Weniger als ein Viertel der Frauen weiß, was das Toxisches Schock-Syndrom ist, dabei können wir alle betroffen sein von der Tamponkrankheit. Wir klären auf.

Fast jede Frau hat im Laufe ihres Lebens schon einmal Tampons ausprobiert und trotzdem ist der Begriff Toxisches Schocksyndrom vielen unbekannt. Das muss geändert werden, denn die sogenannte Tamponkrankheit kann zu Organversagen oder sogar dem Tod führen. Und es kann jede treffen.

Was ist das Toxische Schock-Syndrom?

Beim toxischen Schocksyndrom (kurz TSS) kann man binnen kurzer Zeit einen fiebrigen Anfall erleiden. Erbrechen, Ohnmacht Kopfschmerzen und Ausschlag können ebenfalls Begleiterscheinungen sein. Grund ist ein Versagen des Kreislaufs, schlimmstenfalls sogar das Versagen der Organe.

Hervorgerufen wird das toxische Schocksyndrom durch Streptokokken, sogenannte Staphylokokken, diese sind natürlicherweise in unserem Körper vorhanden. Aber einigen Menschen fehlt die Resistenz gegen diese Bakterien.

In Verbindung mit Tampons können sich die Bakterien durch zu langes Tragen oder mangelnde Hygiene bilden. Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, führen sie zu Vergiftungserscheinungen.

Die Folgen von TSS

Wird TSS früh erkannt, kann man einen solchen Anfall unbeschadet überstehen. Da es allerdings sehr selten auftritt, kommen Ärzte oft erst spät auf die Diagnose. Ein Grund mehr, immer zu sagen, dass man seine Periode und ein Hygieneprodukt intus hat, wenn man sich krank fühlt oder eingeliefert wird!

Denn wird der Grund für den Anfall zu spät erkannt, drohen ernsthafte Organschäden und sogar der Tod. TSS ist also unbedingt ernst zu nehmen, denn es hat eine Sterberate von 1 % bis 6 %. Selbst, wenn nicht tödlich, drohen Amputationen, weil Organe oder Körperteile irreversibel geschädigt wurden.

Tampons
Tampons sind noch immer das liebste Hygiene-Produkt für Frauen während der Menstruation.

Durch was kann man TSS bekommen?

In 50 % der Fälle tritt TSS bei Frauen auf, die einen Tampon nutzen. Es ist also nicht nur eine Tamponkrankheit. TSS kann auch einfach so während der Periode, bei Diaphragma-Nutzung oder sogar bei Männern und Kindern auftreten, durch Wundverletzungen zum Beispiel.

Bisher galten Menstruationscups als TSS-sicher. Nun ist ein Fall aufgetreten, in dem eine Frau ein Bein verlor in Folge eines TSS-Anfalls mit einer Menstruationstasse. Ob diese ordnungsgemäß genutzt wurde, ist nicht bekannt.

Sicher ist jedoch, dass Menstruationstassen ein sehr viel geringeres Risiko eines Toxischen Schocksyndroms haben, als ein Tampon, da die Darmflora nicht beeinflusst wird und das klinische Silikon des Cups Bakterienbildung nicht zulässt. Gerade einmal zwei Fälle gab es weltweit seit den 40ern.

Ist TSS ein Grund für Panik?!

Generell sind Tampons nicht unsicher, denn das Risiko an TSS zu erkranken liegt bei sexuell aktiven Frauen bei 3-6 zu 100.000. Das war nicht immer so. In den 70ern brachte Procter & Gamble einen Supertampon auf den Markt, genannt Rely. Daraufhin stieg die TSS-Rate in den USA enorm an von knapp 200 Fällen im Jahr auf über 1.100 und viele Frauen starben sogar an den Folgen.

Erst aus diesem Grund haben Tamponhersteller die Tragedauer der Tampons und die Saugfähigkeit limitiert, damit diese nicht länger als sechs bis maximal acht Stunden getragen werden. Für 2015 und 2016 zählte das Robert Koch Institut nur noch 36 TSS-Fälle in Deutschland.

Beachtet man die Hygienehinweise, ist ein Tampon also sehr sicher. Wichtig ist, dass die Tragedauer nicht überschritten wird und die Hände immer vor dem Einführen gewaschen werden. Auch bei Soft-Tampons oder anderen Menstruationsschwämmen gelten diese Sicherheitsrichtlinien.

Was tun bei TSS-Verdacht?

Hast du während deiner Periode folgende Symptome, solltest du unbedingt den Tampon oder Cup entfernen und einen Arzt aufsuchen:

  • Hohes Fieber
  • Niedriger Blutdruck
  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Muskelkater
  • Rötungen von Mund und Rachen
  • Verwirrtheit

Notiere dir deine Symptome und auch deine Periodendaten (wann hat die Letzte begonnen, der wievielte Tag ist heute etc.). Nimmst du gerade andere Medikamente oder Ergänzungsmittel, auch das solltest du parat haben. Wird TSS bei dir diagnostiziert, reicht in der Regel eine Behandlung durch Antibiotika.

Menstruationstasse einführen und entfernen
Auch bei Menstruationstassen kann TSS auftretetn. Bisher gibt es seit 1940 aber nur 2 belegte Fälle.

Alternativen zu Tampons

Tampons sind immer noch Grund Nummer Eins für TSS, auch wenn es sehr selten auftritt. Wer sich komplett schützen will, kann auf Tampon-Alternative umsteigen:

  • Menstruationsunterwäsche
  • Binden oder Stoffbinden
  • Free Bleeding

Menstruationscups sind ebenfalls sehr sicher, aber nicht zu hundert Prozent. Soft-Tampons und Schwämme haben ein ähnlich hohes Risiko wie Tampons.

Fazit: Bei TSS ist Hygiene das A & O!

Wer an seinen Ausgaben für Tampons sparen will, sollte das auf andere Weise machen und keinesfalls Tragezeiten überschreiten, denn das Toxische Schock-Syndrom ist zwar selten, aber sehr gefährlich. 

Günstiger kommst du mit einem Menstruationscup oder der Free Bleeding Methode. Auch Periodenunterwäsche ist eine prima Tampon-Alternative und gerade richtig im Kommen. Mit diesen Zyklus-Apps bist du immer auf deine Periode vorbereitet.