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Zuhause frieren: So kalt sollte es in deiner Wohnung wirklich sein

Ist zuhause frieren schädlich für die Gesundheit? Oder können wir damit sogar unser Immunsystem stärken? Hier findest du die Antwort.

Frau Heizung Kälte frieren
Was tun, wenn die Heizung möglichst lange aus bleiben soll? Foto: Getty Images/ SrdjanPav

Egal, ob du noch bei deinen Eltern, in einer WG, allein oder mit deine:r Partner:in lebst – die steigenden Preise für Gas und Strom betreffen uns alle. Aus Angst vor einer fetten Nachzahlung lassen viele so lange wie möglich die Heizung aus. Und das, obwohl es jetzt immer kälter wird. Doch ist zu Hause frieren wirklich so ungesund? Oder stärkt die ungewohnte Kälte womöglich sogar unsere Abwehrkräfte?

Ist Zuhause frieren ungesund?

„Was nicht tötet, härtet ab.“ So lautet ein altes Sprichwort, das noch heute gern verwendet wird, wenn es um eine scheinbar harmlose Erkrankung wie beispielsweise eine Erkältung geht. Doch trifft das auch auf Kälte zu? Stärkt Zuhause frieren unsere Abwehrkräfte und macht uns härter? Oder sind niedrige Temperaturen in der eigenen Wohnung Gift für unsere Gesundheit?

Weiterlesen: Du bist ständig erkältet? Dann solltest du das in deinem Leben ändern.

Was passiert, wenn wir frieren?

Durch Schwitzen und Frieren versucht unser Körper, seine Temperatur konstant auf 37 Grad zu halten. Frieren ist also eine Schutzreaktion. Unser Körper sendet ein Signal an das Gehirn, das verschiedene Mechanismen hervorruft. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Die Extremitäten werden schlechter mit Blut versorgt und wir bekommen kalte Hände und Füße. Es bildet sich eine Gänsehaut. Wir fangen an zu zittern und mit den Zähnen zu klappern.

Frau friert im Büro
Die Heizung komplett ausgeschaltet zu lassen, ist keine gute Idee. Foto: cyano66 / getty via cana

„Zittern ist eine muskuläre Aktivität, um Wärme zu erzeugen“, erklärt Dr. Jakob Berger, Hausarzt und Bezirksvorsitzender im Bayerischen Hausärzteverband, dem Online-Magazin Utopia. „Bei der Gänsehaut stellen sich die Härchen auf und es bildet sich ein isolierendes Luftpolster auf der Haut, um die Wärme besser im Körper zu halten.“

Wittert unser Körper ständig Gefahr und versucht mühsam, seine Temperatur zu halten, kann das unserem Immunsystem schaden. Wir sind anfälliger für Krankheiten, bekommen z. B. schneller eine Erkältung.

So kalt sollte es in der Wohnung sein

Die Wohnung gar nicht zu heizen, kann Schimmel verursachen. Deshalb sollte man die eigenen vier Wände auf keinen Fall auskühlen lassen und nicht zu spät mit dem Heizen starten. Um das Schimmelrisiko zu minimieren, muss die Raumtemperatur mindestens 16 Grad betragen.

Klingt nicht gerade muckelig warm, oder? Tatsächlich sollte es auch etwas wärmer sein, um unserer Gesundheit nicht zu schaden. 18 Grad sind daher das Minimum. Die individuelle Wohlfühltemperatur liegt allerdings meistens höher.

Nice to know: Laut dem Deutschen Mieterbund sind Vermieter:innen sogar verpflichtet, während der Heizperiode (Oktober bis April) eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad tagsüber und 18 Grad nachts zu ermöglichen. Diese Regelung wurde durch die neue Energiesparverordnung jedoch aufgehoben.

Fazit: Zuhause frieren muss nicht sein

Selbst wenn die Temperatur im Wohnzimmer aus Energiespargründen dieses Jahr ein paar Grad geringer ist: Zuhause frieren sollte niemand. Doch man muss nicht immer gleich die Heizung hochdrehen. Mit Wärmflasche, Kuschelpulli und einer heißen Tasse Tee kann man es sich auch bei 20 Grad gemütlich machen.