Die Avocado ist beliebt wie keine andere Frucht und zählt zu den Trendfoods unserer Zeit. Kein Wunder, so passt die grüne Frucht doch zu fast jedem Essen. Aus den Supermärkten ist die Avocado daher nicht mehr wegzudenken. Die hohe Nachfrage bringt jedoch auch Nachteile mit sich. So benötigt die Avocado extrem viel Wasser und weist eine schlechte Umweltbilanz auf.

Was genau das für die grüne Frucht bedeutet & worauf du beim Kauf achten solltest, erfährst du hier.

Woher kommt der hohe Wasserverbrauch?

Die Schwierigkeiten beginnen bereits beim Anbau der Avocado. Denn um einen Kilo herzustellen, werden um die 1000 Liter Wasser verbraucht. Das ist 8-mal mehr, als für einen Kilo Kartoffeln benötigt wird. Die Avocado ist damit die durstigste Frucht überhaupt.

Doch natürlich ist der Verbrauch im Vergleich zu anderen Produkten relativ gering. Für die Rindfleischproduktion werden ca. 15.000 Liter Wasser aufgewendet, die sich aus dem Futter, der Weiterverarbeitung und dem Trinken der Tiere zusammensetzen. Insgesamt 86 % des Wassers werden zum Anbau von Lebensmitteln verwendet.

Avocado & Wasser: Eine kritische Angelegenheit

Problematisch ist neben dem Wasserverbrauchs auch die Umweltbilanz. Wir zeigen dir 5 Gründe, warum eine Avocado deinen Fußabdruck ganz schön vergrößert.

1. Die langen Transportwege

Die Früchte brauchen ein warmes Klima, um zu wachsen. Daher werden sie in erster Linie in Mittel- und Südamerika angebaut. Das bedeutet: Für den Transport müssen sie viele Tausende Kilometer zurücklegen, um am Ende bei uns im Supermarkt zu liegen.

Avocado nachreifen lassen
Neben des Wasserbrauchs ist auch die Umweltbilzanz der Avocado schlecht. Credit: IMAGO / Cavan Images

Dadurch wird nicht nur viel CO2 freigesetzt, sondern es findet auch ein hoher Energieverbrauch aufgrund der Kühlboxen und Container statt. 

2. Die Abholzung der Wälder

Die vielen Avocado-Plantagen brauchen ihren Platz und dafür müssen nicht selten andere Bäume weichen. Wodurch es zu einer Zunahme von Monokulturen und folglich einem ökologischen Ungleichgewicht kommen kann. 

Anbau Avocados Pflanzen
Achte beim Kauf der Avocado auf das Herkunftsland.

Besonders in Mexiko, dem größten Anbauland für Avocados, kommt es deswegen immer wieder zu illegalen Abholzungen. Denn die steigenden Preise sowie die große Nachfrage machen den Anbau für die Bauern sehr attraktiv. Obwohl ihre direkte Umwelt leidet.

Eines der Hauptprobleme ist der hohe Wasserverbrauch, der für den Anbau benötigt wird. Da viele Länder mit einer Wasserknappheit zu kämpfen haben, kann die Produktion von Avocados weitreichende Folgen haben.

3. Die Wasserknappheit in den Ländern

Aufgrund der Bewässerung für die Avocado-Plantagen, wird das Grundwasser in den Ländern knapp und der Boden trocknet aus. Außerdem werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die Einfluss auf das Trinkwasser in der Region nehmen und somit besonders der Bevölkerung und der Umwelt schaden.

4. Die Pestizide

Durch die Verunreinigung in manchen Regionen befürchten Umweltorganisationen gesundheitliche Schäden bei den Mitarbeitern der Plantagen, da sie in direktem Kontakt mit den Planzenschutzmitteln stehen. Außerdem befinden sich Pestizide auf der Schale der Frucht und gelangen somit auch leicht in unser Essen. 

5. Der gesellschaftliche Zusammenhalt

80 % der Wälder in Mexiko gehören den Dorfgemeinschaften. Wenn das Land an große Agrarunternehmen verkauft wird, dann ist das zum Nachteil für die Gemeinschaft. 

Dennoch musst du nicht vollkommen auf den Kauf der Avocados verzichten. 

So gelingt der faire & nachhaltige Avocado-Einkauf

Wenn du verschiedene Aspekte berücksichtigst, dann spricht nichts gegen den Kauf deiner Lieblingsfrucht.

Einkaufen Frau Avocado
Nachhaltig produzierte Avocado sind kleiner und schmecken intensiver.

Du solltest dich jedoch nach biologisch angebauten Früchten umsehen. Hier wurden meist weniger Pestizide verwendet und das Wasser beziehungsweise der Boden werden nicht zusätzlich belastet.

Außerdem solltest du auf das Herkunftsland achten. Denn Avocados aus Spanien haben einen wesentlich kürzeren Transportweg.

Zuletzt kannst du dich über die Anbaubedingungen informieren. Viele Produzenten setzen sich für Qualität statt für Massenware ein. Auch wenn Früchte aus einem verantwortungsvollen Anbau teuer sind, so sind sie aromatischer und weniger schädlich für die Umwelt.

Avocado & Wasser: Werde selbst zum Züchter!

Bevor du darüber nachdenkst ganz auf die leckere Frucht zu verzichten, solltest du dir genauer ansehen, wie du dir deine eigene Avocado-Pflanze züchten kannst. Auch, wenn du dafür etwas Geduld benötigst, wirst du von dem Endprodukt überrascht sein.

Hierfür musst du den Kern abwaschen und gut trocken lassen. Danach bohrst du drei Zahnstocher seitlich in den Kern, etwa auf halber Höhe. Anschließend hängst du den Kern mit der spitzen Seite nach oben in ein Wasserglas. Nach etwa drei bis zehn Wochen wird dein Kern wurzeln entwickelt haben und du kannst ihn einpflanzen.

Dabei solltest du beachten, dass der spitze Teil nach oben zeigen muss und der gesamte Topf mit einer Plastiktüte abgedeckt werden sollte. Nach regelmäßigem Gießen wird deine Pflanze schon bald grüne Blätter haben. Wichtig ist, dass sie an einem hellen Ort mit über 20 Grad aufgestellt wird.

Solltest du auf deine Lieblingsfrucht verzichten?

Zumindest solltest du darüber nachdenken und deinen Verbrauch reduzieren. Optimal wäre es natürlich, wenn du eine umweltfreundlichere Alternative dazu findest. Hierbei lohnt es sich besonders, die heimischen Superfoods genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Falls du auf keinen Fall auf eine cremige Avocado verzichten kannst, dann achte beim Kauf auf die Herkunft. Denn viele werden auch in Spanien angebaut, sodass der Transportweg deutlich kürzer ist. Außerdem solltest du eine Avocado immer gründlich waschen, denn die Pestizide können auch auf der Schale der Frucht sein. 

Statt Avocados kannst du auch Nüsse in dein Essen mischen, denn diese enthalten ähnliche Öle wie Avocados. Hier findest du die gesündesten Nüsse. Falls du dich grundsätzlich für den Klimawandel interessierst, schaue dir den Artikel über die Planetary Health Diet an.