Wasser und Avocados
Die Avocado benötigt viel Wasser und ist damit die durstigste Frucht überhaupt.

Avocado & Wasser: So kritisch steht es um die geliebte Trendfrucht

Avocados brauchen Wasser. Viel Wasser. Wir haben 5 Gründe, warum du dir den Vegetarismus sparen kannst, wenn du Avocados isst.

Wir lieben sie. Die kleine grüne Frucht, die zu jedem Essen passt und in einer Vielzahl an Variationen verspeist werden kann. Ob auf einem belegten Toast, in unserem Salat oder in einem Smoothie, wir finden immer einen Grund, um die Avocado zu verwenden. 

Sogar Fitness-Gurus und Blogger präsentieren uns immer wieder gesunde Gerichte, bei denen sie auf keinen Fall fehlen darf. Doch warum die Avocado und ihr Wasserverbrauch immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt sind, erklären wir dir – die Trendfrucht ist nämlich unendlich durstig.

Doch welche Probleme bestehen & was genau hat es mit dem hohen Wasserverbrauch auf sich?

Die Schwierigkeiten beginnen bereits beim Anbau der Avocado. Denn um einen Kilo herzustellen, werden um die 1000 Liter Wasser verbraucht. Das ist 8-mal mehr, als für einen Kilo Kartoffeln benötigt wird. Die Avocado ist damit die durstigste Frucht überhaupt.

Frau Avocado Draußen Feld
Neben des Wasserbrauchs ist auch die Umweltbilzanz der Avocado schlecht.(Photo: mimagephotography/Shutterstock)

Doch natürlich ist der Verbrauch im Vergleich zu anderen Produkten relativ gering. Für die Rindfleischproduktion werden ca. 15.000 Liter Wasser aufgewendet, die sich aus dem Futter, der Weiterverarbeitung und dem Trinken der Tiere zusammensetzen. Insgesamt 86 % des Wassers werden zum Anbau von Lebensmitteln verwendet.

Avocado & Wasser: Eine kritische Angelegenheit

Problematisch ist neben des Wasserverbrauchs auch die Umweltbilanz. Wir zeigen dir 5 Gründe, warum eine Avocado deinen Fußabdruck ganz schön vergrößert.

1. Die langen Transportwege

Die Früchte brauchen ein warmes Klima, um zu wachsen. Daher werden sie in erster Linie in Mittel- und Südamerika angebaut. Das bedeutet: Für den Transport müssen sie viele Tausende Kilometer zurücklegen, um am Ende bei uns im Supermarkt zu liegen.

Dadurch wird nicht nur viel CO2 freigesetzt, sondern es findet auch ein hoher Energieverbrauch aufgrund der Kühlboxen und Container statt. 

2. Die Abholzung der Wälder

Die vielen Avocado-Plantagen brauchen ihren Platz und dafür müssen nicht selten andere Bäume weichen. Wodurch es zu einer Zunahme von Monokulturen und folglich einem ökologischen Ungleichgewicht kommen kann. 

Anbau Avocados Pflanzen
Achte beim Kauf der Avocado auf das Herkunftsland.

Besonders in Mexiko, dem größten Anbauland für Avocados, kommt es deswegen immer wieder zu illegalen Abholzungen. Denn die steigenden Preise sowie die große Nachfrage machen den Anbau für die Bauern sehr attraktiv. Obwohl ihre direkte Umwelt leidet.

Eines der Hauptprobleme ist der hohe Wasserverbrauch, der für den Anbau benötigt wird. Da viele Länder mit einer Wasserknappheit zu kämpfen haben, kann die Produktion von Avocados weitreichende Folgen haben.

3. Die Wasserknappheit in den Ländern

Aufgrund der Bewässerung für die Avocado-Plantagen, wird das Grundwasser in den Ländern knapp und der Boden trocknet aus. Außerdem werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die Einfluss auf das Trinkwasser in der Region nehmen und somit besonders der Bevölkerung und der Umwelt schaden.

4. Die Pestizide

Durch die Verunreinigung in manchen Regionen befürchten Umweltorganisationen gesundheitliche Schäden bei den Mitarbeitern der Plantagen, da sie in direktem Kontakt mit den Planzenschutzmitteln stehen. Außerdem befinden sich Pestizide auf der Schale der Frucht und gelangen somit auch leicht in unser Essen. 

5. Der gesellschaftliche Zusammenhalt

80 % der Wälder in Mexiko gehören den Dorfgemeinschaften. Wenn das Land an große Agraunternehmen verkauft wird, dann ist das zum Nachteil für die Gemeinschaft. 

Dennoch musst du nicht vollkommen auf den Kauf der Avocados verzichten. 

So gelingt der faire & nachhaltige Avocado-Einkauf

Wenn du verschiedene Aspekte berücksichtigst, dann spricht nichts gegen den Kauf deiner Lieblingsfrucht.

Einkaufen Frau Avocado
Nachhaltig produzierte Avocado sind kleiner und schmecken intensiver.

Du solltest dich jedoch nach biologisch angebauten Früchten umsehen. Hier wurden meist weniger Pestizide verwendet und das Wasser beziehungsweise der Boden werden nicht zusätzlich belastet.

Außerdem solltest du auf das Herkunftsland achten. Denn Avocados aus Spanien haben einen wesentlich kürzeren Transportweg.

Zuletzt kannst du dich über die Anbaubedingungen informieren. Viele Produzenten setzen sich für Qualität statt für Massenware ein. Auch wenn Früchte aus einem verantwortungsvollen Anbau teuer sind, so sind sie aromatischer und weniger schädlich für die Umwelt.

Werde selbst zum Avocado-Züchter!

Bevor du darüber nachdenkst ganz auf die leckere Frucht zu verzichten, solltest du dir genauer ansehen, wie du dir deine eigene Avocado-Pflanze züchten kannst. Auch, wenn du dafür etwas Geduld benötigst, wirst du von dem Endprodukt überrascht sein.

Hierfür musst du den Kern abwaschen und gut trocken lassen. Danach bohrst du drei Zahnstocher seitlich in den Kern, etwa auf halber Höhe. Anschließend hängst du den Kern mit der spitzen Seite nach oben in ein Wasserglas. Nach etwa drei bis zehn Wochen wird dein Kern wurzeln entwickelt haben und du kannst ihn einpflanzen.

Dabei solltest du beachten, dass der spitze Teil nach oben zeigen muss und der gesamte Topf mit einer Plastiktüte abgedeckt werden sollte. Nach regelmäßigem Gießen und wird deine Pflanze schon bald grüne Blätter haben. Wichtig ist, dass sie an einem hellen Ort mit über 20 Grad aufgestellt wird.

Sollten wir also auf unsere Lieblingsfrucht verzichten?

Zumindest sollten wir darüber nachdenken und unseren Verbrauch reduzieren. Optimal wäre es natürlich, wenn du eine umweltfreundlichere Alternative dazu findest. Hierbei lohnt es sich besonders, die heimischen Superfoods genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Falls du auf keinen Fall auf eine cremige Avocado verzichten kannst, dann achte beim Kauf auf die Herkunft. Denn viele werden auch in Spanien angebaut, sodass der Transportweg deutlich kürzer ist. Außerdem solltest du eine Avocado immer gründlich waschen, denn die Pestizide können auch auf der Schale der Frucht sein. 

Statt Avocados kannst du auch Nüsse in dein Essen mischen, denn diese enthalten ähnliche Öle wie Avocados. Hier findest du die gesündesten Nüsse. Falls du dich grundsätzlich für den Klimawandel interessierst, schaue dir den Artikel über die Planetary Health Diet an.


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