Vielleicht hast du sie schon mal gesehen, denn manche Produkte im Supermarkt sind bereits mit ihr gekennzeichnet: die Lebensmittelampel. Der sogenannte Nutri-Score gibt an, wie gesund ein Lebensmittel ist.

Ab November soll die Ampel offiziell starten. Aber wird sich unser Kaufverhalten dadurch verändern?

Was ist eine Lebensmittelampel?

Die Lebensmittelampel zeigt in vereinfachter Form an, wie gesund ein verpacktes Lebensmittel ist. Die Skala reicht vom dunkelgrünen A bis zum roten E. Inhaltsstoffe, die die Ampel negativ bewertet, sind beispielsweise Zucker, Fett und Salz

Als gesund gelten dagegen Ballaststoffe, Proteine, Obst, Gemüse und Nüsse. Die Lebensmittelampel soll es den KonsumentInnen leichter machen, innerhalb einer Produktgruppe Vergleiche anzustellen.

In Frankreich ist die Lebensmittelampel bereits etabliert. Deutschland ist da etwas langsamer, obwohl die Kennzeichnung von Verbraucherschützern schon seit Langem gefordert wird.

Die Lebensmittelampel kommt im November

Es war ein langer Weg bis zum Entschluss für den Nutri-Score. Letztes Jahr hatte sich das Bundesernährungsministerium für die Ampel ausgesprochen, die Bundesregierung kündigte ihre Einführung für 2020 an. Dann mussten noch die EU und der Bundesrat zustimmen. Anfang November ist es dann endlich soweit und die Lebensmittelampel kann rechtssicher eingeführt werden.

Aber wie bei fast allen guten Nachrichten gibt es auch hier einen Haken: Die Kennzeichnung der Lebensmittel ist nicht verbindlich. Die Hersteller können eigenmächtig entscheiden, ob die Lebensmittelampel auf ihre Produkte gedruckt wird oder nicht.

lebensmittelampel
Unsicherheit im Supermarkt: Welche Produkte sind gesund und welche tun nur so?(Photo: Vladimir Gerdo via www.imago-images.de)

Problem der Ampel: Sie ist freiwillig

Die Vermutung liegt nahe, dass man die Ampel auf ungesunden Produkten vergeblich suchen wird. Umgekehrt hatten viele Hersteller gesunder Produkte den Nutri-Score bereits vor der Verordnung genutzt. Im Mai 2020 hatte die Verbraucherzentrale Hamburg bereits um die 1.000 Produkte mit Ampel im Einzelhandel gefunden – alle mit einer grünen Markierung natürlich.

Auch der Politik ist die Wirkungsminderung durch die Freiwilligkeit der Lebensmittelampel bewusst. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) appellierte deshalb an die Hersteller, die Kennzeichnung zu nutzen.

Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) reicht das nicht. Eine freiwillige Verwendung der Lebensmittelampel beduete „erfahrungsgemäß, dass nicht  alle Lebensmittelunternehmen mitmachen, so vzbv-Vorstand Klaus Müller. Sinnvoller wäre eine europaweit einheitliche Ampel, die verbindend genutzt werden muss. 

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Die gesündeste Variante ist sowieso unverpacktes Obst & Gemüse.(Photo: Cavan Images via www.imago-images.de)

Wird die Lebensmittelampel etwas ändern?

Was man der Einführung der Lebensmittelampel zugutehalten muss, ist, dass sie schneller auf gesunde Produkte hinweisen wird. Als VerbraucherIn kannst du also sicher sein, dass du keinen Fehlkauf tätigst, wenn du ein Lebensmittel mit positiver Ampel wählst.

Die abschreckende Wirkung, die eine rote Markierung bezwecken würde, bleibt allerdings aus. Ungesunde Produkte können weiterhin mit ansprechendem Produktdesign für sich werben. Eine negative Lebensmittelampel würde sicherlich mehr Menschen dazu bewegen, ihre Kaufentscheidungen zu hinterfragen.

Mit der freiwilligen Kennzeichnung wird sich also vermutlich nicht sehr viel ändern. Die als gesund gekennzeichneten Produkte werden weiterhin von den Menschen gekauft, die schon jetzt auf eine ausgewogene Ernährung achten. Da hilft nur: bei Produkten ohne Lebensmittelampel selbst die Nährwerte checken und sich für das gesündere Produkt entscheiden.

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