keinen Alkohol! Für den Rest des Jahres solltest du dir eigene Regeln überlegen. Zum Beispiel, dass du nur am Wochenende oder zu besonderen Anlässen trinkst.

5. Buddy suchen

Durch Willensstärke kann man allein viel erreichen. Doch manchmal ist der innere Schweinehund einfach größer. Suche dir daher einen Buddy, ob eine Freundin oder deinen Partner, der dir hilft, deinen Alkoholverzicht durchzuziehen. Zusammen klappt das trocken bleiben locker auch über den Dry January hinaus!

Den Dry January zum Umdenken nutzen

Einen Monat auf Alkohol zu verzichten, wird dich langfristig nicht vor den gesundheitlichen Folgen von zu hohem Alkoholkonsum bewahren. Der Dry January kann dir aber zeigen, dass man auch ohne Alkohol Spaß haben und Entspannung im Feierabend finden kann. Somit ist er eher als Startschuss in eine gesündere Zukunft zu verstehen als ein Allheilmittel.

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